Auch Jungen lesen - Jungen lesen, aber anders # Infoveranstaltung in der Gemeindebücherei Tapfheim gut besucht

Nicolas Greno konnte bestätigen: Auch Jungen lesen – aber anders … (Foto: Landratsamt)
„Etwa ein Drittel der Mädchen lesen in ihrer Freizeit; nur halb so viele Jungen nehmen außerhalb der Schule ein Buch in die Hand.“ So steht es schwarz auf weiß in der Jugendbefragung 2014 für den Landkreis Donau-Ries. Es stellt sich also die Frage: Wie gelingt es, mehr Jungen für Bücher und für das Lesen zu begeistern?

Jede Menge Tipps und Informationen gab es dazu bei einer Veranstaltung in Tapfheim. Etwa 20 Lesepatinnen und Interessierte waren gekommen; eingeladen hatten das Lokale Bündnis für Familie Donau-Ries und die Gemeindebücherei Tapfheim.

Neben Gelegenheit zum Informations- und Erfahrungsaustausch sollte es also um die Frage gehen, wie es gelingt, Jungen für Bücher zu begeistern. Denn: Jungen lesen anders! Vielfältige Erfahrungen aus der Praxis und kompetente Gesprächspartner erwarteten die Lesepatinnen und Lesepaten an diesem Nachmittag: Nicolas Greno (Buchhaus Greno Donauwörth), Evelyn Leippert-Kutzner, die Leiterin der Donauwörther Stadtbibliothek und Martina Sailer von der Gemeindebücherei in Tapfheim plauderten aus ihrem Erfahrungsschatz.
Alle Referenten hatten einen großen Stapel Bücher neben sich aufgetürmt. Denn in einem waren sich die drei einig: Mit der richtigen Buchauswahl lassen sich auch Jungen in Leseratten verwandeln! „Das geht bei den passenden Bilderbüchern los, denn die Weichen werden bereits im Vorlesealter gestellt“, stellte Martina Sailer fest. Was allen gefalle, auch den Mädchen, das seien Geschichten über Ritter, Feuerwehr oder Dinosaurier.

Einer großer Fehler sei es, ab dem Grundschulalter mit dem Vorlesen aufzuhören. „Denn über das Vorlesen finden die Kinder zum selber lesen“, meinte Evelyn Leippert-Kutzner.

Ihr Trick, wenn Sie in Schulklassen vorliest: „Ich höre an der spannendsten Stelle auf.“ Die Kinder könnten das Buch dann gleich ausleihen und fertig lesen. Auch mit Kindern abwechselnd zu lesen sei eine gute Strategie.
„Erlaubt ist, was gefällt“, antwortete Nicolas Greno auf die Frage nach der passenden Lektüre fürs Knabenalter. Das könnten auch Sachbücher oder Comic-Taschenbücher sein. Eine weitere Empfehlung lautete: „Je humorvoller desto besser“, denn die Jungs wollten es gerne witzig. Und auch wenn es manch älterem Semester weh tue: Dass Kinder im Jahr 2015 Karl May lesen, das sei dann doch die große Ausnahme.

Viele Fragen prasselten zum Ende der Veranstaltung auf die drei Referenten ein: Muss ich mich bei Kinderbüchern immer an die Altersempfehlung halten? Was mache ich, wenn die Aufmerksamkeit in meiner Vorlesestunde sinkt? Wie kann ich Kinder fördern, deren Muttersprache nicht deutsch ist? Ja, und da wurde es dann nochmal richtig laut in der Tapfheimer Bücherei. Denn jede Vorleserin konnte (und wollte) hier ihre eigenen Erfahrungen und Antworten beisteuern. Der einzige Vorleser, der an diesem Nachmittag dabei war, der saß da, hörte zu - und schmunzelte. Was er sich wohl dachte?

„Zum Thema ‚Jungen lesen anders‘ könnte man wohl auch eine ganze Vortragsreihe machen“, bilanzierte Günter Katheder-Göllner, Familienbeauftragter des Landkreises am Schluss der Veranstaltung. Zusammen mit Gabi Pfefferer, der zweiten Mitarbeiterin der Tapfheimer Gemeindebücherei entließ er nach zwei Stunden zufriedene Lesepatinnen und Lesepaten. Mit auf den Weg gab Bündniskoordinator Günter Katheder-Göllner allen Teilnehmern noch eine Motivationskarte: „Damit Ihre guten Vorsätze aus dem heutigen Nachmittag im Alltag nicht sofort verpuffen!“ Er versprach, das Bündnis für Familie werde weiterhin am Ball bleiben und die Lesepatinnen und Lesepaten in der Region unterstützen.
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