Abendstimmung

Sonnenuntergang über der Wörnitz

Schwarze Wasser
Ruhe Gelassenheit und Friede
kündet nicht Abendrot vom fühen Tod
stirbt der Tag um der Nacht Leben zu schenken
ein Geben und Nehmen
keiner verliert
Tod ist Verzicht
welchen Gewinn kann ich mitnehmen
jeder neue Tag bringt Freude
ich bin ausgeglichen und frei
nekropole
nektar
nektarium
nekton
nemisis
neoplasma
nepp
neptun
nero
nerv
nest
manfred habl nach wörterbuch
der zufall ist der Dichter
zufallen kann auch viel sein
gruß
Wau.
Wolfgang Du bist ein sehr guter Fotograph,
diese Abendstimmung ist ein:"Seelenbild"
es macht mich traurig und zugleich froh.
Es grüßt Dich
Stephan
Danke Euch beiden!
Die Kommentare, die Ihr aufgeschrieben habt, zeigen, dass allerdings Ausdrucksformen, die Saiten in unserer Gefühlswelt berühren, subjektiv und individuell sind, aber zugleich in bestimmten Bildern etwas da ist, das über jede Individualität hinaus ein Verstehen da ist, das uns im Tiefsten zu Gleichen werden lässt: C. G. Jung hat dieses Etwas in uns "archetypisch" genannt, Erlebnisstrukturen, Prinzipien, die unser Menschsein als solches konstituieren. Nichts büßen wir ein, wenn wir uns dessen bewusst werden, wenn wir merken, dass über unser persönlich-reales Empfinden hinaus auch dort und gerade dort ein Kern da ist, der uns ähnlich mathematischer Universalität als Menschen zum Wesenhaften des Menschseins führt.-
Danke auch insbesondere Dir, Manfred für die beiden Gedichte.
Lange ist es her, da ich zuletzt ein Beispiel Konkreter Poesie las. Noch mehr spricht mich das vorausgehende Gedicht an.-
das war die Antort auf die lange Nacht siehe morgenrot von Stephan
"Morgenrot tut gut, die Nacht war lang, Regentropfen warfen Gedanken auf die Straße und jedes Echo, von jedem Ding das sie trafen klingen in meinem Kopf."
p.s.wenn Du noch mehr konkretes brauchst ich habe auch graphisches 10 jahre alt aber unveröffentlicht
... gelungene Aufnahme, aber mich machen diese (ewig dunklen) Sonnenuntergänge auch stets schwermütig.
Frage: Warum wird denn eigentlich von vielen "Fotografen" nicht auch die "Frische" des Morgens - der "Sonnenaufgang - das "Aufwachen" - der "Neue Tag" - der "Beginn" als solches, mehr ins "rechte" Licht gerückt!
Es gibt wohl dafür keinen substantiellen Grund; tatsächlich finde ich in meinem Archiv auch vor allem Sonnenuntergänge, wohl auch deshalb, da die Morgenstunde den allermeisten von uns kaum Gelegenheit gibt, regelmäßig mit Kamera ausgerüstet loszuziehen, um doch einige Zeit zuzubringen, die notwendig ist für eine Fotoaufnahme.-
Aber danke für die Anregung: gerade weil die subtileren Ausdrucksnuancen eines Sonnenaufgang so bedeutend anders sind, wäre es durchaus sinnvoll, auch dieses Motiv fotografisch zu repräsentieren: Stephan hat ja bereits einige Beispiele gebracht ... :-)
Ich sehe das so:
Wenn wir in die Nacht eintauchen (Unterwelt oder was immer), das schlägt sich aufs Gemüt, mit einwenig Hoffnung (Licht) einen neuen Tag zu Leben.
Dein Foto hat diese Farben
Es entschwindet ja für den Betrachter das Licht; dass in Wahrheit die Sonne nicht verlischt, sondern beständig weiterwirkt (hinter dem Horizont des Betrachters), ist zwar eine Einsicht, aber kein Erlebnis des Einzelnen: die Furcht vor dem Sonnenuntergang ist ähnlich normal daher wie die Verunsicherung, die beim Betreten eines dunklen Raums geschieht, bis das Auge sich angepasst hat.
Die Analogie zwischen Sonnenuntergang und der Pforte des Todes ist nahe: ein Sonnenuntergang rührt an dieser existentiellen Erfahrung, die beim Anschauen aufsteigen kann.-
die Sonne strahlt noch immer
wenn sanft der Tag sich neigt,
wenn von des Tages Glimmer
sich die Schönheit zeigt . . .
das Wasser ist der Wolken Spiegel
lässt sie in den See eintauchen,
solch Schönheit ist des Lebens Siegel
das wir Menschen immer brauchen . . .
sie taucht ein
gibt dem See sein Abendlicht,
wirft einen hellen Schein
gibt uns eine and`re Sicht . . .
auf die Schönheit der Natur
die wir oftmals gar nicht sehen,
dabei brauchen wir doch nur
offen durch die Welt zu gehen . . .
Käm ich hier nicht gleich zum Schwärmen, würde ich vor Freude für die Natur wenigsten Luftsprünge machen.
Ganz in der Nähe dieser Stelle (sie heißt hier "Raffalts Garten") gibt es eine alte Eiche, auf der wir als Kinder ein Baumlager bauten: über Generationen hinweg wurde von Kindern dort gebastelt und gewerkelt.
Auch der Biber ist hier wieder heimisch und just dort baute er: Ihr seht also, wir Menschen sind nicht die einzigen, die es hier wunderschön finden.
Dort auch an der Krümmung der Wörnitz, etwas weiter flussaufwärts liegt ein bezauberndes Pappelwäldchen mit einer Fülle schöner Motive: im Frühjahr werde ich sicher noch weitere Fotos von dort präsentieren ... :-)
O. B.: Dieses Gedicht ist wunderschön!
Man mag und soll manchmal träumen bei solchen Bildern . . .
wohl den Menschen, die noch träumen können, für die Sehnsucht, Traum und Geist noch Partner im Alltag sind . . . ihr Leben ist reicher und schöner . . .
wo man sich nur dem Verstand beugt, geht auf Dauer der Mensch verloren . . . verkümmert langsam die Fähigkeit, Wasser in den Brunnen des Lebens nachzuschöpfen . . .
ohne dieses Wasser wird selbst der genialste Verstand verdursten . . . alles nur eine Frage der Zeit . . .
Träumen k a n n zu einem kreativen Moment im Leben werden, eine Quelle der Inspiration, der Ideen und produktiver Lebensgestaltung, insbesondere dann, wenn der Träumende erkannt hat, dass die Ebene, aus der alle Träume stammen, viel authentischer ist, als dies gemeinhin bekannt ist: auch die moderne Psychologie belegt dies; jeder, der diese Quelle einmal erschlossen hat, will sie nicht wieder missen.
Denn der Traum führt uns dahin, wo die Seele gleichsam ganz ihre Sehnsüchte, Wünsche, aber auch Ängste und Aufgaben klar, wenngleich chiffriert, bearbeitet und aufgreift, sich mit dem beschäftigt, wofür der Verstand oft nicht hinreicht.-
Ist der Traum nicht auch irgendwo die Geburtsstunde von Zukunft und Weiterentwicklung des Menschen und der Gesellschaft?
Wie dem auch immer sei, es ist schön, zu schönen Bildern seine Gedanken reisen zu lassen!
Stille - Ruhe - Meditation - Schönheit.
Das drückt für mich das Bild aus.
Ja, stimmt :-) Danke Matthias.
Manchmal lohnt es sich, wie ich jetzt, im Archiv durch Betrachtung zu verweilen ... :-)
Und es lohnt sich auch definitiv, nach über 3 Jahren das Bild nochmal an das Bild erinnert zu werden!
Und meinem Kommentar von damals kann ich immer noch voll und ganz zustimmen!
Geht mir genauso. Ich konnte mich gar nicht mehr an das Bild errinnern. Und als ich es dann angeklickt habe, dachte ich: Wow. Heute noch wie damals. Unvergänglichkeit und Ewigkeit - eine Evergreen. Ich würde sagen, bitte errinnere mich/uns einfach wieder, dami wir wieder mit diesem wunderschönene Bild überrascht werden.
Ein Tag neigt sich: zum Sinnbild siehst Du den Sonnenuntergang, denn was oben zu sehen ist, siehst Du wieder dort im Fluß unten.
Der Fluß strömt weiter - ob Kriege, ob Stürme toben, ob Menschen im Zank und Streit sich zerfleischen oder in Eitelkeiten sich ergehen, ob sie den ewigen Gesetzen des Kosmos huldigen oder im Dunkel ihres Wahns preisen, was keinen Bestand hat im Werden des Seins.
Ein wenig kann der Wanderer am Ufer rasten und aus Quellen schöpfen, die er in sich findet, wenn im Draußen Spiegelwelten das erahnen lassen, was sonst sich in Illusionen schnell verliert.
Das große Rätsel "Zeit" veranschaulicht sich immer und immer wieder neu im Sonnenuntergang am schönsten.-