Arbeitsgemeinschaft Caritas Sozialstationen Donau-Ries gegründet

Die neue ARGE Caritas Sozialstationen Donau-Ries

Die fünf großen Pflegedienste versorgen das Donau-Ries

Mit diesem Jahr nimmt die ARGE Caritas Sozialstationen ihre Arbeit im Landkreis Donau-Ries auf. Mit der Sozialstationen Rain (Gf. Marille Meisinger und PDL Helmut Endter), Donauwörth (Gf. Martin Gaertner und PDL Christian Pothmann), Wemding (Gf. Monika Million und PDL Friederike Schiele) und Monheim (Gf. Karolina Ludwig und PDL Anita Riedelsheimer) für den südlichen Landkreis und Nördlingen (Gf. Blasius Wizinger und PDL Ursula Guggeis) für den nördlichen Raum im Landkreis sind wir als großer Pflegedienstleister im Donau-Ries gut aufgestellt, so berichtet Kreisgeschäftsführer des Dachverbandes Martin Gaertner. Hinzu kommt die dem Verbandsgebiet zugehörige katholische Sozialstation in Dinkelsbühl (Gf. Dr. Albrecht Rüdel und PDL Klaus Gögelein).

Sozialstationen als mittelständische Unternehmen und Wirtschaftskraft

Jede einzelne Sozialstation ist ein mittelständisches Unternehmen für sich selbst. So ist ein Jahresgesamtumsatz der Sozialstationen im Donau-Ries 2005 von 3.333.284 € im Jahr und einem Miterbeiterstamm von 59 Vollzeit-Mitarbeiter/innen ein beachtliches Volumen. Damit ist die Caritas, so Caritasgeschäftsführer Martin Gaertner, einer der führenden Anbieter im Landkreis. Mit dem umfassenden Pflegemanagement und Qualitätsstandards können wir so die Pflege für alte und pflegebedürftige Menschen gewährleisten und damit den Herausforderungen der Zukunft begegnen. Für die 50 Pflegedienste in der Diözese Augsburg stellt der Diözesancaritasverband Augsburg einen eigenen Fachdienst für pflegerische Fragen zur Verfügung, steuert Marille Meisinger, Geschäftsführerin der Sozialstation Rain hinzu.

Diözesanrat der Katholiken empfiehlt: Zuwendung, Trost und soziale Kontakte ermöglichen durch Mitgliedschaft und Spenden für die Pflegedienste

Mit seiner aktuellen Veröffentlichung vom 26. März 2007 „Zeit für Pflegebedürftige“ betont der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg die herausragende Rolle der kath. Pflegedienste. In Deutschland, so der Diözesanrat, sind über 800.000 Menschen pflegebedürftig. Dies erfordere starke Pflegedienste, die auch dem zukünftig wachsenden Pflegebedarf standhalten können. „Weil der Zeitdruck größer wird (…) drohen dem Pflegebedürftigen förderliche soziale Kontakte, persönliche Zuwendung und Trost in den Hintergrund zu geraten, befürchtet der Sachausschuss „Soziales und karitative Fragen“. Auch kirchliche Einrichtungen sehen sich dem Problem ausgesetzt. Deshalb ist konkretes Handeln notwendig. Der Diözesanrat der Katholiken empfiehlt deshalb: Durch Spenden und Mitgliedsbeiträge an die Fördervereine der Sozialstationen kann dem Personal wieder mehr Zeit verschafft werden, um diese menschliche Zuneigung möglich zu machen.

Scheinbar wenig kann viel bewirken. Das kann vom Zuhören und Vorlesen über die Unterhaltung bis hin zum gemeinsamen Gebet reichen. Das Führen eines Rollstuhls ins Freie kann ebenso gefragt sein wie Besorgungen. Ehrenamtliches Engagement ist neben finanzieller Hilfe ebenfalls gefragt. Es seien oft die kleinen Dinge, die für den Pflegebedürftigen bereits spürbare Hilfe darstellen. Christ sein sollte auch durch christliches Handeln geprägt sein, was vor kurzem auch der Dekanatsrat Donauwörth gefordert hat (wir berichteten), so Caritasgeschäftsführer Martin Gaertner. Die Handreichung des Diözesanrates der Katholiken kann bei der Sozialstation Donauwörth oder direkt beim Diözesanrat angefordert werden und ist für Pfarrgemeinderäte und Hilfswillige bestimmt.

Kosteneinsparung, Effizienzsteigerung und gemeinsame Strategien

Mit der neuen „ARGE Caritas Sozialstationen Donau-Ries“ verfolgen die Sozialstationen einen konsequenten Kurs, um Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen zu erreichen. So konnte in der Donauwörther Zeitung eine gemeinsame Anzeige zum Thema „Im Dienste des Menschen“ gemeinsam geschalten werden, die Versicherungsbeiträge des Fuhrparks teilweise verringert und gemeinsame Einkäufe geplant werden. Wir stehen noch am Anfang dieser Möglichkeiten, aber werden diesen Weg ab sofort gemeinsam gehen, so PDL Ursula Guggeis aus Nördlingen.

Ergebnis: Eintrag im neuen Landkreistelefonbuch

Mit dem neuen Landkreistelefonbuch „Ihr Regionales“, welches vor kurzem an jeden Haushalt verteilt wurde, konnte eine Kooperation geschlossen werden. Auf Seite 20 unter Gesundheit und Pflege sind nun die Sozialstationen im Donau-Ries übersichtlich dargestellt, berichtet Gaertner der Sozialstation Donauwörth.

Caritas für alle Kunden da

Wir picken uns nicht nur die „guten“, die lukrativen Pflegekunden heraus, sondern pflegen jeden auf breiter Front, der sich an uns wendet, garantieren die katholisch getragenen Sozialstationen. Hier sind sich die kath. Sozialstationen aber einig, wir sehen unseren christlichen Auftrag darin, jedem zu helfen, betont Monika Million aus Wemding.

Beschlossene Gesundheitsreform schafft neue Probleme

Mit der Gesundheitsreform wurden leider neue Probleme geschaffen und wenige gelöst, bedauert Gaertner. Noch immer können viele Pflegedienste nicht kostendeckend betrieben werden. Das Gesundheitswesen werde künftig durch mehr Bürokratie, mehr Staatsmedizin und weniger Wettbewerb geprägt sein, befürchtet auch die Caritas. Auch die Krankenkassen haben diese Befürchtung geäußert, die mit uns so im selben Boot sitzen. Zudem habe es die Koalition nicht geschafft, die Finanzen der GKV nachhaltig zu stabilisieren und strukturelle Reformen auf den Weg zu bringen, was auch für die Pflegedienst vor Ort nicht auf angemessene Vergütungen hoffen lässt. Nach wie vor wird es notwendig sein, dass die Träger die Finanzen der Sozialstationen stützen. So sind wir auch weiterhin auf die Zuschüsse des Landkreises und der Kommunen angewiesen und sind für diese Unterstützung sehr dankbar.

Mit dem geplanten Gesundheitsfonds 2009 könnten diese Probleme noch verstärkt werden. Dieser Fonds birgt aus Sicht der ARGE Caritas Sozialstationen erhebliche finanzielle Risiken. Die Politik müsse die Zeit nutzen, um die drohenden Gefahren für die Versicherten abzuwenden. Ein neuer Pflegenotstand könnte sonst das Ergebnis werden, befürchtet Karolina Ludwig aus Monheim.

Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft festgelegt

Nicht nur die Kostenreduktion, sondern auch gemeinsame Aktionen und Angebote, Kooperationen und das gemeinsame Gespräch mit unseren Partnern, wie z. B. die Krankenkassen und dem Landkreis, sollen angepackt werden. Regelmäßige Treffen als auch der Geschäftsführer zusammen mit den Pflegedienstleitungen sollen den Austausch fördern und die Qualität sichern. „Nur durch eine strukturierte Zusammenarbeit und die Darstellung als starke, große und professionell arbeitende Gemeinschaft sind die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen“, sind sich alle Geschäftsführer/innen und Pflegedienstleitungen einig.

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