Familienfreundlichkeit als Markenzeichen
Der Landkreis als familienfreundlicher Arbeitgeber – Überprüfung wird fortgesetzt
Drei Jahre ist es her, dass der Landkreis Donau-Ries als familienfreundliche Verwaltung ausgezeichnet wurde. Für einen der ersten Landkreise Bayerns nahm Landrat Stefan Rößle damals das Grundzertifikat „audit berufundfamilie“ aus den Händen von Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen entgegen. Viel hat sich seit dieser Zeit bewegt, aber der Landkreis will sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen. Mit dem Entschluss zur Re-Auditierung will der Landkreis zeigen, dass er es ernst meint mit dem Vorhaben einer familienbewussten Personalpolitik.
Das audit berufundfamilie® der Hertie-Stiftung ist keine Momentaufnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Das erste Zertifikat wurde dem Landkreis Donau-Ries bereits im Jahre 2006 ausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt wurden konkrete Maßnahmen und Ziele erarbeitet, deren Umsetzung jährlich durch die Hertie-Stiftung überprüft wurden. Nur wenn die vereinbarten Ziele erreicht werden, erhalten die Teilnehmer erneut die Zertifizierung. „Der Prozesscharakter des Zertifikats ist für uns als Kreisverwaltung auch Verpflichtung zu sagen: Wir wollen den familienfreundlichen Weg gemeinsam weitergehen!“, so Landrat Stefan Rößle.
Bei der sogenannten Re-Auditierung geht es nun - neben der Überprüfung, ob die Ziele tatsächlich auch erreicht wurden – darum, für weitere drei Jahre neue Ziele zu formulieren und Maßnahmen zu deren Umsetzung zu überlegen.
„Dazu fanden im Juli 2009 zwei Auditierungsworkshops statt", berichtet Günter Katheder-Göllner, der in der Kreisverwaltung die Projektleitung für das Audit innehat.
„Der Landkreis Donau-Ries steht als Arbeitgeber in punkto Familienfreundlichkeit schon jetzt gut da“ bilanzierte Personalratsvorsitzender Alexander Im bei der Auftaktveranstaltung. Diesen Eindruck bestätigten seine Kolleginnen und Kollegen: Gleitende Arbeitszeit, verschiedene Teilzeitmodelle, Job-Sharing, eine gute Flankierung von Elternzeit bieten Müttern und Vätern sehr gute Rahmenbedingungen um Beruf und Familie in Einklang zu bringen. „Ganz wichtig: Wir suchen im Bedarfsfall immer auch gemeinsam nach individuellen Lösungen“, ergänzt Personalleiterin Ingrid Eicher. Mit vielfältigen Mitteln wurde versucht, Beschäftigte und Führungskräfte für die Sache ‚Vereinbarkeit’ zu gewinnen. Das reicht von Angeboten zur Gesunderhaltung über eine dicke Sonderausgabe der hausinternen Mitarbeiterzeitung zum Thema Vereinbarkeit bis hin zu verschiedenen Checklisten für Führungskräfte (z.B. zur Verbesserung der Kommunikation unter dem Aspekt Teilzeitarbeit).
Zukünftig sollen beispielsweise eine weiter flexibilisierte Arbeitszeitenregelung, ein Kontakthalteprogramm für Beschäftigte in Elternzeit und die Bedarfsermittlung für Kinderbetreuungsangebote das bereits geschaffene Angebot ergänzen. Vereinbarkeit soll Bestandteil von Führungsleitlinien werden, Vereinbarkeitslotsen sollen als interne Ansprechpartner im Bedarfsfall weiterhelfen und mit Checklisten können zukünftig interne Veranstaltungen auf ihre Familienfreundlichkeit hin untersucht werden. All diese Angebote ermöglichten Freiräume für die Familie.
Auch für besondere Aspekte wie die Rolle der Väter, die vermehrt in der Familie aktiv sein wollen, und die Bedeutung der Pflege, die aufgrund der sich demographisch verändernden Gesellschaft an Wichtigkeit zunimmt, ließen sich mithilfe des Audits frühzeitig Lösungen für den Arbeitsalltag erarbeiten, führt der Familienbeauftragte Katheder-Göllner weiter aus.
Bis Anfang Dezember heißt es nun erst einmal ausharren für Landrat Stefan Rößle und sein Audit-Team. Bis dahin wird die gemeinnützige Hertie-Stiftung die eingereichten Unterlagen prüfen und anschließend darüber entscheiden, ob der Landkreis Donau-Ries das Zertifikat „Familienfreundliche Verwaltung“ ein zweites Mal bekommt.
"Wir sind da sehr zuversichtlich!“ so der Landkreischef, „aber wir werden die Möglichkeiten für Beschäftigte mit Familie natürlich so oder so weiter verbessern. Dies gilt sowohl für die Rahmenbedingungen für Beschäftigte mit Kindern als auch für die Pflege von Familienmitgliedern." Und weiter erklärt Rößle: „Als kommunale Behörde wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und die Familienfreundlichkeit auch künftig in den Mittelpunkt stellen. Die erneute Zertifizierung – die wir anstreben - sehe ich als zusätzlichen Ansporn, diesen Weg weiter zu gehen.“
Hintergrund
! Das audit berufundfamilie® - eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Frankfurt - ist ein Management-Instrument, um ein Umdenken in Unternehmen zu initiieren und eine familienbewusste Personalpolitik zu unterstützen.
! Das Wort „Audit“ bedeutet: Systematische Überprüfung und Bewertung durch Fachleute nach vorgegebenen Checklisten.
! Bei der Durchführung des audit berufundfamilie® werden die Stärken und Schwächen der familienbewussten Personalpolitik eines Unternehmens oder einer Institution beleuchtet. Es werden Impulse für neue Handlungsstrategien gegeben und ein Umdenkprozess im Unternehmen initiiert.
Erfolgreich auditierte Unternehmen berichten, dass sie ihre Kosten senken konnten durch die neuen Herangehensweisen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivierter und mit einem höheren Identifizierungsgrad mit dem Unternehmen an ihre Aufgaben gehen.



Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .