Softballturnier „Scrato-Open“ in Schretzheim: Erstmaliger Erfolg für einen Wahl-Steinheimer
Dillingen an der Donau: Ernst-Hilde-Anlage | Während es in der Damenrunde des Softballturniers „Scrato-Open“ im Dillinger Stadtteil Schretzheim den erwarteten Favoriten-Sieg durch die lokale Tennis-Größe Ines Kapschak gab, trug sich bei den Herren mit Patrick Aust erstmals ein Spieler aus dem B-Kader in die Siegerliste ein.
Der Tag begann für die Verantwortlichen der Scrato-Open mit einer Hiobsbotschaft: Einige kurzfristige Absagen der Topstars der lokalen Softball-Szene hinterließen herbe Lücken im Teilnehmerfeld: Die Titelaspiranten Lugge Seiler, Harry Winter und Michael Kreuzer vergaben durch ihre Abwesenheit die letzte Chance auf den Sieg bei diesem deutschlandweit einmaligen Turnier. Denn im nächsten Jahr müssen sie altersbedingt in die Seniorenrunde ausweichen, die seit jeher in Stralsund gespielt wird.
Doch weil das Turnier auf der Schretzheimer Ernst-Hilde-Anlage traditionell überbucht ist, stand starker Ersatz schnell bereit. Aus Steinheim stießen Sven Gülcan, Ali Ünal und Patrick Aust hinzu und sorgten so für ein wenig internationales Flair. Letztgenannter sollte im Turnierverlauf noch für reichlich Furore sorgen. Stolz war Turnierdirektor Albert über die Vergabe zweier Wildcards an Ilaria Palgiotta aus Italien und an Altmeister Steffen Zerzaust, der nach siebenjähriger Verletzungspause sein äußert erfolgreiches Comeback feierte und erst im Halbfinale am späteren Sieger scheiterte.
Von Beginn an zeigten 30 Männer und 5 Damen Softball auf allerhöchstem technischem Niveau und heimsten mit spektakulären Ballwechseln, außergewöhnlicher Dynamik und nie gesehener Schnelligkeit immer wieder den Szenenapplaus der zahlreichen faszinierten Zuschauer und Mitkonkurrenten ein.
Nicht überraschend zollten einige Möchtegern-Stars diesem hohen Tempo und Niveau jedoch auch schnell Tribut und stießen bereits nach wenigen Matches an ihre physischen und psychischen Grenzen. Ehemalige Ausnahmetalente wie Matthias Nobsen, Markus Mabuse, Tom Sawyer, Andrea Joas, Nick Nicklaser, Markus Young und Sven „der Schreckliche“ Brugger blieben weit hinter ihren Erwartungen zurück. Spätestens im Achtelfinale war für sie Schluss.
Wohltuend hingegen die Auftritte der „jungen Wilden“: Jonas Sommer, Florian Stark, Eberhart Eber, Martin von Andreas und Philipp Fipske. Mit etwas Training werden diese Spieler im nächsten Jahr ganz oben stehen können.
Zumeist klare Angelegenheiten waren die Finalspiele. Vorjahressieger Albert marschierte nach deutlichen Siegen über Simon und Uli Bunker, sowie Gritt Manet locker ins Finale. Seine Variabilität im Spiel verblüffte auch heuer wieder und ließ ihn auch im Finale als klaren Favoriten den Centre Court betreten. Dort traf er auf Patrick Aust, der sich von Ballwechsel zu Ballwechsel steigerte, in nie gesehener Weise aufschlug und retournierte und somit am Ende verdient als Sieger vom Alphalt ging.
Der Sieger freute sich über den Erfolg und versprach aus Dankbarkeit allen Teilnehmern freien Eintritt für das erste Saisonheimspiel seines Fußballclubs SSV Steinheim.
Bei den Damen entwickelte sich in Abwesenheit der Vorjahressiegerin das Finale zwischen der in der Vorrunde souverän auftretenden Michi Kreuzer und der großen Favoritin Ines Kapschak aus Lauingen zu einem Thriller, der an Dramatik nicht zu überbieten war. Erst nach mehrstündiger Spielzeit entschied Kapschak den 3-Satz-Krimi mit einem Netzroller glücklich für sich. Damit gelang ihr bei der ersten Teilnahme an den Scrato-Open auch gleich der Sieg. Gerührt vor Glück ließ sie ihren Gefühlen im Anschluss an den letzten Ballwechsel freien Lauf und vergoss in der Stunde ihres größten Triumphes zahlreiche Tränen.
Große Freude herrschte auch bei Matthias Ulmes, dem es gelang den im Vorjahr eingeführten „Greatest-Loser-Pokal“ an Stefan Duller weiterzugeben, der mit einem Punkteverhältnis von 8:21 heuer nicht seinen besten Tag erwischte.
Dass sich der Softballzirkus inzwischen zu einer Familie entwickelt hat, zeigte der Ausklang des Tages. Viele Spieler nutzen die von der Nachbarschaft um Rudi Bäuerle, Margit Wittdorf und den Familien Wirth, Kreisel und Kocan organisierte „Players Party“ um sich wohlwollend aus Schretzheim zu verabschieden. Natürlich nicht ohne bereits jetzt die Zusage für eine Teilnahme an den Scrato-Open 2012 zu geben.
Die Ergebnisse der Finalrunde:
Herren
Achtelfinale: Zerzaust-Procter 7:3 7:2; Gülcan-Sawyer 8:6 7:4; Aust-Young 7:5 5:7 7:4; U.Kreuzer-Brugger 7:1 7:0; Albert-Manet 7:4 7:4; S.Bunker-Fipske 7:3 7:3; U.Bunker-Mabuse 7:4 7:5; Tulpe-Weniger 8:6 7:2
Viertelfinale: Zerzaust-Gülcan 8:6 7:5; Aust-U.Kreuzer 7:4 7:5; Albert-S.Bunker 7:4 8:6; U.Bunker-Tulpe 2:7 7:5 7:2
Halbfinale: Aust-Zerzaust 7:0 7:2; Albert-U.Bunker 7:3 7:5
Spiel um Platz 3: Zerzaust-U.Bunker 7:5
Finale: Aust-Albert 5:7 7:5 7:4
Damen
Halbfinale: M.Kreuzer- Palgiotta 7:3 7:0; Kapschak-Wittke 7:1 7:4
Spiel um Platz 3: Wittke-Palgiotta 7:4 7:2
Finale: Kapschak-M.Kreuzer 2:7 7:5 8:6
Siegerliste der Scrato-Open (seit Beginn der Aufzeichnungen)
Herren
2005 Georg Albert
2006 Georg Albert
2007 Michael Kreuzer
2008 Michael Kreuzer
2009 Georg Albert
2010 Georg Albert
2011 Patrick Aust
Damen
2010 Eva Kreuzer
2011 Ines Kapschak



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