Rindenläuse im Landkreis

Fichtenrindenlaus

Baum-, Stamm- und Rindenläuse sorgen zur Zeit in manchen Gärten für Aufregung. Die dunkel gefärbten, auffallend bis zu 5 mm langen Tiere werden aufgrund der für Läuse ungewöhnlichen Größe häufig erst für Käfer gehalten.

Bei der im Landkreis festgestellten Art handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um die aus Nordamerika eingeschleppte Colorado-Tannenrindenlaus (Cinara curvipes). Diese Rindenlausart ist in den USA, Kanada und Mexiko weit verbreitet. Als Wirtspflanzen sind dort verschiedene Tannen, Fichten und Zedernarten bekannt. Vermutlich wurde diese Art durch den Import von Pflanzgut, Weihnachtsbäumen oder Schnittreisig eingeschleppt. Seit dem Jahr 2000 wird diese Art mehr oder weniger regelmäßig in den Bundesländern Brandenburg und Berlin nachgewiesen. Da die Grau- oder Co-loradotanne in unseren Gärten die am weitesten verbreitete nordamerikanerische Tannenart ist, wird auch sie am ehesten befallen.

Baumläuse ernähren sich durch das Saugen von Pflanzensaft aus ihren Wirtspflanzen. Sie stechen die Leitungsbahnen des Nadelbaumes an und scheiden dabei die überschüssigen Mengen in Form von Honigtau aus. Der entstehende Honigtau wird von Ho-nigbienen und Hummeln gesammelt und in den Stock gebracht, daraus entsteht der beliebte Waldhonig.

Trotz der deutlichen Massenvermehrung, die begünstigt wurde durch den außergewöhnlich milden Winter, werden die Bäume nicht geschädigt. Aus dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet wird über keine durch diese Rindenlaus verursachten Schäden berichtet.

Bekämpfungsmaßnahmen mit Pflanzenschutzmitteln ist an den befallenen Bäumen deshalb nicht erforderlich und auch nicht erlaubt. Auch aufgrund der Tatsache, dass Bienen den Honigtau aufsammeln, muss eindringlich von einer chemischen Bekämpfung abgeraten werden. Ein wiederholtes Abspritzen des Stammes und der Äste mit einem scharfen Wasserstrahl und das Anbringen von einigen Leimringen reduziert die Zahl der Läuse deutlich und reicht aus, um die Honigtaubildung einzudämmen.

Eher lästig ist die Verunreinigung der Flächen unter den Bäumen durch den Honigtau der Läuse. Dieser Belag ist wasserlöslich und kann relativ leicht entfernt werden.

Ein Merkblatt ist im Internet unter www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz abrufbar. Für weitere Fragen steht im Land-ratsamt Dillingen Kreisfachberater Manfred Herian unter der Tel.09071/51-180 zur Verfügung.

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