Grünes Band: Fünfteilige Fernsehserie über die ehemalige innerdeutsche

Mockrehna: Grüne Band | Über 1.000 Kilometer zog sich 40 Jahre lang eine Grenze durch
Deutschland. Da der damalige "Todesstreifen" von kaum einem Menschen
betreten werden durfte, konnten sich dort Tiere und Pflanzen ansiedeln
und erhalten, die anderenorts nirgends mehr zu finden sind. Die
Dokumentation folgt dieser auch "das Grüne Band" genannten Lebensader
von Süden nach Norden und stellt die Landschaften vor, die in
verschiedenen Biosphärenreservaten und Naturparken geschützt sind.

Anlässlich des Jubiläums "20 Jahre Grünes Band" befassen sich
Zeitschriften und Fernsehen intensiv mit dem weltweit einzigartigen
Naturschutzprojekt. ARTE zeigt derzeit eine fünfteilige Dokumentation.

Andreas Kieling: Mitten in Deutschland

Fernab von den Schaubühnen der Politik macht sich der Grenzgänger
Andreas Kieling auf eine Wanderschaft quer durch die Bundesrepublik.
Entlang des ehemaligen Todesstreifens entdeckt er vergessene
Landschaften von atemberaubender Schönheit und faszinierende Menschen,
die darin leben. In großen Bildern entsteht eine Momentaufnahme
deutscher Natur, die keinen naiven, aber einen frischen und
unvoreingenommenen Blick auf das Deutschland von heute wirft. Der
erste Teil führt vom ehemaligen Dreiländereck - Tschechoslowakei, DDR
und Bundesrepublik Deutschland - in der Nähe der bayerischen Stadt Hof
bis ins Coburgerland.

Die Landschaft, die Kieling im ersten Teil seiner Reise durchquert,
wird geprägt vom Abwechslungsreichtum der Wiesen und Wälder, den teils
schroffen Schiefergebirgen und ihrer großen landschaftlichen
Schönheit. Andreas Kieling hat mit dem kalten Wetter zu kämpfen, das
hier Anfang Mai noch herrscht. Entschädigt wird er durch die
Begegnungen mit einer besonderen Natur und ihren Bewohnern, die die
eine oder andere Überraschung für Kieling bereit halten.
Nachdem die innerdeutsche Grenze 1989 gefallen war, fassten die
Naturschützer der Region sofort einen kühnen Plan: Der gesamte
Grenzstreifen vom tschechischen Dreiländereck bis hinauf zur Ostsee
sollte zum Naturschutzgebiet erklärt werden. Mit über 1.400 Kilometern
wäre dies das längste Naturschutzgebiet Europas geworden. Leider ließ
sich der Plan nicht vollständig in die Tat umsetzen. Die Naturschützer
kauften viele Gebiete, die nach der Wende dem deutschen Staat
gehörten. Aber natürlich hatten auch viele ehemalige
Grundstücksbesitzer ein Anrecht darauf, ihr Land zurück zu kaufen, und
Verkehrswege mussten zwischen Ost und West gebaut werden, die die
Grenze zwangsläufig unterbrochen hatten. So stehen heute fast 80
Prozent des ehemaligen Grenzstreifens unter Naturschutz. Das "Grüne
Band" ist deshalb eher eine "Grüne Kette" von Naturschutzgebieten,
aber immer noch ein großer Erfolg für den Naturschutz.
Diese Gebiete geben Andreas Kielings Weg vor und leiten ihn vom
Süden in den Norden der Republik. Hier entdeckt er die Schätze der
Natur, und hier trifft er Menschen, die ihm von ihrer Geschichte mit
der ehemaligen Grenze erzählen.

Mit Andreas Kieling macht sich einer der bekanntesten deutschen
Tierfilmer auf den Weg, um die Natur, die Landschaft und die Menschen
entlang des Grenzstreifens neu zu entdecken. Andreas Kieling ist
neugierig auf die Abenteuer, die ihn erwarten. Für die Zuschauer
richtet er den Blick auf eine Region, die nur allzu lange vergessen
wurde. Der Bereich, in dem Osten und Westen aufeinander trafen, galt
vielen als das Ende der Welt. 20 Jahre nach dem Mauerfall ist es an
der Zeit, eine neu erblühende Landschaft zu entdecken.

40 Jahre wurde Deutschland durch eine Grenze getrennt. Sie war
zugleich Symbol für den ideologischen Graben zwischen dem
kommunistischen Osten und dem kapitalistischen Westen. Als diese
Grenze 1989 endlich geöffnet wurde, entdeckten Biologen und
Naturschützer, dass sich im ehemaligen "Niemandsland", das
jahrzehntelang nur von ein paar Grenzsoldaten betreten werden durfte,
eine außergewöhnliche Natur entwickelt hatte. Viele der hier lebenden
Tiere und Pflanzen standen und stehen bis heute auf der Roten Liste
der bedrohten Arten. Der damalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer
sprach von europäischem "Tafelsilber".

2007 machte sich der Biologe und Kameramann Heribert Schöller ein
Jahr lang auf die Suche nach dem, was vom einstigen "Tafelsilber" noch
da ist. Er entdeckte Erstaunliches. Heute werden viele Bereiche des
"Grünen Bandes" geschützt, zum Teil in groß angelegten Projekten des
Bundesamtes für Naturschutz . Etliche Naturschutzgebiete sind
entstanden, darunter die Biosphärenreservate Rhön, Elbe, Drömling und
Schaalsee sowie ein Nationalpark im Harz.

Fast 1.400 Kilometer führt die Reise über den ehemaligen
"Todesstreifen" vom Vogtland bis hinauf zur Ostsee und berührt von
Süden nach Norden typische Landschaften und Lebensräume. So ist das
"Grüne Band" in höchstem Maße repräsentativ für die Natur Deutschlands
und Mitteleuropas: die Mittelgebirge von Rhön und Harz mit ihren
riesigen Waldgebieten, wo wieder Schwarzstorch und Luchs leben, das
große Urstromtal der Elbe mit seinen Störchen, Seeadlern und den
legendären Elbebibern und nicht zuletzt die Ostsee mit dem freiem
Blick aufs Meer und dem ungewöhnlichen Ruf eines der seltensten Vögel
Deutschlands.

Ähnliche Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere haben Heribert
Schöller und Martin Böttner in ihrer Dokumentation "Naturoase
Truppenübungsplatz" aus dem Jahr 2005 beschrieben, in dem sie zeigen,
wie sich nach dem Abzug der Roten Armee aus der ehemaligen DDR und der
Auflösung der Nationalen Volksarmee ehemalige militärische Sperrzonen
zu neuen Wildnisgebieten entwickelten.

In der deutschen Erstausstrahlung mit dem Titel "Mitten im wilden
Deutschland" erkundet Andreas Kieling auf ARTE die ehemalige
innerdeutsche Grenze - heute der Biotopverbund "Grünes Band" - und
entdeckt deren atemberaubenden Naturreichtum. Kai Frobel,
Artenschutzreferent des Bundes Naturschutz und Projektleiter des "Grünen
Bandes", informiert dabei über das Nationale Naturerbe. In der
darauffolgenden Woche strahlt das ZDF die Serie ebenfalls aus.

SENDETERMINE

ARTE: "Mitten im wilden Deutschland" noch bis Freitag, 30.10.2009,
jeweils um 20.15 Uhr

Di 27.10., 20.15 Uhr: Hohe Rhön und weites Werratal

Mi 28.10., 20.15 Uhr: Wildnis Harz

Do 29.10., 20.15 Uhr: Berlin grenzenlos

Fr 30.10., 20.15 Uhr: Von der Elbe an die Ostsee


ZDF: "Mitten im wilden Deutschland" von Montag, 2.11., bis Freitag, den
6.11.2009, jeweils um 15.15 Uhr

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,7894163,0...

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