Wenn du gesund bleiben willst, dann werd´ besser nicht krank! - Es ist Zeit für uns Patienten, endlich aufzuwachen!
Die Folgen der drohenden Änderungen des Gesundheitssystems waren Thema des 4. Patientenstammtisches, der diesmal in Dillingen im Stadtsaal stattfand. Gast des Abends war Frau Renate Hartwig, die ihr Buch „Der verkaufte Patient“ vorstellte. Die Organisatorin des Patientenstammtisches, Frau Hannelore Kaim, konnte neben einigen Kreis- und Stadträten auch den OB Frank Kunz und etliche betroffene Hausärzte im gut besuchten Stadtsaal begrüßen. Frau Kaim erörterte, dass der Patientenstammtisch eine Plattform sein soll, bei der sich alle Bürger und Bürgerinnen, die sich von den Entwicklungen und Änderungen im Gesundheitssystem betroffen fühlen, zum Austausch treffen können. Der Patientenstammtisch sei nicht gedacht für bereits erkrankte Bürger, sondern sie gehe davon aus, dass ein jeder irgendwann schon mal Patient war oder in Zukunft Patient sein wird, so dass jeder interessierte Bürger zur Teilnahme am Patientenstammtisch willkommen sei. Es ginge hierbei darum, die Bürger und Bürgerinnen darüber aufzuklären, welche gesellschaftspolitischen Änderungen die geplante Gesundheitsreform nach sich ziehen würde, von der alle betroffen seien. Auch wies sie auf die Gefahr hin, dass der Bau von Ärztehäusern in direkter Nachbarschaft zu Krankenhäusern die Attraktivität für große private Konzernkliniken fördern würde, solche Krankenhäuser zu übernehmen.
Die aufschlussreiche Lesung der gesellschaftskritischen Publizistin und Bestseller-Autorin Frau Hartwig aus ihrem Buch „Der verkaufte Patient“ zeigte auf, wie weit der Ausverkauf der Patienten in der Bundesrepublik bereits fortgeschritten ist. Gesundheit ist das höchste Gut für jeden. Und die Güte einer Gesellschaft bemisst sich vor allem an ihrem Umgang mit Kranken, Behinderten, Alten und Schwachen. Anhand erschütternder Beispiele, einer Sachanalyse und entlarvender Details über alte Strippenzieher und neue Einflussnehmer verdeutlicht Renate Hartwig, wie absichtsvoll diese zentrale Säule unseres Sozialstaates abgetragen wird. Da propagieren etwa die Kassen, die elektronische Gesundheitskarte, um jede Ausgabe einem Patienten zuordnen zu können. Niemand hat aber die Mitglieder gefragt, ob sie ihre Daten, deren Hüter - noch - die Hausärzte sind, einer Kasse anvertrauen wollen. Doch die 72 Mio. Versicherten sollen dafür 18 Milliarden Euro aufbringen. Sie kann nur jedem raten, wie ein Löwe dafür zu kämpfen, dass die Gesundheitskarte nebst elektronischer Patientenkarte nie Realität wird.
Ihr Appell an alle: Aufwachen, bevor das Solidarsystem geschleift ist!
Im Anschluss an die Lesung erfolgte eine rege Diskussion zwischen Frau Hartwig, beteiligten Hausärzten und Besuchern der Veranstaltung.
Dr. Jürgen Arnhardt beendete den Abend mit der gesundheitspolitischen Protesthymne „Wir wollen unsern Hausarzt“, in den die Besucher beherzt einstimmten.
www.patient-informiert-sich.de


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