Über 2.200 Lebensretter ausgebildet - Johanniter legen Bilanz der Ersten Hilfe in Nordschwaben vor
Ein Rettungswagen in Deutschland braucht durchschnittlich fünfzehn Minuten, bis er am Einsatzort eintrifft. Kostbare Zeit, in der Erste-Hilfe-Maßnahmen über Leben und Tod entscheiden können. „Kein Rettungsassistent, kein Arzt und keine Maschine kann das, was in den ersten Minuten versäumt wurde, wieder gutmachen“, weiß Joachim Keil, Rettungsassistent und Ausbildungsleiter bei den Johannitern. „In 60 Prozent aller Fälle ist der Zustand von Notfallpatienten besser, wenn bereits vor dem Eintreffen des Notfallteams Erste Hilfe durch Laien geleistet wurde.“
Dafür bieten die Johanniter in Nordschwaben zahlreiche Erste-Hilfe-Lehrgänge und Spezialseminare für Lebensretter an. „Allein in 2009 haben wir über 2.200 Menschen fit in Erster Hilfe gemacht“, weiß Keil und betont: „Das sind unsere Lebensretter in und für Nordschwaben!“ Denn helfen kann jeder, doch über das „Wie“ herrscht oft Unsicherheit.
Viele Menschen zögern, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. „Doch den einzigen Fehler, den man machen kann, ist es, nichts zu unternehmen!“, sagt der Ausbildungsleiter der Johanniter in Schwaben. Rund 500 Führerscheinbewerber haben in Donauwörth ihren Wissensdurst gestillt, weitere mehr als 290 Teilnehmer in Nördlingen und Lauingen. „In diesem Bereich zählen wir zu den größten Anbietern der Region“, freut sich Keil. „Freunde empfehlen uns weiter, und so kommen oft Generationen von Familien zu unseren Kursen.“
Über 600 Menschen aus der Region haben einen Erste-Hilfe-Kurs bei der Organisation besucht. „Neben LKW-Fahrern oder Lehrern sind es vor allem Betriebsangehörige, die unsere Kurse schätzen“, erklärt Keil. Denn in fast jedem Betrieb müssen Ersthelfer ausgebildet sein; dies ist eine Forderung der Berufsgenossenschaften. Doch mit einem einzigen Kurs ist es nicht getan: „Mindestens alle zwei Jahre muss aufgefrischt werden in einem speziellen Training“, betont Joachim Keil. Diese Lehrgänge haben im vergangenen Jahr 530 Teilnehmer bei den Johannitern besucht.
Für andere Interessensgruppen bieten die Johanniter ebenso Kurse an: Werdende Eltern, Großeltern, aber auch Babysitter und Erzieher sind bei den Johannitern willkommen. Für sie bieten die Ausbildungsexperten ein Spezialseminar in Erster Hilfe am Kind. Knapp 80 Teilnehmer konnten sich vom Konzept überzeugen und haben gelernt, „dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind“, wie Joachim Keil betont: „Bei Kindern gelten andere Erste-Hilfe-Regeln und sie haben oft andere Krankheiten als Erwachsene.“ Und wie die Kleinsten sich gegenseitig selbst in Kindergarten und Schule helfen können, lernen sie übrigens auch bei den Johannitern: 250 „Ersthelfer von morgen“ mehr gibt es seit 2009 in Nordschwaben. Diese Kinder wurden von den Johannitern in Kursen mit viel Spiel und Spaß ausgebildet und wissen jetzt, was sie im Notfall tun müssen, wie der Notruf funktioniert oder Pflaster geklebt werden.
„Trotz der guten Bilanz, gerade auch bei den Kindern, gibt es noch viel zu tun“, sagt Joachim Keil. Denn immer noch beherrschen wenige Menschen das kleine Einmaleins der Ersten Hilfe. Laut einer Forsa-Umfrage haben acht Prozent der Deutschen überhaupt noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, nur 22 Prozent haben innerhalb der letzten drei Jahre an einem Kurs teilgenommen. Bei 70 Prozent der Befragten liegt der Kurs drei oder mehr Jahre zurück. Entsprechend schwach ist die Erinnerung. „In Nordschwaben wollen wir das Gegenteil beweisen und mit unserem Kursangebot erreichen, dass im Notfall hier alle ihren Mitbürgern beherzt und richtig helfen können“, erklärt der Johanniter Joachim Keil.
Aktuelle Kurstermine bei den Johannitern in Nordschwaben gibt es online auf www.johanniter-nordschwaben.de oder unter der Ausbildungs-Hotline 0700 JOHANNITER (0700 5642664837). Kostenlose Erinnerungshilfen zur Ersten Hilfe für das Mobiltelefon gibt es unter www.jamba.de/johanniter zum Herunterladen.





Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .