Betreuungsverein der Caritas Donau-Ries zu Gast im Landtag

von links: Ralph Geiger, Alexandra Myshok, Thomas Kreuzer, Regina Hinterleuthner, Joachim Unterländer

Caritas. Caritasverband freut sich über Einladung in den Landtag


Donauwörth/Nördlingen/München (mg).
Die Betreuungsvereine in Deutschland stehen unter hohem finanziellem Druck, so Caritas-Geschäftsführer Martin Gaertner. Steigende Lohnkosten und die zu geringe Vergütung führen zu einem finanziellen Defizit. Die Vergütungssätze der Vereine sind seit 10 Jahren nicht angehoben worden! In diesem Zuge wurde seitens der Betreuungsvereine der Katholischen Wohlfahrtsverbände im Herbst diesen Jahres mit einer bundesweiten Aktion auf die defizitäre Lage aufmerksam gemacht (wir berichteten).

Daraufhin wurde der Caritas Kreisverband von Thomas Kreuzer (Mitglied des Landtags und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei) in den Landtag nach München eingeladen, um aktuelle Probleme und Zukunftsperspektiven der Betreuungsvereine zu besprechen. Ein Lichtschein am Horizont, mehr habe ich nicht wahrgenommen, so Gaertner.

Betreuungsvereine arbeiten defizitär


Ralph Geiger, Koordinator des Betreuungsvereins des Caritas Kreisverbands schilderte nochmals die aktuellen Problemlagen. Die fehlende Zeit, steigende Lohnkosten, die zu gering finanzierten Querschnittsaufgaben und die seit zehn Jahren nicht erhöhte Betreuervergütung zwingen die Betreuer immer mehr Betreuungen anzunehmen. Die Querschnittsaufgaben (Beratung ehrenamtliche Betreuer, Beratung zum Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung etc.), welche Betreuungen vermeiden und somit die öffentlichen Gelder wiederum schonen sollen bleiben deshalb oft auf der Strecke.

Alexandra Myhsok vom Landesverband Bayern berichtete, dass eine Erhöhung der Betreuervergütung unumgänglich ist, damit eine angemessene Arbeit durchführbar bleibt. Regina Hinterleuthner vom Diözesan-Caritasverband Augsburg und Dachverband führte an, dass die Querschnittsaufgaben zum einen zu schlecht bezuschusst werden, zum anderen die bürokratischen Verfahren hierfür zu aufwendig sind. Dank geht hingegen an den Landkreis, so Gaertner, wo das Verfahren einfach sei. Der Zuschuss des Landkreises in Höhe von 4.000,-- € in 2014 sei hilfreich, aber selbstverständlich könne dieser die steigenden Kosten nicht ausgleichen.

Betreuungsvereine als wichtiger Bestandteil des Betreuungswesens


Die Betreuungsvereine sind für das Betreuungswesen unentbehrlich, so MdL Thomas Kreuzer. Das Subsidiaritätsprinzip stehe immer im Vordergrund und nicht staatliche Institutionen sollten soziale Aufgaben immer vorrangig ausführen, weshalb diese auch angemessen unterstützt werden sollen. Die Querschnittsaufgaben sollen noch im nächs-ten Jahr um fast fünfzig Prozent erhöht werden. Die Erhöhung der Betreuervergütung sei natürlich mit erheblichen Mehrkosten für Bund und Länder verbunden. Angesichts steigender Ausgaben im Sozialwesen werde die Durchsetzung hierfür nicht einfach sein, aber Herr Kreuzer werde sich hierfür im Justizministerium einsetzen. Der Wohlfahrtsverband kann das nicht verstehen, da die letzte Änderung vor 10 Jahren war und eine ungerechte Behandlung dieser Arbeit im Gegensatz zu anderen nicht nachvollziehbar ist. MdL Wolfgang Fackler und Mitglied des Caritasrates habe in einem letzten Gespräch Hilfe angeboten und denkt, dass eine Erhöhung möglich sein wird, so Gaertner. Eine Erhöhung alleine wäre aber zu kurz gesprungen. Eine automatische jährliche Anpassung wäre auch notwendig, wie es die Politik auch in Ihren Reihen schon eingerichtet hatte.
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