"Kurze" Anleitung zum Teddybären nähen
Teil 1: DIE VORBEREITUNG
1. Was benötigt man zum Nähen eines Plüschbären?
-synthetisches Fell oder Mohair (meine ersten Bären hatte ich aus Frotte (Handtücher) gefertigt)
-ein Stückchen passenden Stoff (Filz, Leder, Leinen) für die Pfötchen
-Nähgarn in der selben Farbe, wie das Fell
-ein Paar Augen (gibt es im Bastelladen)
-Stickgarn für die Nase
-Füllwatte oder Schaumstoff-Flocken
-einen Schnitt (diesen bekommt man z. B. aus Teddy-Zeitschriften oder einzeln im Bastel-Laden)
-eine scharfe Schere, wasserfester Filzstift, Nadeln, Stecknadeln, eine gebogene Polsterer-Nadel, einen Kochlöffel zum Ausstopfen
2. Wie beginnt man?
Zuerst überträgt man die einzelnen Schnitt-Teile auf festes Papier. Am Besten sämtliche Teile, die laut Anleitung doppelt sind, auch gleich doppelt auf Papier bringen. Das erleichtert später das platzsparende Auflegen auf den Stoff. Sämtliche Abnäher und Markierungen, Nummern und Buchstaben mit übertragen!!! Und unbedingt von vorn herein darauf achten, dass gegengleiche Stücke auch spiegelverkehrt übertragen werden.
Die Schnitt-Teile beschriften und ausschneiden.
Nun legt man die einzelnen Teile auf die linke (glatte) Seite des Stoffs. Dabei ist der Fadenverlauf zu berücksichtigen. Man sollte platzsparend arbeiten, denn das Material ist nicht billig. Dennoch darf man nicht vergessen, eine Nahtzugabe von ca. 0,5 cm rund um jedes Stück einzuplanen. Wenn alle Teile platziert sind (Pfötchenteile auf Pfötchenstoff nicht vergessen!), dann vorsichtshalber alles nochmals überprüfen, ob die gegengleichen Stücke auch passen. Ist es erst einmal abgeschnitten, läst sich später so etwas nicht mehr korrigieren. Dann mit einem wasserfesten Filzstift die Teile auf den Stoff übertragen. Bitte vorher an einer Ecke ausprobieren, ob der Stift womöglich auf der Vorderseite durchscheint. Dann einen anderen Stift verwenden, denn man muss auch hier wieder sämtliche Abnäher und Markierungen übertragen. Und nun werden sämtliche Teile aus dem Stoff ausgeschnitten. Bitte beim Zuschnitt an die Nahtzugabe denken!!!
Wenn möglich beim Zuschneiden nur den Unter-Stoff schneiden und möglichst die Plüschhärchen nicht kürzen.
2. NÄHEN UND FÜLLEN :
1. Nähen:
Als Erstes sämtliche Abnäher abnähen. Dann sämtliche Teile, wie z. B. die Ärmchen rechts aufeinander legen. Also die Plüschseiten gucken immer zueinander. Mit Stecknadeln fixieren, weil Plüsch auf Plüsch extrem schnell verrutscht. Auch wenn die Teile klein sind, kann man sie nicht fest genug halten. Beim Nähen unbedingt daran denken, die Wendeöffnung offen zu lassen, damit man die Einzelteile später auch umkrempeln kann. So werden dann die Ärmchen, Öhrchen und der Bauch miteinander verbunden. Bei den Beinen erst die Seiten schließen und die Fußsohlen zum Schluß einsetzen. Beim Kopf zuerst die Naht unter dem Kinn schließen und dann den Kopfzwickel einsetzen.
2. Füllen:
Sämtliche Teile werden nun umgekrempelt Und mit Hilfe des Kochlöffelstiels mit Füllwatte ausgestopft. Möglichst fest und gleichmäßig stopfen! Die Wendeöffnungen müssen nun an sämtlichen Teilen geschlossen werden. Dafür ist eine gebogene Nadel am geeignetsten. Sie erleichtert das Arbeiten. (Natürlich geht es zur Not auch mit einer einfachen Nähnadel.)
Die fertigen Arme und Beine am Körper fest nähen. Es gibt auch die Möglichkeit, Gelenke einzubauen. Dann kann Teddy auch Arme, Beine und den Kopf bewegen. Doch dazu ein anderes Mal mehr.
Nur den Kopf noch nicht schließen! Teddy benötigt ja schließlich noch ein Gesicht!
3. DER CHARAKTER DES BÄREN - SEIN GESICHT:
Man nimmt sich am besten den ausgestopften Kopf zur Hand und befestigt die Ohren mit Stecknadeln an die ausgewählten Positionen. Je nach dem, wie alt der Bär sein soll, stehen die Ohren weiter zusammen oder mehr auseinander. Zu dem Thema mache ich noch einen Extrabericht. Genau, wie zu den einzelnen Nasenformen. Hat man die Ohren positioniert, legt man mit zwei Stecknadeln die Position der Augen fest. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, entfernt man die Watte wieder aus dem Kopf und sticht mit einer spitzen Schere zwei kleine Löcher in den Stoff, genau da, wo die Stecknadeln sitzen. Hier werden die Augen eingefügt und mit der Rückhalterung stabil verschlossen. Ist die Rückhalterung erst einmal angebracht, lässt sie sich normalerweise nur noch mit extremer Gewaltanwendung entfernen. Also lieber vorher überprüfen, ob die Position der Augen auch die Richtige ist und dann erst verschließen! Der Kopf wird nun wieder gefüllt und verschlossen. (Besonders die Nase schön fest stopfen, das erleichtert das Sticken) Nun die Ohren an die gewünschte Position nähen und den Kopf am Bären festnähen. Beim Nähen haben sich sicher ein Paar Plüschhärchen in den Nähten verfangen. Diese nun noch mit einer Nadel herauszupfen, damit die Nähte kaum noch sichtbar sind.
Zum Schluß mit dem Stickgarn die Nase sticken und der Bär ist fertig.
Für die, welche die fertigen Bärchen noch nicht kennen, hier findet ihr ein paar davon: http://www.myheimat.de/donauwoerth/freizeit/selbst...
Ich habe mich bemüht, euch einen Eindruck zu vermitteln, wie man einen Plüschbären selbst näht. Sollten noch Fragen auftauchen bin ich gern bereit, diese zu beantworten (gern auch per PN).
An alle Kuscheltierbesitzer: Lasst eure unaufgeklärten Plüschies diesen Bericht über die Entstehung eines neuen Plüschtiers nicht ohne Aufsicht lesen! *grins*
Da gibst du uns aber eine tolle Anleitung. Sollte ich mal Enkelkinder bekommen, werde ich an dich denken und eifrigst nachfragen.
Ich kann nicht einmal Topflappen nähen.
Viel zu schwer.
Ich kann nicht einmal Topflappen nähen.
Viel zu schwer.
Ich kann vielleicht einen Kuchen backen oder Pflanzen anziehen aber Bärchen nähen kann ich ganz bestimmt nicht :-))
Trotz Deiner Anleitung verstehe ich nur die Hälfte *silkedoofsetzensechs*
Das ist wie früher in der Schule! Handarbeit war nie so mein Ding und wenn ich was zu nähen habe dann muß ich es wegbringen ;-)
Ich bin total unfähig!
Ich hatte keine Handarbeit in der Schule. Habe mir alles selbst beigebracht.
Hallo, liebe Karola,
alle Achtung! Anleitung erscheint mir professionell, trotzdem ziehe den genüßlichen Verzehr von Haribo- Bärchen vor. Bei meinem handwerklichen Geschick, müsste ich einen Hinweis geben, dass es sich um einen Bären von Werner handeln soll. Antwort: Werner, da hast Du uns wieder einen Bären aufgebunden!
Werner
Karola, ein Möbelstück von einer schwedischen Möbelfirma hätte ich in Rekordzeit aufgebaut.
Bei einem Teddy müßte ich passen.
LG Claus
> "Dann los Andi..., nähe mal einen nach"
Gern.
Moment.
*katzejag*
War ja klar, Andi! Du verbindest das gleich mit Essen! hihihi
Das eh! Aber erstmal brauche ich ein Fell!
*weiterjag*
Nimm die Mieze von Silke! Die hat schönes Fell! Und schmeckt bestimmt auch lecker! ;o))))
> "Nimm die Mieze von Silke!"
Ist das wieder was Zweideutiges?! *stutz* ;)))
> "Ich naehe gerade den Floh"
...sicher aus Flohkati ;)
Hört sich ganz verständlich an, danke für die schöne Anleitung. Muß man vielleicht einfach mal probieren und wenn es leicht daneben geht, dann bekommt er ebend einen entsprechenden Namen. Meine erste Socke hat auch für 5 gereicht. Die zweite sah dann schon wie eine Socke aus.
Probiere es doch erst einmal mit einem alten Handtuch aus. Dann hast du einen Frottee-Teddy. Und wenn es schief geht, ist das nicht so sehr das Drama. Meine ersten Teddys waren auch aus Frottee. Gute Übungsstücke. Und die Kinder haben sich trotzdem darüber gefreut. Die Augen hatte ich gestickt (waren halt schlafende Bärchen) und nach und nach wurde ich sicherer. Wenn du Hilfe brauchst, Tipps zu Material oder Verarbeitung, melde dich bei mir! Viel Spaß! Es ist ein schönes Hobby!
Übrigens: Mein allererster Bär, den hatte ich in Gemeinschaftsarbeit mit meiner Schwester hergestellt, hieß (heißt immer noch) Quasimodo. Ratet mal, warum! hihi
> "Nimm die Mieze von Silke!"
Ist das wieder was Zweideutiges?! *stutz* ;))) <
Was sind das hier wieder für kleine, versteckte Hinweise!? tztztz
Liebe Karola,
die Entstehung eines neuen Plüschtiers sieht unglaublich kompliziert aus !!
Wie gesagt..........was für ein Meisterwerk, was du da geleistet hast!!
Lg, SK :-)
> "Welche Augen nimmst Du dann für Deinen Katzenteddy?"
Ich poste bei MH ein Aktbild und sammle dann alles, was Manchen aus dem Kopf fällt ;)
"Quasimodo", der arme Kerl, dabei hatte er es bestimmt nicht leicht bei seiner Geburt...lach..., danke für die Tips.







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