Weltrotkreuz- und rothalbmondtag
Eine Idee macht Geschichte
Solferino 1859 – eine der schrecklichsten Schlachten der Kriegsgeschichte zwischen Italienern, Franzosen und Österreichern. Henry Dunant, ein Kaufmann aus der Schweiz, erlebte diese blutige Tragödie hautnah mit. Im Juni 1859 wurde die Idee des „Roten Kreuzes“ angesichts der unbeschreiblichen Grausamkeit, des Gemetzels und der Hilflosigkeit tausender verwundeter Soldaten geboren. Dunant bat die Einwohner der benachbarten Stadt Castiglione delle Stiviere um Hilfe, um die Verwundeten so gut es geht versorgen zu können. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz ließen Dunant die Erinnerungen an die Schlacht nicht los und er schrieb das Buch „Un souvenir de Solferino“ („Eine Erinnerung an Solferino“).
„Die Frauen von Castiglione erkennen bald, daß es für mich keinen Unterschied der Nationalität gibt, und so folgen sie meinem Beispiel und lassen allen Soldaten, die ihnen völlig fremd sind, das gleiche Wohlwollen zuteil werden. "Tutti fratelli", wiederholen sie gerührt immer wieder. Ehre sei diesen mitleidigen Frauen, diesen jungen Mädchen von Castiglione.“ (Henry Dunant: Eine Erinnerung an Solferino)
Im Anschluss daran begab sich Dunant auf Reisen quer durch Europa und forderte die Errichtung einer „Hilfsgesellschaft für Verwundete“.
Bereits im Februar 1863 wurde das „Genfer Komitee der Fünf“ gegründet, die für die Gründung freiwilliger Hilfsgesellschaften und die Einberufung einer allgemeinen Staatenkonferenz kämpften. Ein Jahr später fand die erste diplomatische Konferenz in Genf statt. Hierbei entstand aus dem „Genfer Komitee der Fünf“ das „internationale Komitee vom Roten Kreuz“ und 16 Staaten verabschiedeten das „1. Genfer Abkommen“ – „Konvention zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde“. Als gemeinsames Erkennungszeichen für Schutz und Hilfe wurde zu Ehren der Schweiz das Schweizer Wappen mit umgestellten Farben, ein rotes Kreuz auf weißem Grund, bestimmt.
In den Jahren zwischen 1907 und 1949 folgen weitere drei Abkommen. Bis zum Jahr 2007 haben über 190 Staaten die Genfer Abkommen verabschiedet.
Eine Idee, die Geschichte macht. Henry Dunant erhielt für sein Lebenswerk 1901 den Friedensnobelpreis.
Heute steht zwar, - gerade auf lokaler Ebene -, nicht mehr die Versorgung von Kriegsopfern im Vordergrund, jedoch immer der Dienst am Menschen. Jede Gliederung des Roten Kreuzes handelt nach den sieben Grundsätzen:
Menschlichkeit
Unparteilichkeit
Neutralität
Unabhängigkeit
Freiwilligkeit
Einheit
Universalität
Im BRK Kreisverband Nordschwaben sind ca. 1500 Ehrenamtliche Helfer und Helferinnen und ca. 300 hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen inklusive Zivildienstleistender und Praktikanten für Sie im Einsatz. Zu unseren Aufgaben zählt unter anderem die rettungsdienstliche Versorgung des Landkreises, Fahrdienste, das Pflegeheim und die häusliche Pflege. Die Ausbildung der Bevölkerung, Essen auf Rädern, Haus-Notruf, Kindertageseinrichtungen wie der Waldkindergarten oder die Kinderkrippe sind nur ein Teil unserer vielfältigen Hilfsangebote für unsere Mitmenschen.
Das Ehrenamt ist eine tragende Säule im Gerüst des Roten Kreuzes und natürlich auch im Kreisverband Nordschwaben. Unsere Helferinnen und Helfer engagieren sich unter anderem in den Bereitschaften, in der Wasserwacht oder im Jugendrotkreuz. Jedoch auch in unserem Kleiderladen oder im Altenheim ist das Ehrenamt nicht mehr wegzudenken.
Hierzu zählen beispielsweise:
• Blutspendedienst
• Sanitätsdienste
• Mittelbeschaffung
• Sozialdienste (Seniorentanz, -gymnastik u.v.m.)
• Kleiderkammer
• Flohmärkte
• Singkreise
• Stammtische
• Literaturstunden
• Spaziergänge
• Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung
• Amtliches Auskunftsbüro
• Rettungshundestaffel
• Ausbildung
• Krisenintervention
• Schnelleinsatzgruppen
• Hintergrundrettungsdienst
• und vieles, vieles mehr
Diese Dienste können nur durch den herausragenden Einsatz unserer ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen aufrechterhalten werden.
Anlässlich des Weltrotkreuz- und rothalbmondtages möchten wir uns herzlich bei all unseren Förderern, Spendern, Gönnern und unseren ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Ihre großartige Unterstützung bedanken.
Helfen Sie uns weiter helfen.


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