Vortrag Pelletheizung als Stromproduzent des Landkreises Dillingen a.d.Donau

 
Hartmut Will (rechts im Bild) referierte im Schwäbischen Informationszentrum für regenerative Energien zum Thema „Pelletheizung als Stromproduzent?“
Als Beispiel für intelligentes Heizen mit gleichzeitiger Stromerzeugung bezeichnete der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, Sektion München-Südbayern, Hartmut Will, bei seinem Vortrag im Schwäbischen Informationszentrum für regenerative Energien die stromerzeugende Pelletsheizung.

Das Prinzip dieser Heizung entspricht dem bekannten System des Blockheizkraftwerkes, einer Technik, die seit wenigen Jahren in Form der „Mikro-BHKW’s“ auch für kleinere Häuser zum Heizen mit Stromerzeugung angeboten wird.

Landrat Leo Schrell konnte rund 100 interessierte Besucher begrüßen und betonte, dass die von Hartmut Will vorgestellte Heizungstechnik den Anforderungen an verantwortliches und zeitgemäßes Heizen erfülle und zudem Wertschöpfung in der Region schaffe.

So sind nach Aussage Wills noch immer Millionen ältere Heizungen in den privaten Haushalten im Einsatz, die die Anforderungen an ein zeitgemäßes Heizen nicht erfüllen. Vor dem Hintergrund, dass ein Drittel des nationalen Energieverbrauchs durch den Heizwärmebedarf der Wohnungen verursacht werde, sieht Will in zukunftsfähigen und ökologisch vorteilhaften Heizmöglichkeiten ein enormes Einsparpotenzial sowie einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz. Dabei sei zudem zu berücksichtigen, dass die begrenzt verfügbaren fossilen Energieträger vorrangig als Grundlage wichtiger Bedarfsgüter der menschlichen Zivilisation der Produktion von Kunststoffen, Düngemitteln, Farben, Lacken, Textilfasern, u.v.m. vorbehalten bleiben sollten.

Hartmut Will sagte, dass das Prinzip einer Heizung, die Strom erzeugt, schon lange Zeit existiere. Die technische Umsetzung wird als Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bezeichnet. Dies bedeutet, dass die aus der Heizung gewonnene Energie gleichzeitig für die Stromerzeugung (Kraft) und für die Erzeugung von Wärme verwendet wird. „Ein geeigneter Weg, die Kraft-Wärme-Kopplung technisch zu realisieren, ist der Einsatz eines Stirlingmotors, auch Heißgasmotor genannt“, so Will. Stirlingmaschinen sind nach Aussage Wills wie kein anderer Energiewandler in der Lage, nachwachsende Brennstoffe emissionsarm und klimaneutral in Bewegungsenergie umzuwandeln.

Das Prinzip funktioniert so: Arbeitsgas wird in einem abgeschlossenen Raum von außen abwechselnd erhitzt und gekühlt. Durch die unterschiedliche Ausdehnung des Gases wird ein Kolben bewegt.

Hartmut Will informierte, dass sich die von ihm vorgestellte Pelettsheizung in der letzten Phase der Praxis-Tests bei privaten Haushalten befinde. Alle bisherigen Erfahrungen seien außerordentlich gut. Mit der Markteinführung könne etwa in einem Jahr gerechnet werden. Die Kosten für ein gesamtes System für die Erzeugung von ca. 14 KW thermischer und 1 kW elektrischer Energie inkl. Wärmespeicher, hydraulischer Komponenten, Pelletlager und Regelung wird sich für die ersten Feldtestanlagen auf ca. 23.000 Euro bis 25.000 Euro ab Werk belaufen.

Der Vortrag von Hartmut Will sowie Themenhefte der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. zu den Themen „Wärme und Strom durch Pelettsheizung“, „Die Brennstoffzellen-Heizung“ und „Blockheizkraftwerke“ stehen auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-dillingen.de zum Download bereit.
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