Kinderschutz geht alle an: Arbeitskreis veranstaltet Fortbildungsnachmittag zum Thema Kindeswohlgefährdung
Bereits zum dritten Mal lud der Arbeitskreis „Primärprävention zum Kinder-schutz“, der sich aus der Kinderschutzkonferenz des Landkreises Donau-Ries gebildet hat, zu einer Fortbildung ein. Nach den Lehrern der Grund-, Förder- und weiterführenden Schulen waren dieses Mal Tagesmütter sowie die Erzieherinnen und Erzieher der Kindertagesstätten angesprochen. Die Veranstaltung fand am 25. Februar in der Märker-Kantine statt und stieß auf großes Interesse. Claudia Wernhard vom Landratsamt Donau-Ries, die zusammen mit ihrer Kollegin Stephanie Müller diesen Nachmittag organisiert hatte, konnte auch im Namen von Landrat Stefan Rößle mehr als 80 Teilnehmerinnen begrüßen. Wernhard bedankte sich besonders bei Ellen Märker und der Geschäftsführung von Märker Zement, die die Räumlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt hat-ten und auch für die Bewirtung sorgten. „Kinderschutz braucht mehr als nur Aufmerksamkeit. Er braucht Struktur und eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit“, so Wernhard. Der Landkreis setzt sich deshalb nicht zuletzt mit Hilfe des Arbeitskreises gezielt für den Ausbau eines Netzwerkes ein.
Konkretisiert wurde das Fortbildungsthema „Kindeswohlgefährdung - erkennen, einschätzen, handeln“ durch verschiedene Referate, die zum großen Teil Mitglieder des Arbeitskreises hielten.
Dr. Ernst-Otto Gley, Kinderarzt in Nördlingen, erklärte zuerst die „beobachtbaren“, medizinischen Faktoren der Kindermisshandlung und zeigte körperliche und seelische Erkennungsmerkmale auf. Dass Kindeswohlgefährdung sehr oft in der Überforderung der Familie ihre Ursache hat, erläuterte anschließend Liane Ulrich, Leiterin der Frühförderung der Lebenshilfe Donau-Ries. Neben den vielen Risikofaktoren ergeben sich durch ein gutes Umfeld immer wieder Möglichkeiten für Kinder, Stärke zu entwickeln und schwierige Situationen zu meistern.
Wie aber soll man vorgehen, wenn ein erster Verdacht auf Kindesmisshandlung aufkommt? Vesna Milijic von der Heilpädagogischen Tagesstätte in Donauwörth zeigte auf, wann der sofortige Weg zum Jugendamt notwendig ist und in welchen Fällen das Gespräch mit einer Fachkraft erste Hilfe vor Ort bieten kann. Josef Merkle von der Beratungsstelle für Jugend und Familie (Jugendamt) referierte über Möglichkeiten und Grenzen des Allgemeinen Sozialdienstes und stellte sich den zahlreichen Fragen der Teilnehmerinnen. Zum Abschluss bedankte sich Claudia Wernhard, die die Moderation übernommen hatte, bei allen Referenten für ihre interessanten Ausführungen und bei den Teilnehmerinnen für ihre Aufmerksamkeit.
Bildunterschrift: Dr. Gley sprach über Faktoren des Kinderschutzes aus ärztlicher Sicht.




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