Mut als Geheimnis der Freiheit – Vortrag über Pater Alfred Delp an der Donauwörther Hans-Leipelt-Schule
„Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“ - mit diesem Zitat des griechischen Politikers Perikles begann der Donauwörther Bürgermeister Jörg Fischer am Dienstag seinen Vortrag zu einem Mann, der in seinem Kampf für Freiheit und Menschlichkeit Mut bis zum Letzten bewies: Pater Alfred Delp. Vor den Schülern der Fach- und Berufsoberschule zeichnete Fischer das Bild eines intelligenten und integeren Mannes, der seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus schließlich mit dem Leben bezahlte.
Erstmals intensiv in Berührung mit dem Jesuitenpater kam Fischer im Jahr 1995, als die Donauwörther Bundeswehr-Kaserne, die den Namen von ater Alfred Delp trägt, diesem ein Denkmal setzte: Anlässlich seines fünfzigsten Todestags erarbeiteten Bundeswehrsoldaten unter der Leitung von Jörg Fischer und mit wissenschaftlicher Unterstützung eines Delp-Experten eine Wanderausstellung zu Alfred Delps Leben und Wirken, die bereits an vielen Orten in ganz Deutschland zu sehen war. Am Dienstag eröffnete Fischer nun diese Ausstellung in den Räumlichkeiten der Hans-Leipelt-Schule. Ein passender Ort, schließlich ist die Schule, wie Schulleiter Karl Rieger bei der Begrüßung betonte, ja ebenfalls nach einem ermordeten Widerstandsaktivisten benannt.
Jörg Fischer brachte in seinem engagierten, mit zeitgenössischen Bild- und Tonaufnahmen unterlegten Vortrag Delp als einen vielseitigen, zutiefst religiösen und moralischen Menschen nahe. Dieser, während der Herrschaft der Nationalsozialisten erst Journalist bei einer Jesuiten-Zeitschrift und dann Pfarrer in München, erkannte bald, dass die faschistische NS-Ideologie seinen Grundsätzen zutiefst widersprach. Seine Predigten gegen die Euthanasie waren Anziehungspunkte für viele Gläubige. Das weckte das Interesse der Gestapo, aber auch das des Kreisauer Kreises, einer Widerstandsgruppe, in der sich auch Delp bald engagierte. In diesem Rahmen entstanden an humanistischen Werten orientierte Pläne, wie der deutsche Staat nach dem Ende der NS-Herrschaft aussehen sollte. Pluralismus, Gewaltenteilung, Menschenrechte, europäische Zusammenarbeit und soziale Sicherung waren nur einige der dort vertretenen Prinzipien, die später Eingang ins deutsche Grundgesetz fanden. Auch in die Attentatspläne vom 20. Juli 1944 war Delp eingeweiht. Doch nach dem Scheitern des Anschlags wurde der Jesuit wie die anderen Mitglieder des Kreisauer Kreises verhaftet und schließlich zum Tode verurteilt. Seine Asche verstreute man auf ausdrücklichen Wunsch Hitlers, um jedes Andenken an ihn unmöglich zu machen. Dass dieses Ziel nicht erreicht wurde, machen nicht zuletzt die Ausstellung und der Vortrag von Jörg Fischer deutlich. Dieser appellierte zum Schluss eindringlich an die Schüler, sich vom Vorbild Alfred Delps inspirieren zu lassen und sich für Freiheit, Frieden und Toleranz in der Gesellschaft einzusetzen.



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