Schülern die Besonderheit ihrer Heimat vermitteln - Lerntheke vermittelt Wissen zum Ries-Ereignis – Kisten nun an Schulen übergeben

Freuen sich über die gelungenen Lernthekenkisten, die nun an Schulen übergeben wurden (von links): Geopark-Geschäftsführer Günther Zwerger, Landrat Stefan Rößle, Günter Schwendner (Geschäftsführer der Lebenshilfe Donau-Ries e.V.), Heike Burkhardt (stellvertretende Geopark-Geschäftsführerin), Martin X. Müller (Hochschule Augsburg, Lehrstuhl für Didaktik der Geographie) und Nördlingens Alt-OB Paul Kling.
„Das ist Heimatkunde pur – nach modernsten didaktischen Erkenntnissen für schülerzentriertes Lernen konzipiert, ansprechend und gelungen präsentiert“. Landrat Stefan Rößle war ganz begeistert von den Lernthekenkisten, die jetzt an Schulen im Gebiet des Geoparks Ries übergeben wurden.

2016 jährt sich zum 10. Mal die Auszeichnung des Geoparks Ries als Nationaler Geopark. Dieses Jubiläum wird mit einer Reihe von Veranstaltungen und Projekten gefeiert. Zum Auftakt wurden nun die fertigen und bestückten Lernthekenkisten „Vernetztes Wissen zum Ries-Ereignis“ an 27 Schulen im Geopark Ries übergeben.

„Bildung ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, bei der wir die Schulen unterstützen wollen“, betonte Landrat Stefan Rößle in seiner Begrüßung. Genauso wichtig sei es dem Landkreis aber natürlich auch, den Schülerinnen und Schülern unser Alleinstellungsmerkmal – den Meteoritenkrater Ries – zu vermitteln und diese Besonderheit unserer Heimat erfahrbar und erfassbar zu machen.

Rößle erinnerte daran, dass Umweltbildung und die Förderung der Wissenschaften sowie die Kooperation mit Universitäten und Hochschulen Kernaufgaben eines Nationalen Geoparks sind. Insofern habe sich die 2014 besiegelte Kooperation mit der Universität Augsburg zu einem „Glücksfall“ oder – um beim neuen Marken-Slogan zu bleiben – zu einem „Glückstreffer“ entwickelt. Denn Martin X. Müller, Akademischer Rat am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie, war es, der zusammen mit Studenten eine Lehrerhandreichung zum Erlebnis-Geotop Lindle und die Lerntheke „Vernetztes Wissen zum Ries-Ereignis“ erarbeitet hat.

Müller stellte anschließend Idee und Konzept vor: „Die Lerntheke beinhaltet sachgerecht aufbereitete Inhalte und vielversprechende methodische Ansätze.“ Mit ihren erprobten Materialien und Unterrichtskonzeptionen soll sie Lehrern eine Hilfe sein, das Ries-Ereignis im Unterricht auf anspruchsvolle und innovative Weise zu thematisieren. Die Lerntheke könne in den Jahrgangsstufen 5-7 in allen Fächern mit geowissenschaftlichem Bezug angewendet werden, wobei die eindeutigsten Lehrplanbezüge im Fach Geographie liegen. Die Schüler erarbeiten sich die Inhalte selbstbestimmt einzeln oder in Gruppen, können dabei die Reihenfolge des Vorgehens frei wählen, bearbeiten Karten, machen kleine Versuche, lassen den Suevit sprechen, betrachten Wacholderheiden in ganzheitlicher Perspektive oder bestellen Felder mit unterschiedlichen Böden und vieles mehr. „Dabei übernehmen die Schüler selbst Verantwortung für ihren eigenen Lernweg und helfen sich gegenseitig“, führte Müller aus. Als Vorbereitung für einen Besuch im Ries, z.B. des Rieskratermuseums oder eines der vielen Geotope im Geopark sei die Lerntheke ideal geeignet.

Schulen, die keine Kiste bestellt haben, können beim Geopark eine DVD mit allen Materialien und zugehörigen Unterrichtskonzeptionen anfordern.

Nachdem die Universität die Lehrmaterialien erarbeitet und eine Musterkiste gefertigt hatte, übernahm der Geopark die Umsetzung. Den Auftrag für die Herstellung und Befüllung von 36 Kisten haben die Donau-Ries-Werkstätten erhalten. „Mit Engagement und eigenen Ideen haben sie die Musterkiste zu einem „Mercedes“ entwickelt und umgesetzt“, lobte Landrat Rößle und dankte der Lebenshilfe für die gute Zusammenarbeit.

Günter Schwendner, Geschäftsführer der Lebenshilfe Donau-Ries e.V., hatte als Hausherr – in den Donau-Ries-Werkstätten in Nördlingen hatte die Übergabe der Lernthekenkisten stattgefunden – ebenfalls die Schulleiter und Lehrer der Grund- und Mittelschulen sowie weiterführender Schulen begrüßt. „Wir freuen uns, dass wir uns mit unseren Ideen und Vorschlägen aktiv in dieses Projekt mit einbringen konnten“, erklärte Schwendner. „Bei diesem Auftrag für die Schulen wurde der Inklusionsgedanke durch die Zusammenarbeit mit dem Geopark Ries und Herrn Müller wieder einmal sehr gut erlebbar.“

Lob gab es auch für die Mitarbeiter des Landratsamtes – an verantwortlicher Stelle Günther Zwerger, Geschäftsführer des Geoparks, seiner Stellvertreterin Heike Burkhardt sowie Regionalmanager Klemens Heininger. Nachdem das Thema Bildung im Landkreis vom Regionalmanagement betreut wird, handelt es sich bei den Lernthekenkisten um ein Kooperationsprojekt von Geopark und Regionalmanagement. Ganz besonders viel Zeit und Arbeitskraft in die Befüllung der Lernthekenkisten hat Moritz Herrmann gesteckt, der derzeit sein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Geopark absolviert.
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