Erste Vorbereitungen für den Fall einer Influenzapandemie
Der Grundsatz „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ gilt nach Ansicht von Landrat Leo Schrell insbesondere auch für den Be-reich der Gesundheitsvorsorge.
Daher hat der Fachbereich Gesundheit am Landratsamt vorsorglich erste Vorbereitungen für den Fall einer Influenzapandemie (siehe Wortweiser) getroffen.
In den Hochzeiten der Vogelgrippe, im ers-ten Halbjahr 2006, war die „Influenzapande-mie“ in aller Munde, da verschiedene Exper-ten die Befürchtung äußerten, dass der Vo-gelgrippeerreger durch eine genetische Ver-änderung eine weltweite Grippeepidemie, ei-ne sogenannte Influenzapandemie, wie in den Jahren 1918/19, 1957/58 und 1968/69, auslö-sen könnte. Auch wenn sich die medialen Wo-gen um die Vogelgrippe inzwischen gelegt haben und daran verendete Tiere nur noch eine Randnotiz wert sind, besteht nach An-sicht von Fachleuten weiterhin die Gefahr einer Influenzapandemie. Auf nationaler und bayerischer Ebene wurden daher Pandemieplä-ne entwickelt, die Handlungsanweisungen für den Pandemiefall, aber auch für die Zeit davor, beinhalten.
Der Bayerische Influenzapandemie-Rahmenplan sieht zur Vorbereitung auf den Ernstfall auch die Schaffung von Kommunikationsstruk-turen auf lokaler Ebene vor, um die Haupt-akteure einer Influenzapandemie (insbeson-dere Krankenhäuser, Ärzte, Apotheker, Seni-oren- und Behinderteneinrichtungen) schnell und gezielt mit den notwendigen amtlichen Informationen versorgen zu können und einen gegenseitigen Informationsaustausch zu ge-währleisten.
Um den Teilnehmerkreis einer derartigen Kommunikationsplattform möglichst groß zu gestalten, hat der Fachbereich Gesundheit am Landratsamt in den zurückliegenden 15 Monaten bei den von einer Pandemie haupt-sächlich betroffenen Berufsgruppen mit zahlreichen Informationsveranstaltungen für eine aktive Teilnahme geworben.
Nach diesen umfangreichen Vorgesprächen, die eine durchweg positive Resonanz erga-ben, und der Schaffung der technischen Vor-aussetzungen, konnte nunmehr Ende Juli das sogenannte Pandemienetz installiert werden.
An dieses sind angeschlossen:
• beide Krankenhäuser
• 34 Arztpraxen
• 3 emeritierte Ärzte
• Stabsarzt der Bundeswehr
• Werksarzt Firma BSH
• fast alle Apotheken
• alle Alten- und Behinderteneinrichtungen
• ambulante Pflegedienste
• die zuständigen Stellen im Landratsamt.
Landrat Leo Schrell ist erfreut, dass sich so viele Personen und Institutionen am Pan-demienetz beteiligen, da eine derartige Vernetzung notwendig und sinnvoll sei.
Über das Pandemienetz könnten alle Betei-ligten per E-Mail schnell und unkompliziert miteinander kommunizieren, sodass ein effi-zienter Informationsaustausch gewährleistet sei. Diese installierte Kommunikations-struktur könne somit bereits jetzt dazu dienen, alle Hauptakteure mit aktuellen Nachrichten rund um das Geschehen im Vor-feld einer möglichen Pandemie zu versorgen. Im Ernstfall könne man dann auf eingeübte Kommunikationswege zurückgreifen, was für eine effektive Zusammenarbeit unverzichtbar sei. Ein großer Vorteil liege auch daran, dass der Teilnehmerkreis bei Bedarf erwei-tert werden könne.
Der Landrat begrüßt daher die noch laufen-den Aktivitäten des Fachbereichs Gesund-heit, die darauf abzielen, weitere Teilneh-mer aus dem Bereich der Ärzte- und Apothe-kerschaft zu gewinnen. Denn nur bei einer möglichst flächendeckenden Reichweite könne das Pandemienetz seine optimale Wirkung entfalten.
Der Schwerpunkt an Informationen, die in den Arbeitskreisen vermittelt wurden und momentan über das Pandemienetz verbreitet werden, stammt vom Fachbereich Gesundheit und umfasst unter anderem die Themenberei-che
• Symptome und Virologie,
• Bandbreite möglicher Szenarien,
• zu erwartende Krankheits- und Sterblich-keitsraten,
• regionale Verbreitung der Vogelgrippe,
• Medikamentenbevorratung und Resistenz-problematik,
• Impfmöglichkeiten,
• Hygiene und Personalschutz.
Für eine Aufnahme in das Pandemienetz kön-nen sich Interessierte aus den obengenann-ten Berufsfeldern direkt an Frau Zeller (Tel.: 09071/5893-0; E-Mail: Sabine.Zeller@landratsamt.dillingen.de) vom Fachbereich Gesundheit wenden.

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