Hauptversammlung der Alpenvereinssektion Donauwörth. OB: Kletterhalle überzeugt durch eine überragende Konzeption
Vorsitzender Stefan Leinfelder begrüßt im gut besetzten Tanzhaussaal die Stadträte Hofer, Krepkowski, Dr. Musäus, Obermeier (zugleich Ehrenrat), Ortssprecher Eisenwinter sowie die Ehrenräte Mayr und Schnitzer, zudem Bergpfarrer Karg.
Die Anwesenden gedenken der im letzten Jahr Verstorbenen: Richard Sigel, Alfons Heigemeier, Josef Merkle, Gertraud Präuner, Gerhard Jacob, Erich Helmreich,Walter Stumpf, Josef Egger, Helga Kammel. Der Vorsitzende zeigt sich dankbar für ein unfallfreies Bergjahr und lobt die Leistungen der umsichtigen und erfahrenen Tourenleiter. Ausbildung sei deshalb ein Hauptschwerpunkt der Vereinspolitik; so auch im vergangenen Jahr. Ausbildungsreferent Mayr habe mit hervorragend geschulten Führern die Basis für ein anspruchsvolles und ausgewogenes Tourenprogramm gelegt. Leinfelder dankt allen die daran mitgewirkt haben, vor allem der nach 17 Jahren scheidenden Tourenreferentin Claudia Reichenbacher. Mit großer Tatkraft und Leidenschaft habe sie nicht nur mustergültig das Tourenprogramm organisiert und kontinuierlich weiterentwickelt; sondern habe sich lange Jahre auch als Ausbildungsreferentin beträchtliche Verdienste erworben.
Leinfelder veranschaulicht den Aufschwung des Vereins anhand der Mitgliederzahlen. Vor 10 Jahren zählte die Sektion noch 800 Mitglieder, heute sind es fast 1800. Diese Entwicklung spiegele sich nicht nur an der Seitenzahl des Jahresheftes wieder – vor 10 Jahren 80, heute 123 Seiten – sondern vor allem in den gestiegenen Aktivitäten und Erwartungen.
Der Wegebau in der Heimat und dem Gebiet rund um Hinterhornbach sei eine der wichtigsten aber auch eine der schwierigsten Aufgaben. Die Sektion habe jährlich zwischen 2.500 € und 4.000 € für Wegebau ohne Materialkosten aufzuwenden. “Ohne die hoch motivierten Wegebaumannschaft, die unter Leitung von Gerhard Wiedenmann in Hinterhornbach über 500 Stunden und unter Johann Obermair in der Heimatregion über 400 Stunden ehrenamtlich geleistet haben, könnten wir diese Aufgabe nicht erledigen“ lobt Leinfelder.
Michael Hesselt erläutert den Planungsstand der Kletterhalle, die zwischen Berufsschule, Neudegger Sporthalle und Hauptschule entstehen wird. Die Lage inmitten des Schulzentrums sei ideal zur Ausübung des Kletterns als Schulsport. Die Planung des Gebäudes (20 x 12 m) und des Umfeldes obliege der Stadt, bei der man stets ein offenes Ohr gefunden habe. Vom ursprünglichen Konzept, die sanitären Anlagen der Neudegger Halle mit zu nutzen, sei man abgekommen. Die Kletterhalle werde eigene Umkleiden, Duschen und Toiletten bekommen. Die Innenausstattung der Halle, die der Sektion obliegt, werde behindertengerecht so gestaltet, dass allen Ansprüchen Rechnung getragen werde. Eine Gruppe von 8 Kletterern kümmere sich um das Projekt. Auf 4 Etagen würden die Aspekte aller Nutzer, vom Anfänger bis zum Spitzensportler, vom Schul- bis zum Krankensport, vom Kletterkurs bis zum Zuschauer berücksichtigt. Neben 600 m² Kletterfläche bis zu einer Wandhöhe von 14 m gebe es auch einen Bereich über 100 m² zum bouldern und einen für die Kleinsten. Mit der Eröffnung der Kletterhalle sei im Herbst zu rechnen.“Ich bin überzeugt, dass sich die Kletterhalle zu einer Attraktion für die Stadt entwickelt“, schließt Hesselt. Anschließend legt Leinfelder die Finanzierung für das Projekt dar, das zurzeit viel Kraft und Zeit binde, nicht zuletzt durch die Spendensammlung. An „Privatspenden“ von Vereinsmitgliedern seien bisher ca. € 33.000,- eingegangen, weitere Spenden seien willkommen und würden benötigt. Der Vorsitzende betont, die Kletterhalle werde künftig zwar ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit sein, jedoch sollen andere Aktivitäten keinesfalls vernachlässigt werden. Er legt einerseits Wert auf die alpine Ausrichtung des Vereins aber auch auf ein vielseitiges Angebot mit sog. Trendsportarten, die inzwischen fester Bestandteil der DAV-Sektion Donauwörth seien und für diese Werbung machen würden. Genauso wichtig seien ihm aber auch gesellschaftliche Verbundenheit, öffentliche Veranstaltungen und Kontaktpflege, weil dies Anerkennung in der Öffentlichkeit bringe. In diesem Kontext sieht er auch Gustav Dinger jun., der mit seinen Aktionen im Naturschutz den Namen der Sektion weit über die Region hinaus trage.
Sorgen bereite ihm die Zunahme der Mitgliederzahlen, die sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt habe. „Es muss uns gelingen, eine tragfähigere Struktur zu finden und die einzelnen Bereiche personell zu verstärken. Den immer höher werdenden Forderungen und Erwartungen stehen immer weniger Mitglieder gegenüber die sich dazu bereit erklären, für die Sektion ehrenamtlich zu arbeiten.“ Leinfelder spricht die dringende Bitte aus, sich im Verein zu engagieren, sei es im Vorstand, als Wegebauer oder in der Jugendarbeit.
Naturschutzbeauftragter G. Dinger jun., nennt in seinem Bericht den Fledermausschutz als eines seiner wichtigsten Anliegen. Hauptaufgabe sei dabei Kontrolle, Schutz und Pflege der Quartiere, zusammen mit der Arge Fledermausschutz . Diese setze sich aus verschiedenen Vereinen und interessierten Personen zusammen. 50 verschiedene Keller, Höhlen usw. und 300 Nistkästen seien dabei ehrenamtlich zu betreuen. Daneben seien diverse Führungen, Schulungen, Beratungen bei Sanierungen und das Ferienprogramm abzuwickeln. Ein Fledermausnotfalltelefon mit Anrufen aus ganz Deutschland sei zu betreuen, ebenso verletzte Fledermäuse. Dinger beendet seinen Vortrag mit dem Appell zum Mitmachen : „Es ist eine interessante und lohnende Aufgabe, melden Sie sich!“
Ausbildungsreferent Mayr zeigt sich erfreut über das große Interesse an Fortbildung im Verein. Neun Mitglieder haben im vergangenen Jahr Qualifizierungen als Kletterbetreuer und Fachübungsleiter sowie diverse Trainerausbildungen abgeschlossen; drei folgen im neuen Jahr.
Mit insgesamt 40 Teilnehmern seien intern verschiedene Kurse durchgeführt worden, z.B. ein alpiner Grundkurs, Kletter- und Eiskurse, Mountainbike- und LVS-Training sowie Spaltenbergung.
Jugendleiter Baumgartner dankt zunächst dem Vorsitzenden für sein überragendes Engagement: „ Ohne Deine Kontakte, Deine Kompetenz und dein Gespür für das Notwendige und Machbare wäre der Verein nicht da wo er jetzt steht und es gäbe auch keine Kletterhalle.“ Benedikt Schmid, Johannes Nödel, Sonja Buhl und Sebastian Braun absolvierten 2010 die Ausbildung zum Jugendleiter/in. Baumgartner anerkennt die Bereitschaft für diesen umfassenden ehrenamtlichen Einsatz. Er lässt einen Abriss über die zahlreichen Aktivitäten im vergangen Jahr folgen. Vordringliche Zielsetzung für 2011 sei die Stabilisierung der Jugendarbeit sowie die Vorbereitung auf die Kletterhalle.
Nach dem Kassenbericht von Schatzmeisterin Reißer der mit Mehreinnahmen abschließt,
stimmt die Versammlung einstimmig der von den Kassenprüfern Stephan und Haselmayr vorgeschlagenen Entlastung der Vorstandschaft ebenfalls zu, wie dem von Reißer anschließend vorgetragenen Haushaltsvoranschlag.
Der 40jährige Ottmar Müller wird nach kurzer Vorstellung einstimmig als neuer Tourenreferent gewählt. „Ich war früher schon in der Jugendarbeit im Verein tätig und bint bestrebt, für alle die Spaß haben wollen ein interessantes Tourenprogramm auf die Beine zu stellen“, führt er aus. Sein Ziel sei es ein positives und vielfältiges Bild der Sektion nach außen aufzuzeigen und den Mitgliedern Heimat im Verein zu bieten. Die Zusammenarbeit mit anderen Sektionen möchte er ankurbeln. Er dankt Reichenbacher für die bisher geleistete Arbeit auf der er vorzüglich aufbauen könne. Anhand einiger Highlights stellt er das neue Programm vor, das aufgrund der vielen Sparten sehr abwechslungsreich sei.
Arno Mayr präsentiert das neu geschaffene Alpin-Center im Vereinsheim, das der Kommunikation unter Bergsteigern dienen soll. Das Touren-Team sei dort für die Einschreibungen beheimatet, Tourenbesprechungen für Programmtouren finden statt und Ausbildungsveranstaltungen seien geplant. Es ist die Bildung eines großen alpinen Bekanntenkreises vorgesehen, aus dem sich gemeinsame Tourenaktivitäten und wechselnde Tourenpartnerschaften ergeben. Beratungen für private Touren werden angeboten, die Hochtourengruppe arbeitet Touren aus und die Tour des Monats, die nicht im Programm steht, werde geplant. Für 2011 sei beabsichtigt eine Art `virtuellen Marktplatz´ als zentrales Kommunikationsinstrument mit Forum im Internet zu entwickeln.
Erich Bäcker, der augenblicklich zusammen mit Stefan Rösch eine neue website entwickelt, legt dar, was für die Zukunft geplant sei. Die Sparten können zukünftig Berichte und Bilder selbst einstellen. Das neue Forum soll ähnlich funktionieren wie youtoube oder dergl. Die Sektion wolle mit der Zeit gehen und den Internet-Auftritt modern und interessant gestalten.
Oberbürgermeister Neudert bescheinigt in seinem Grußwort der Sektion ein erfolgreiches Jahr 2010 und sieht, nach dem was er bisher gehört hat, auch dem neuen Jahr hoffnungsvoll entgegen. Die Kletterhalle überzeuge durch eine überragende Konzeption, die auf Donauwörth zugeschnitten sei. Eine arbeitsintensive Wegstrecke sei zurückgelegt worden, wofür er allen dankt, die in die Planungen eingebunden sind, allen voran dem Motor und Lenker Leinfelder. Er wünscht der Sektion weiterhin ein gedeihliches, menschlich wohltuendes Jahr.





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