Go, Germany, go! Erich Gruber bei der Triathlon-WM in Australien
Die Zeitmessung stoppte bei 1:11.25 Stunden, als Erich Gruber am vergangenen Sonntag, 13. September über die Ziellinie der ITU Gold Coast Triathlon World Championships in Australien lief. „Ein richtiges Gänsehautfeeling“, erinnert sich der Lauinger Triathlet und Abteilungsleiter des TRI TV Lauingen, inzwischen wieder zurück aus Down Under. Denn zehntausende Zuschauer jubelten den mehr als 3.000 Athleten aus über 40 Ländern auf der Zielgeraden zu. Gruber, der aufgrund seiner starken Leistungen in den vergangenen Jahren bereits zum dritten Mal für die deutsche Nationalmannschaft in der Altersklassenwertung startete, trug gut sichtbar die Buchstaben „GER“ (Germany) auf seinem Trikot. Und die triathlonbegeisterten Australier feierten den Deutschen mit den Anfeuerungsrufen „Go, Germany, go!“, als ob es einer ihrer Sportler wäre. „Diese Freundlichkeit war ebenso beindruckend wie die Hilfsbereitschaft der Australier“, zieht Gruber Resümee. „Deutsche sind dort wirklich sehr beliebt, und Triathlon ist eine Art Nationalsport.“ Dass Deutsche auch sportlich sein können, bewies der Lauinger Ausnahmeathlet mit einer beeindruckenden Leistung in seiner Altersklasse: Auf der Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) benötigte Gruber für die einzelnen Disziplinen 14:09 Minuten (Schwimmen), 31:57 Minuten (Radfahren) und 21:39 Minuten (Laufen). Mit dieser Leistung erzielte er unter den 85 teilnehmenden internationalen Athleten in seiner Altersgruppe den Gesamtrang 22 und gleichzeitig Platz 1 unter den deutschen Sportlern. Unter den europäischen Teilnehmern sicherte er sich den Rang 3 in seiner Altersgruppe – nur zwei Briten waren schneller als der Lauinger. Die Teilnehmer – darunter zahlreiche Australier sowie US-Amerikaner, Kanadier, Briten und Neuseeländer – zeigten sich als faire wie auch als starke Gegner.
Weißwürste und Bier
Um exakt 7.34 Uhr startete der Wettkampf am letzten Sonntag mit einem beherzten Sprint Grubers in den Pazifik zur Schwimmdisziplin. Nach mehreren kräftigen Schlucken Salzwasser und einer Kollision mit einem britischen Schwimmer, nahm der Lauinger Tempo auf. Die anschließende 20 Kilometer-Radstrecke auf dem für den Autoverkehr gesperrten Gold Coast Highway quer durch das Stadtgebiet von South Port, südlich von Brisbane, absolvierte Gruber in einem schnellen 40er-Schnitt, permanent verfolgt von einem Australier und einem Neuseeländer. „Der Kurs war äußert eng und teilweise unübersichtlich.“ Auch auf der Laufstrecke konnte der 50-Jährige seine Stärken ausspielen und schüttelte kurz vor der Ziellinie sowohl einen mexikanischen wie auch einen irischen Kontrahenten ab. „Die tolle Stimmung beim Zieleinlauf werde ich nie vergessen“, so Gruber. Und zwar ebenso wenig wie die beeindruckende Pazifik-Kulisse der ITU Gold Coast Triathlon World Championships am Küstenabschnitt „Surfers‘ Paradise“. Im Anschluss an die Triathleten der Altersgruppenklassen starteten die Profis, darunter die deutschen Sportler Jan Frodeno, Daniel Unger und Maik Petzold, die Erich Gruber kennenlernte. Einen Tag nach dem Wettkampf und nach den Siegesfeiern bestieg der Lauinger das Flugzeug in Brisbane, das ihn über Singapur und Dubai nach München zurückbrachte. Wieder angekommen in Deutschland nach einem 20-stündigen Flug genehmigte sich Gruber dann erst einmal ein Weißwurstfrühstück samt Bier.




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