Doppelte Premiere beim U 19 Länderspiel GER - AUT
Gleich eine zweifache Premiere gab es beim BADMINTON Länderspiel Deutschland - Österreich. Erstmals vergab der Deutsche Badmintonverband die Organisation und Ausrichtigung eines Nationenvergleichs nach Nordschwaben. Und ein Jugendländerspiel zwischen den beiden Nationen gab es auch noch nie.
Ein standesgemäßer 7 : 0 Sieg für das deutsche Team bei seiner Premiere gegen Österreich
Rund 300 fachkundige und begeisterte Zuschauer gaben dem U 19-Länderspiel Deutschland-Österreich einen perfekten Rahmen. Angesteckt von dieser Atmosphäre zauberten die Badminton-Stars von morgen manchen unerreichbar scheinenden Ball doch über das Netz zurück. Natürlich bekam Lokal-Hero Florian Berchtenbreiter bei seinem Siegpunkt zum 7 : 0 - Endstand für sein Team den größten Applaus.
Doch zeigte sich schon bei der Begrüßung beider Teams und dem Beifall nach den beiden Nationalhymnen, dass das aus ganz Bayern angereiste Publikum auch viele Sympathien für die jungen Gäste aus dem Nachbarland hatten. Bei der Eröffnung der Veranstaltung durch Dieter Linder vom ausrichtenden TV Dillingen, bedankte er sich vor allem bei der Stadt Dillingen, den Sponsoren und seinen Helfern für die große Unterstützung, ohne die ein solches Großereignis nicht durchführbar wäre. Sportreferent Konrad Gallenmüller als Vertreter des Oberbürgermeisters erinnerte an die Tatsache, dass die Badmintonjugend der beiden Länder erstmals aufeinander trifft und hieß beide Delegationen herzlich willkommen. Nach der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste, darunter Kreisrat Josef Schuh, Stadtrat und Sportreferent Walter Fuchluger, die BBV-Vizepräsidentin Hilde Hauber und der Vorsitzende des Badmintonbezirks Marcus Barnstorf übernahm der Hallensprecher das Mikrofon. Meinrad Fichtner stellte dem Publikum die beiden Teams mit launigen Worten und schwungvoller Musik vor. Die österreichischen Gäste waren verblüfft über seine Sachkenntnis und staunten wohl auch ein wenig über sich selbst, als er zu jedem einzelnen Spieler die wichtigsten sportlichen Erfolge aufzählte. Zahlreiche Titel auf allerhöchster österreichischer Ebene wurden aufgezählt. Darunter mit Matthias Bertsch der aktuelle Meister seiner Altersklasse in allen drei Disziplinen (Einzel, Doppel, Mixed).
Doch mussten sich die Spieler der deutschen Auswahl hinter diesen Erfolgen wahrlich nicht verstecken. Zumal auch von einigen internationale Erfolge berichtet werden konnte. Natürlich wartete die gesamte Halle auf die Präsentation des aktuellen Deutschen Meisters im Herrendoppel. Und so folgten sie der Aufforderung des Hallensprechers als es darum ging, den Dillinger Lokalmatador vorzustellen. Sein „Florian“ genügte und die Halle übernahm seine Rolle beim Spielernamen „Berchtenbreiter“. Nach der Vorstellung der vier Schiedsrichter ging es jedoch dann schnell zur Sache. Die Linienrichterstühle und Zähltafeln wurden von Dillinger Jugendlichen und Schülern besetzt. Dann betraten die Mixedspieler zusammen mit dem Schiedsrichter und dem Aufschlagrichter das Feld. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als Schiedsrichter Herbert Ott die Begegnung in englischer Sprache ankündigte, zumal ja beide Teams dem deutschen Sprachraum angehören. Doch die Regeln der International Badminton-Federation (IBF) sagen nun mal, dass alle internationalen Länderspiele in dieser Sprache zu leiten sind. Nach den beiden Dameneinzeln und dem zweiten Herreneinzel warteten in der Pause zahlreiche Getränke und ein umfangreiches Snackangebot auf die Zuschauer.
Mit den attraktiven Doppelspielen ging es dann weiter, bevor es zum lang ersehnten Auftritt des Dillinger Spielers vor seinem Publikum kam. Florian zeigte dann auch mit Sicherheit das beste Spiel des Abends. Vor allem die Vertreter der umliegenden Vereine zeigten sich von der schnellen und aggressiven Spielweise des Donaustädters beeindruckt. Das war aber auch das Publikum und nicht nur von „ihrem“ Heimspieler sondern auch vom ganzen Team und so gab es am Ende stehenden Ovationen für das siegreiche deutsche Team, die sich ihrerseits bei den Zuschauern mit Verneigungen und langem Applaus bedankten. Damit ging nach 3 ½ Stunden eine historische Begegnung in bester Stimmung zu Ende. Den Dillinger Verantwortlichen aber fiel sicherlich ein großer Stein vom Herzen, bekamen sie doch nur Lob von allen Seiten für die wunderschön und liebevoll hergerichtete Halle und die erstklassige Organisation. „Wir wären froh, wenn es in Deutschland noch ein paar Vereine mehr gäbe, die in solch vorbildlicher Art arbeiten“, so Bundestrainer Bernd Brückmann. Dieses Lob von allerhöchster Stelle hörte das Dillinger Lager in Anbetracht der geleisteten Arbeit gerne.
Die Spiele im Überblick:
Mixed:
Josche Zurwonne & Dana Kaufhold - Matthias Bertsch & Elisabeth Baldauf 21:16 22:20
Allen vier Spielern war vor allem im ersten Satz die Anspannung und Nervosität anzumerken. Ist es doch in der Randsportart Badminton sehr selten, vor so zahlreichen Gästen zu spielen. Als dann diese Anfangsphase vorüber war und die Spieler ihren Rhythmus gefunden hatten ergab sich ein recht ansehnliches Spiel. Trotz großer Gegenwehr konnte jedoch der erste Punkt für Deutschland nicht verhindert werden.
1. Dameneinzel:
Carla Nelte - Michaela Mathis 21:10 21:15
Nach dem ersten Satz im Mixed hatte auf dem zweiten Court das 1. Dameneinzel seinen Start. Bereits hier zeigte es sich, dass die deutschen Mädchen ihren Gegenübern ein deutliches Stück voraus sind. Ein müheloser Sieg für die Finalistin des Danish-Junior-Cups
2. Dameneinzel:
Lisa Heidenreich - Belinda Heber 21:10 21:9
Nicht weniger einseitig als zuvor bei Carla, zelebrierte nun Lisa bestes Badminton. Stets auf Ballhöhe war sie um mindestens eine Klasse zu hoch für ihr Gegenüber, die nicht den Hauch einer Chance hatte.
2. Herreneinzel:
Andreas Heinz - Paul Demmelmayer 21:10 13:21 21:17
Kein Ruhekissen gab es hingegen für den Andreas Heinz im zweiten Herreneinzel. Nach gutem Beginn und Gewinn des ersten Satzes kam der junge Hesse (Jahrgang 1991) immer mehr unter Druck und musste prompt in den Entscheidungssatz. Auch hier sah es lange Zeit so aus, als sollte Österreich seinen ersten Punkt machen. Im Entspurt konnte dann der Deutsche aber noch zum entscheidenden 4 : 0 Punkten.
Mit diesem Ergebnis gab es eine 30-minütige Pause in der die Zuschauer sich nicht nur erholen und verpflegen konnten. Vielmehr hatten sie gute Gelegenheit über das hohe Niveau und die enorme Spielgeschwindigkeit zu fachsimpeln. Obwohl die Partie schon entschieden war, kehrten alle auf ihre Plätze zurück, denn mit dem nun anstehenden Damendoppel und Herrendoppel warteten attraktive Spiele.
Damendoppel:
Carla Nelte & Franziska Burkert - Michaela Mathis & Elisabeth Baldauf 21:18 21:13
Die vier Mädchen zeigten mit zahlreichen rasanten Ballwechseln und mit großer Laufbereitschaft ihre Klasse. Allerdings hatten das heimische Team die Big-Points auf ihrer Seite und so war das Ergebnis letztendlich deutlich.
Herrendoppel:
Philip Welker & Jonas Geigenberger - Paul Demmelmayer & Bernd Thormann 21:18 16:21 21:19
Die Jungstars stellten enorme Sprungkraft, Dynamik und hohe Beweglichkeit unter Beweis. In allen drei Sätzen brachten die überraschen auftrumpfenden Österreicher ihre Gegenüber immer wieder in arge Verlegenheit. Im knappsten Spiel des Abends hätten sich die Deutschen über eine Niederlage nicht beschweren können. Die Freude bei den Beiden nach dem Matchball dokumentierte dies deutlich.
1. Herreneinzel:
Florian Berchtenbreiter - Matthias Bertsch 21:17 21:11.
Obwohl mit Matthias Bertsch der beste österreichische Vertreter auf der anderen Seite stand war seine Niederlage unvermeidlich. Er hatte an diesem Abend gegen den wie entfesselt spielenden Berchtenbreiter nicht den Hauch einer Chance. Kraftvolles Aufbauspiel, Dynamik und Fintenreichtum brachten Bertsch immer wieder in höchste Bedrängnis. Selbst Bundesjugendtrainer Holger Hasse klatschte ganz gegen seine Art immer wieder begeistert in die Hände und bestätigte dies auch später: „Florian konnte die Trainingsinhalte gut umsetzen. Wir waren mit ihm sehr zufrieden“.




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