Was ist Europa? Europa ist beispielsweise, wenn sich 17 Lehrer und elf Schüler aus neun Ländern zusammentun, reden, arbeiten, Spaß haben, Neues im Bekannten und Bekanntes im Neuen entdecken. Das passiert derzeit an der Donauwörther Hans-Leipelt-Schule: Dort sind seit Samstag Lehrer und Schüler aus Rumänien, Finnland, Italien, Österreich, Polen, Großbritannien, Spanien und Frankreich zu Gast, um sich eine Woche lang im Rahmen des „Euro-lab-Programms“ (Learning and Teaching Across Borders) über Strukturen, Inhalte und Methoden der jeweiligen Schulsysteme auszutauschen.
Diese Zusammenarbeit wird im Rahmen des Comenius-Schul-Projekts von der EU gefördert und findet bereits seit drei Jahren an wechselnden europäischen Orten statt. Entstanden ist daraus bereits eine interne Internet-Plattform, die den beteiligten Lehrern Informationen und Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt.Auch eine öffentliche Homepage ist in Arbeit. Koordiniert wird das Projekt von Martina Wenzel, Lehrerin an der Hans-Leipelt-Schule, die zusammen mit dem dortigen stellvertretenden Schulleiter Helmut Straßer die deutsche Delegation im Rahmen des EU-Programms bildet. Neben der EU-Unterstützung ermöglichte vor allem die vielseitige Unterstützung vor Ort die Projektwoche in Donauwörth. So bedankt sich Helmut Straßer in diesem Zusammenhang bei Eltern, Schülern, Förderverein und Lehrern der Hans-Leipelt-Schule ebenso wie bei lokalen und regionalen Betrieben wie der Raiffeisen-Volksbank Donauwörth, der Sparkasse Donauwörth, Datentechnik Langer, ECD und dem Käthe-Kruse-Werk. Auch Stadt und Landratsamt Donauwörth unterstützen, so Straßer, das Unternehmen tatkräftig.
So betonte Landrat Stefan Rößle, der die Projektteilnehmer gemeinsam mit Oberbürgermeister Armin Neudert am Montag im Landratsamt begrüßte, wie wichtig eine solche Annäherung im schulischen Bereich sei, gerade im Hinblick auf den europäischen Arbeitsmarkt, aber auch auf die bereits übliche internationale Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Sektor. Wesentlich sei aber auch, so Landrat Rößle, dass neben den Arbeitsergebnissen auf diese Weise auch persönliche Kontakte und vielleicht sogar länderübergreifende Freundschaften entstünden. Zumindest im Kreis der Projektteilnehmer funktioniert diese Kombination von privatem und beruflichem Austausch bereits bestens. Während die ausländischen Schüler am Unterricht der Fachoberschule teilnehmen beziehungsweise in Gruppen eigene Projekte durchführen, erarbeiten die Lehrer gemeinsame Erkenntnisse zum Schulsystem, präsentieren Materialien und besuchen Unterrichtsstunden. Daneben kommen aber auch ganz praktische Fragen aufs Tableau: Was macht Ihr mit Schulschwänzern? Wie lange dauert eine Schulstunde? Und müssen Zuspätkommer auch demütig an der Tür klingeln und werden anschließend zum Rektor geführt, wie dies bei einer italienischen Teilnehmerin der Fall ist?
Neben schulspezifischen Problemen bleibt auch etwas Zeit zum Kennenlernen von Land und Leuten. So konnten die Gäste bereits die Wieskirche und Neuschwanstein bewundern, eine Stadtführung durch Donauwörth und eine Bootsfahrt stehen ebenfalls auf dem Programm, bevor die Teilnehmer am Samstag wieder nach Hause abreisen. Doch ein Wiedersehen ist in Sicht: Zum einen stehen bis zum Projektende im nächsten Jahr noch zwei Treffen in Österreich beziehungsweise Polen an, zum anderen sind im Rahmen von „Euro-lab“ bereits einige Austauschprogramme entstanden. So waren beispielsweise Schüler der Donauwörther Fachoberschule bereits in Finnland und Italien zu Gast.









