Landkreis steigert die Attraktivität seines Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)

Die Rahmenbedingungen für den Öffentlichen Personennahverkehr speziell im ländlichen Raum werden sich in den kommenden Jahren durch verschiedene Entwicklungen (wie z. B. der Alters- und Bevölkerungsentwicklung, der Flexibilisierung der Arbeitszeiten oder der zunehmenden Individualisierung und Flexibilisierung im Freizeitverkehr) nachhaltig verändern. Trotz rückläufiger Bevölkerungsentwicklung werden die Menschen in der Zukunft aber vor allem ein höheres Lebensalter erreichen.

Die Vorhaltung einer angemessenen ÖPNV-Anbindung für den Landkreis ist daher von hoher struktureller Bedeutung, sichert gleichwertige Lebensverhältnisse und verhindert die Entvölkerung kleiner Ortschaften. Diese sind und bleiben als Wohnstandorte nur dann attraktiv, wenn eine öffentliche Verkehrsinfrastruktur eine ausreichende Mobilität sicherstellt. Mobil zu sein ist, wie Landrat Stefan Rößle betont, nicht immer nur ein Bedürfnis; vielmehr haben die Menschen im ländlichen Raum oft gar keine andere Wahl, wenn Einrichtungen der Grundversorgung (Supermarkt, Bäcker, Bank) vor Ort wegfallen.

Laut Landrat Rößle hat daher der Landkreis Donau-Ries in den vergangenen Jahren den Etat für den Öffentlichen Personennahverkehr deutlich aufgestockt, um das Angebot zu sichern und attraktiver zu machen. Im Jahr 2009 sind knapp 440.000 € Eigenmittel des Landkreises in den ÖPNV geflossen, im Jahr davor waren es nur knapp 170.000 €. Denn seit der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes im Jahr 2007 sind eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV im Landkreis Donau-Ries durchgeführt worden. So sind auf fast allen Kursen der ÖPNV-Linien im Landkreis Donau-Ries mittlerweile die Kriterien der ausreichenden Verkehrsbedienung umgesetzt worden.

Im Oktober 2008 haben wir im Landkreis Donau-Ries die ersten Rufbus-Pilotprojekte von Donauwörth auf die Monheimer Alb und im Ries eingerichtet. Ein absoluter Erfolg war die Einführung des Lechbusses im Juni 2009, den bislang bereits über 12.500 Fahrgäste genutzt haben. Der Kreistag hat erfreulicherweise vor kurzem mehrheitlich beschlossen, das Angebot des Lechbusses auf die gesamte Gemeinde Marxheim auszudehnen und die bedarfsorientierten Verkehre im Bereich Monheimer Alb und Ries flächendeckend auszubauen. Alle bedarfsorientierten Verkehre werden auch am Samstag sowie abends bis ca. 20.30 Uhr angeboten. Der Landkreis wird damit auch in den Folgejahren verstärkt in einen möglichst attraktiven ÖPNV investieren und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raums.

Trotz dieser positiven Entwicklung im ÖPNV können wir uns auf dem bereits Erreichten aber nicht ausruhen betont Landrat Rößle. Aus diesem Grund wurden aktuell auch schon wieder neue Projekte in Angriff genommen. Der Landkreis Donau-Ries wird als Praxispartner dem Odenwaldkreis zur Verfügung stehen, der zusammen mit der Goetheuniversität Frankfurt eine Studie zur Sicherstellung nachhaltiger Mobilität im ländlichen Raum unter Berücksichtigung des demografischen Wandels durchführen will. Wichtig ist bei einem solchen Forschungsvorhaben die Übertragbarkeit auch auf andere, d.h. die Beteiligung von Praxispartnern, die gleiche Problemstellungen haben. Landrat Rößle hofft, dass Erkenntnisse aus dieser Studie auch dem ÖPNV im Landkreis Donau-Ries neue Impulse geben können, die wir dann in unsere weiteren Planungen einfließen lassen können.

Im Zuge einer weiteren aktuell laufenden Maßnahme wird derzeit die Qualität unserer Marketingaktivitäten von Schülern des Donauwörther Gymnasiums im Rahmen des so genannten Seminar P untersucht. Auf die Ergebnisse der Fahrgast- und Bürgerbefragung ist Landrat Rößle schon sehr gespannt.

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