Ein wunderbares Lied - Teil II


"Ermüdet von des Tages langer Reise,
Die auf erhabnen Antrieb er getan,
An einem Stab nach frommer Wandrer Weise
Kam Bruder Markus, außer Steg und Bahn,
Verlangend nach geringem Trank und Speise,
In einem Tal am schönen Abend an,
Voll Hoffnung, in den wildbewachsenen Gründen
Ein gastfrei Dach für diese Nacht zu finden."
Bruder Markus - vielleicht ein Mönch auf Pilgerreise - das ist von diesem lyrischen Epos die erste eigentliche Szene, die erzählt wird ... .
Von einem Weg also und einem Wanderer, Bruder Markus, erzält das Gedicht.
Fortsetzung folgt :-)
Da mag man jetzt gern ein wenig spazieren gehen!
Die ersten beiden Strophen dieses wunderbaren Liedes wirken wie ein Prolog, einleitend, vorbereitend. Ahnungsvoll fängt die zweite Strophe an:
"Doch glaube keiner, dass mit allen Sinnen
Das ganze Lied er je enträtseln werde:
Gar viele müssen vieles hier gewinnen,
Gar manche Blüten bringt die Mutter Erde;
Der eine flieht mit düsterm Blick von hinnen,
Der andre weilt mit fröhlicher Gebärde:
Ein jeder soll nach seiner Lust genießen,
Für manchen Wandrer soll die Quelle fließen."
Ist das Hybris? Oder der einfache Kunstgriff eines Dichters, der - was für ein Schelm - einfach sein Gedicht etwas interessanter, vielversprechend, gestalten will?
Warum heißt es sonst, dass keiner je mit allen Sinnen er das Lied enträtseln werde?