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Osteopathie – den Körper zur Selbstheilung anregen

Eine medizinische Richtung erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei allen Zielgruppen.

Würde Günther Jauch in seinem Wissensquiz die Frage stellen, was ist Osteopathie, so könnten wahrscheinlich die Hälfte der Teilnehmer dies nicht beantworten. Denn diese seit den 50er-Jahren in Deutschland praktizierte medizinische Richtung erfährt bei uns erst seit drei bis vier Jahren einen enormen Zuspruch.
Was ist es, was die Osteopathie so besonders macht? Grundsätzlich betrachtet der Osteopath den Patienten immer in seiner Gesamtheit. Dabei beschäftigt er sich nicht mit der Behandlung einzelner Symptome, sondern will die Ursachen von Beschwerden aufspüren, die meistens nicht dort zu finden sind, wo der Patient über Schmerzen klagt. Bei der Untersuchung ertastet der Therapeut Schicht für Schicht das menschliche Gewebe. So ist es ihm möglich Bewegungseinschränkungen und Spannungen aufzuspüren, die er mit den speziell für die Osteopathie entwickelten manuellen Techniken behandelt. Durch das Lösen der Funktionsstörungen werden die Selbstheilungskräfte im Körper aktiviert.
In diesem Rahmen bietet die Osteopathie Heilmethoden für die verschiedensten Zielgruppen von Babies über Kinder bis hin zu Erwachsenen und bei den Erwachsenen im Besonderen auch Schwangeren oder jungen Müttern. Die zu behandelnden Symptome reichen dabei von Kopf-, Rücken und Gelenkschmerzen, über Hals-Nasen-Ohren-Beschwerden wie z.B. Kopfschmerzen und Migräne bis hin zu Beschwerden im Bereich der Gynäkologie. Gerade im Bereich der Kinderheilkunde verzeichnet die Osteopathie gute Heilungserfolge sei es bei Schreikindern, die als Geburtsfolge unter Schädel- und Gesichtsverformungen oder einem Schiefhals leiden oder auch bei älteren Kindern mit Lern- und Konzentrationsstörungen.

Seit kurzem hat der kleine Osteopathen-Kreis im Dillinger Landkreis ein neues Mitglied: Wolfgang Gärtner. Der ausgebildete Physiotherapeuth mit eigener Praxis in Dillingen hatte sich nach einem osteopathischen Schnupperwochenende im Mai 2004 dazu entschlossen, die fünf-jährige Ausbildung zum Osteopathen berufsbegleitend auf sich zu nehmen. Seit Oktober diesen Jahres ist er nun ausgebildeter Osteopath. „Ich bin froh, dass ich mich damals dazu entschlossen habe, diesen Weg zu gehen, auch wenn fünf Jahre eine lange Zeit waren. Die Osteopathie bietet ein enormes Betätigungsfeld, wodurch man den unterschiedlichsten Zielgruppen mit den verschiedensten Beschwerden helfen kann,“ so Gärtner über seine Ausbildung. Da seine Frau in der gleichen Praxis über die Vojta-Therapie Kinder mit funktionellen Blockaden innerhalb der Bewegungsentwicklung behandelt, plant Gärtner sich zukünftig im Bereich der osteopathischen Behandlung von Säuglingen und Kindern weiter fortzubilden. Jedoch erstmal kommt das Gelernte zum Einsatz.

Geschichte der Osteopathie
Entwickelt wurde die Osteopathie bereits Ende des 19. Jahrhunderts durch den amerikanischen Arzt Andrew Tayler Still. Er reagierte damit auf den Mangel an Kenntnissen der damaligen Schulmedizin. Machtlos hatte er als Arzt mit ansehen müssen, wie seine erste Frau und vier seiner Kinder an Krankheiten starben. Deshalb suchte Still nach einem neuen Verständnis von dem, was Medizin sein sollte.
Seine Erkenntnisse bilden bis heute das Fundament der osteopathischen Medizin:
- die grundlegende Bedeutung von Bewegung für alle Strukturen im Körper
- die gegenseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion
- die Betrachtung des Organismus als untrennbare Einheit
- dessen Fähigkeit zur Selbstheilung.

1874 verkündet Still seine neue Medizin und gibt ihr den Namen Osteopathie. (Der zusammengesetzte Begriff leitet sich aus den altgriechischen Wörtern Osteo für Knochen und Pathie für Leiden her. Mit den Knochen hatte Still seine Studien begonnen, um die Leiden seiner Patienten lindern zu können.

Anfang des 20. Jahrhunderts bringt ein Schüler von Still die Osteopathie nach Europa – nach England. Von dort erreicht sie in den 50er Jahren auch den Kontinent. Die Verbreitung dieser medizinischen Richtung in Deutschland begann ca. Anfang der 1980er Jahre. Osteopathen-Schulen vorwiegend aus Belgien und Frankreich gründeten Ableger in Deutschland.

Mehr über Osteopathie unter: www.osteopathie.de

Kontakt:
Wolfgang Gärtner
Entengasse 5
89407 Dillingen
T/ 09071 9488


Verfasser: Marion Pachmann

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Regionalmagazin dillinger | Erschienen am 05.03.2010
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2 Kommentare zum Beitrag
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Kristina Wernicke aus Meitingen am 22.01.2010 um 20:37 Uhr  
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Sieglinde Baranowski aus Uetze am 22.01.2010 um 22:44 Uhr  
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