Wie schaukelt sich Gewalt an Grundschulen auf?
Donauwörth: Riedlingen | Bereits zum zweiten Mal fand an der Riedlinger Gebrüder-Röls-Schule ein Eigenschutz- und Selbstbehauptungskurs statt. Das bewährte Team um Polizeihauptkommissar Michael Deisenhofer sowie den Taekwondotrainern Catrin und Wolfgang Häckel besuchte auf Einladung des Schulleiters Roland Matitschka die Grundschule. Der Hauptkommissar besuchte im Vorfeld alle Klassen. Während es in der ersten und zweiten Klasse überwiegend um Personen- bzw. Fahrzeugbeschreibungen sowie den sicheren Schulweg und das Verhalten am Telefon ging, wurde vor allem in der vierten Klasse das Thema Gewalt besprochen. Hier sollten die Schüler sensibilisiert werden, was Gewalt ist. Dies wurde an alltäglichen Beispielen durchgesprochen, wobei sehr schön zu beobachten war, wie sich die Einstellung der Schüler zu dieser Thematik drastisch änderte. Was vorher noch als harmloser Scherz abgetan wurde stellte sich anschliessend aus der Opfersicht sehr schnell als Gewalt heraus.
Der praktische Teil wurde an zwei Samstagen von den Taekwondo- und Gewaltpräventionsübungsleitern Catrin und Wolfgang Häckel mit Team durchgeführt. Schwerpunkt in den ersten und zweiten Klassen ist das selbstbewusste Auftreten und das Üben, die Stimme richtig einzusetzen. Zudem werden Schlag- und Tritttechniken vermittelt und die Vitalpunkte besprochen. Das Erlernte wurde an Pratzen und Schlagpolstern sowie einer Weichbodenmatte trainiert. Ab der dritten Klasse wurden die Kinder auch in Rollenspielen getestet, ob das Vermittelte auch umgesetzt werden kann. Auf der einen Seite wurden die Trainer überrascht, wie viel aus dem letzten Kurs noch im Gedächtnis der Kinder war, zum anderen fallen immer wieder Schüler auf die gestellten Fallen rein.
Bei den vierten Klassen war der zweite Samstag geprägt vom Thema Gewaltprävention. Hier wurden in der gesamten Einheit verschiedene Situationen durchgespielt. Ziel dieser Einheit war vor allem, den Klassenverbund zu stärken. Die Kinder wurden darauf hingewiesen, dass sie zwar derzeit die „Größten“ an der Schule sind, mit Übertritt an eine weiterführende Schule jedoch schnell zum Opfer von Hänseleien oder Mobbing werden können. Ferner wurde in verschiedenen Spielen simuliert, wie sich Gewalt aufschaukeln kann und mit welchen Maßnahmen die Kinder in solchen Situationen entgegenwirken können. In diesen Spielen konnten die Trainer auch sehen, dass die in der Schule eingesetzten und geschulten Streitschlichter schon sehr souverän so manche Situation entschärfen können.
Auch in diesem Jahr konnte hier von einer gelungenen Veranstaltung gesprochen werden. Die anwesenden Lehrkräfte sowie Schulleiter Roland Matitschka sprachen sich für eine Weiterführung des Projektes in 2011 aus.


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