Kamishibai und Pinguin

Bibliotheksleiterin Kathrin Häffner gab Tipps für fesselnde Vorlesestunden (Foto: Katheder-Göllner)
„Es gibt ganz, ganz viele Möglichkeiten, um Ihre Vorlesestunden spannend und abwechslungsreich zu gestalten“, stimmte Kathrin Häffner etwa 15 Lesepatinnen und Lesepaten auf einen kurzweiligen Nachmittag ein. Die Bibliotheksleiterin plauderte aus ihrem Erfahrungsschatz; sie ermunterte die Runde aber auch dazu, eigene Tipps und Tricks zu verraten.

Zum vierten Mal hatte das Lokale Bündnis für Familie Donau-Ries Lesepatinnen und Lesepaten zum Informations- und Erfahrungsaustausch eingeladen, dieses Mal in die Stadtbibliothek nach Nördlingen. In vielen Kindergärten, Schulen, Büchereien und anderen Orten lesen mittlerweile ehrenamtliche Lesepaten Kindern vor. „Da liegt es doch nahe, Erfahrungen und Tipps untereinander auszutauschen und Anregungen für Neues zu geben“, berichtet Günter Katheder-Göllner, Familienbeauftragter und Bündniskoordinator. Ein bisschen Theorie, viele Erfahrungen aus der Praxis und Kamishibai zum Anfassen erwarteten die Lesepatinnen und Lesepaten an diesem Nachmittag. Kamishi-was?

Kamishibai und ein Pinguin

„Kamishibai stammt ursprünglich aus Japan und heißt übersetzt Papiertheater“, klärte Kathrin Häffner die neugierigen Lesepatinnen auf. In einem Holzrahmen befänden sich Bilder, die eine Geschichte illustrieren. Ein paar Beispiele hatte Kerstin Pflanz mitgebracht. Sie ist Bibliotheksleiterin in Oettingen und will das Erzähltheater dort demnächst ausprobieren. „Ich bin gespannt, wie Kamishibai bei den Kindern ankommt“, sagte Pflanz und versprach den Teilnehmerinnen: "Natürlich geben wir unsere Erfahrungen damit dann gerne an Sie weiter." Denn einige der Vorleserinnen hatten bereits signalisiert, diese Methode in ihren Vorlesestunden ausprobieren zu wollen.

Bilder sind ein bereicherndes Element beim Vorlesen, Rituale schaffen den Rahmen und die richtige Atmosphäre dafür. „Wenn meine Klangschale ertönt, dann wissen die Kinder: Jetzt heißt es leise sein und Zuhören!“, erzählte eine Teilnehmerin. Anderswo stimmt eine Rassel auf die Vorlesestunde ein. Und in Oettingen wissen mittlerweile viele Kinder, wenn Kalle-lies-mal, der Pinguin, seine Scholle verlässt, dann ist Vorlesezeit in der Stadtbibliothek.
Singen, Basteln, Bewegen – aber klar!

Weil gerade bei kleinen Kindern die Aufmerksamkeitsspanne noch relativ kurz ist, sind Unterbrechungen beim Vorlesen sinnvoll. Zwischendrin Singen oder ein Bewegungsspiel machen sorgt für Abwechslung; hinterher können die Kinder dann wieder konzentriert lauschen. „Beziehen Sie die Kinder in die Geschichte ein“, empfahl die Expertin Kathrin Häffner weiter. „Spielen Sie die Geschichte mit Playmobilfiguren nach, ermuntern Sie zum Nacherzählen, malen oder basteln Sie mit den Kindern etwas mit Bezug zum Thema!“
Fortsetzung folgt

„Fast alles ist erlaubt, was Ihre Vorlesestunden fesselnder und vielfältiger macht“, fasste Günter Katheder-Göllner zum Ende der Austauschrunde zusammen. Viel zu schnell verging wieder einmal die Zeit. Moderator Katheder-Göllner versprach, dass es in der nächsten Zeit weitere ähnliche Veranstaltungen geben werde. Der Familienbeauftragte dankte am Ende dieses Nachmittags den ehrenamtlichen Lesepatinnen für ihr Engagement: „Denn Lesen und Vorlesen kann man nie genug“.
Für ihn und Landrat Stefan Rößle ist das Bündnisprojekt „Leseland Donau-Ries“ eines der schönsten Puzzleteilchen für einen familienfreundlichen Landkreis. „Vorlesen spielt eine so wichtige Rolle für die sprachliche und soziale Entwicklung unseres Nachwuchses“ meint der Landkreischef. „Deswegen freue ich mich über die vielen, vielen Lesepaten, die dafür sorgen, dass Kinder erleben können, welch großer Schatz das Lesen und Erzählen ist.“

Hintergrund

o Das Projekt „Leseland Donau-Ries“ wurde vom Lokalen Bündnis für Familie ins Leben gerufen. Mittlerweile gehören etwa 100 Lesepatinnen und Lesepaten zum Kreis, dazu Initiativen (z.B. RainLesen) und die Bibliotheken im Landkreis.
o Ziel ist es, Kinder für das Lesen zu interessieren, ihnen das Lesen „schmackhaft“ zu machen und so einen Beitrag zur aktiven Sprachentwicklung von Kindern zu leisten.
o Dazu kommen die ehrenamtlichen Lesepaten in Kindergärten und Grundschulen und lesen dort regelmäßig oder bei besonderen Anlässen einer Gruppe von Kindern oder einer Klasse vor.
o Seit 2010 gibt es auch „Sprachpaten“, die durch gemeinsames Lesen und Vorlesen gezielt die Sprachentwicklung und Lesekompetenz einzelner Schülerinnen und Schülern unterstützen.
o Interessierte können sich gerne an den Familienbeauftragten des Landratsamtes, Günter Katheder-Göllner wenden: Tel. 0906 / 74 198 oder per E-Mail: familienbeauftragter@lra-donau-ries.de
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