Stonemantrail – eine etwas andere Mountainbikeherausforderung

Werner Oblinger, Roland Stauder, Walter Schaf
 
Der goldene Stoneman

„Der Stonemantrail ist ein Bike-Erlebnis, das man mit einem Traum beginnt und mit einem tiefgreifenden Erlebnis beendet.“ So formuliert Ex-Mountainbike-Profi Roland Stauder diese Herausforderung. 2009, als er seine Profikarriere als einer der erfolgreichsten Mountainbiker beendete, - Gesamtweltcupsieger 2003, Gewinner der knüppelharten Crocodile Trophy in Australien, 7 facher Gewinner des Dolomitenmann usw. - erschuf er den Stonemantrail. Auf der 120 km langen Tour durch die Dolomiten müssen 4560 Höhenmeter überwunden und fünf Checkpoints auf der, durch Steinmännchen gekennzeichneten Strecke, angefahren werden. Ab Startdatum hat man drei Tage Zeit die Strecke abzufahren, die Stempelstellen zu erreichen und zur Kontrolle an die Ausgabestelle zurückzukehren, um die begehrte Trophäe abzuholen.
Die schwerste Herausforderung, dass ganze in einem Tag zu fahren, stellten sich Werner Oblinger und Walter Schaf von der Mountainbikegruppe des DAV Sektion Dillingen. Dieses Ziel, den goldenen Stoneman in ihren Händen zu halten, wollten sie nur durch jahrelang antrainierte Grundkondition, erreichen. So ging es letzten Mittwochnachmittag in Richtung Toblach ins Pustertal, wo noch am Abend die Startunterlagen geholt wurden. Am nächsten Tag in der Früh um 4:45 Uhr ging der Wecker, ein Blick nach draußen, wolkenloser Himmel, nur 4 Grad Plus, die Rucksäcke wurden gepackt und um 5:30 Uhr ging es mit der aufgehenden Sonne los. In unzähligen Kehren bahnte sich der Weg, von dem auf 1100m hoch gelegenen Ort Toblach, auf den 2550m hohen Markinkele hinauf, wobei der wunderbare Blick in die Dolomiten den Kampf gegen die Kälte und den schlechten Weg entschädigte. Gegen neun Uhr wurde dann die erste Stempelstelle auf dem Gipfel erreicht. Aber nur kurz konnte, bei der doch jetzt wärmenden Sonne, das Alpenpanorama genossen werden. Im Süden der Blick auf die drei Zinnen, im Norden auf die schneebedeckten Gipfel des Alpenhauptkammes.
Nun hieß es wieder abfahren. Aber wer meint, hier kann man sich auf den Sattel sitzen und herunterrollen, hat sich schwer getäuscht. Eine technisch anspruchsvolle Abfahrt mit unzähligen Spitzkehren, der Weg nur ein paar Reifen breit, Absätze, Spurrillen, volle Konzentration denn jeder Fahrfehler kann das Ende der Tour bedeuten. Nach einer Stunde Downhill wurde dann Sillian, mit leicht schmerzenden Hand- und Kniegelenken erreicht, wo die, mittlerweile leeren 3 Liter Trinkblasen aufgefüllt wurden. Auf dem kleinsten Ritzel ging es wieder auf die in 2440m hoch gelegene Sillianer Hütte. Kurz unterhalb der Hütte dann der Schock, Wanderer um Wanderer, steile Rampen sodass fast nichts mehr mit fahren ging. Deshalb wurden die letzten 350 Hm geschoben um Kräfte für die weitere Tour zu schonen. Hierbei wurden sie von so manchem Wanderer mit fragenden Blicken beobachtet.
Oben endlich angekommen konnte das Armband mit dem zweiten Stempel verziert werden. Jetzt stand eine kurze Pause an, bei der wieder die atemberaubende Landschaft genossen und die erneut leeren Trinkblasen in der Hütte aufgefüllt wurden. Doch plötzlich eine Frage vom Tisch nebenan: „Fahrt ihr den Stonemantrail?“ Was für ein Zufall, Roland Stauder persönlich! Nach etwas Fachsimpel und einem Erinnerungsbild trennten sich wieder die Wege. Er zum Ausbessern der Markierungen hinunter ins Tal und die beiden weiter auf dem Stonemantrail.
Ab der Sillianer Hütte kam mit Sicherheit der schwerste Teil der Tour, die sogenannte Menschenverlassen Demut-Passage. Auf über 12km ging es dann im hochalpinen Gelände auf einsamen schmalen Pfaden mit kurzen, knackigen Anstiegen und der doch ungewohnten Höhenluft weiter. Hier kam man zum ersten Mal an die körperlichen und psychischen Grenzen, dass immer wieder der Gedanke aufkam, soll man nicht abbrechen und am nächsten Tag weitermachen?
Endlich nach zweieinhalb Stunden die dritte Stempelstelle, von wo es über einen flowigen Singeltrail hinab ins Tal nach Padola ging. Unten angekommen plötzlich eine Lichthupe aus einem entgegenkommenden Auto. Als hätte Roland Stauder schon auf die beiden gewartet. Durch seine Markierungsarbeiten wurde er dann für sie, auf dem letzten Teil der Tour, fast zu ihrem persönlichen Begleiter und Motivator. Nun ging es ins Valgrande Tal zur vierten Stempelstelle und dann wieder 1000 Hm hinauf über eine Schotterpiste auf den Kreuzbergpass und weiter zur Rotwandwiesen wo der fünfte und somit letzte Stempel abgeholt wurde. Von nun an ging es von der Euphorie getragen nur noch bergab nach Toblach wo die beiden DAV´ler nach 13 Stunden mehr oder weniger im Sattel die begehrte Trophäe, den goldenen Stoneman abholten und sich in die ewige Liste der Stonemanteilnehmer eintragen lassen konnten.
Wer an Touren unter fachmännischer Vorbereitung teilnehmen will, kann sich jederzeit beim DAV Dillingen unter mtb@alpenverein-dillingen melden.

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