Johanniter kämpfen gegen den plötzlichen Herztod - Donauwörther bekommen weitere Defibrillatoren

Der Defibrillator der Sparkasse in der Reichsstraße: Links befindet sich das Notruf-Telefon, über das die Integrierte Leitstelle erreicht wird. Diese öffnet den Kasten, in dem sich der Defibrillator befindet.

„Dank der großzügigen Unterstützung der Donauwörther Mondspritzer, des Rotary-Clubs, der Sparkasse und der Volksbank-Raiffeisenbank konnte in den letzten Wochen ein dichtes Netz an öffentlich zugänglichen Defibrillatoren in Donauwörth aufgebaut werden“, freut sich Volker Geßner von den Donauwörther Johannitern. Der Erste-Hilfe-Ausbilder kümmert sich leidenschaftlich um sein Projekt „Defis für Donauwörth“, um „gegen den plötzlichen Herztod gemeinsam mit der Bevölkerung anzukämpfen.“

Der Initiator der Johanniter-Aktion Volker Geßner ist stolz darauf, was bisher schon erreicht wurde: „Donauwörth liegt mit den zahlreichen Defis an öffentlichen Orten jetzt an vorderster Stelle der vergleichbaren bayerischen Städte. Wir konnten ein dichtes Netzwerk, vor allem in der Innenstadt, aufbauen.“ Die Standorte der Defibrillatoren befinden sich bei der Sparkasse in der Reichsstraße und in der Bahnhofstraße, in der Volksbank-Raiffeisenbank im Ried, in der Parkstadt und in Riedlingen. Die Geräte sind jeweils im SB-Bereich (bei den Bankautomaten) installiert und somit Tag und Nacht zugänglich. „Während der Bürozeiten wird dieses Netz noch durch zwei Defibrillatoren in der Stadtverwaltung und dem Landratsamt verdichtet“, berichtet Geßner.

Mit einem Defibrillator lässt sich wirkungsvoll das gefürchtete Herzkammerflimmern beenden, das die meisten Menschen, die z. B. wegen eines Herzinfarktes zusammengebrochen sind, aufweisen. „Kammerflimmern besteht nur wenige Minuten, und daher ist es wichtig, neben den Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen, möglichst rasch einen Defibrillator einzusetzen“, weiß Rettungssanitäter und Erste-Hilfe-Ausbilder Volker Geßner von den Johannitern.

Die Geräte sind einfach anzuwenden und erklären jeden notwendigen Schritt.
Vor allem: Man kann keinen Menschen schädigen, denn das Gerät gibt den rettenden Stromstoß nur dann frei, wenn es Herzkammerflimmern erkannt hat. „Zur sicheren und schnellen Anwendung wäre es natürlich günstig, wenn man sich in einem kurzen Lehrgang einweisen lässt“, betont Volker Geßner. Die Johanniter-Unfall-Hilfe bietet solche Lehrgänge regelmäßig kostengünstig an. „In den nächsten Wochen werden darüber hinaus verschiedene Aktionen stattfinden, um der Bevölkerung den Gebrauch der Geräte zu erklären“, verrät Volker Geßner. Denn: „Wir wollen das Netz der aufgestellten Defibrillatoren noch weiter verdichten.“ Daher bitten die Johanniter alle Ärzte, Zahnärzte und Firmen, die bereits einen Defibrillator besitzen, diesen öffentlich zugänglich zu machen und zu kennzeichnen. „Wir wollen eine Liste mit allen Standorten in Donauwörth erstellen“, so Volker Geßner. Alle, die in dieser Liste aufgeführt werden wollen, sollen sich an die Johanniter-Unfall-Hilfe in Donauwörth wenden per E-Mail an donauwoerth@juh-bayern.de oder unter der Rufnummer 0906 70650-0.

Weitere Informationen rund um die Defibrillatoren und aktuelle Kurstermine gibt es im Internet auf www.johanniter-donauwoerth.de

Ablauf einer Wiederbelebungsmaßnahme mit Einsatz eines Defibrillators Ein Mensch bricht zusammen und liegt regungslos auf dem Boden – was ist zu tun?

1. Der Ersthelfer prüft, ob er gefahrlos an den Menschen herantreten kann. Kann der Betroffene durch leichtes Rütteln an der Schulter und lautes Ansprechen nicht zu einer Reaktion gebracht werden, ruft der Ersthelfer laut um Hilfe.

2. Es erfolgt nun 10 Sekunden lang die Atmungskontrolle. Dabei muss der Kopf in den Nacken überstreckt werden.
Ist dabei keine normale Atmung oder auch gar keine Atmung feststellbar, wird der Oberkörper entblößt und unverzüglich mit 30 Herz-Druck-Massagen begonnen. Danach sollten zwei Beatmungen erfolgen, die bei Problemen und Schwierigkeiten aber auch entfallen können.

3. Diese Maßnahme muss fortgesetzt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft.

4. Ein zweiter Helfer läuft zum Standort des nächsten Defibrillators.

5. Über das dort befindliche Telefon wird der Notruf an die Rettungsleitstelle abgesetzt. Die Leitstelle wird informiert, dass man den Defibrillator benötigt. Auf Aufforderung der Leitstelle wird der Hörer wieder aufgelegt.

6. Nach ca. fünf Sekunden ertönt ein Alarmsignal, die Tür des Aufbewahrungskastens kann geöffnet und der Defibrillator kann entnommen werden.

7. Durch Zug an einer Lasche oder Betätigung eines Griffes werden die Elektroden entnommen und gemäß Zeichnung fest auf den Oberkörper des Betroffenen geklebt.

8. Danach wird das Gerät eingeschaltet, und man folgt den gesprochenen Anweisungen. Ist man in der Handhabung unsicher, kann das Gerät auch vor dem Aufkleben der Elektroden eingeschaltet werden und man bekommt detaillierte Anweisungen für das weitere Vorgehen.

9. Meldet das Gerät „Schock empfohlen“, ist sicherzustellen, dass niemand den Betroffenen während der Schockabgabe berührt.

10. Die nun blinkende Schocktaste wird jetzt betätigt.

11. Meldet das Gerät „Kein Schock empfohlen“, ist bei anhaltender Reglosigkeit des Betroffenen noch zwei Minuten Herzdruckmassage durchzuführen.

12. Danach wird durch erneutes Ansprechen und Atmungskontrolle die Kreislauffunktion überprüft und ggf. die Herz-Lungen-Wiederbelebung fortgesetzt, bis der Rettungsdienst und Notarzt eintrifft.

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Tanja Fackelmann aus Augsburg am 10.08.2009 um 08:58 Uhr  
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