Thema Flutpolder bei Kreisvorstandssitzung in Gottmannshofen diskutiert

Die Kreisvorstandschaft der CSU diskutierte gemeinsam mit ihren Arbeitsgemeinschaften insbesondere der KPV mit Kreisrätin Katja Müller und dem Vorsitzenden der AG Landwirtschaft, Wunibald Wunderle, das Thema Hochwasserschutz angesichts der Ankündigung im Landkreis mehrere Flutpolder im Landkreis Dillingen einzurichten.

Nach einer ausführlichen Diskussion, bei der Vize-Landrat Alfred Schneid und Bürgermeister Reinhold Schilling über die Auftaktveranstaltung des Umweltministeriums in Deggendorf berichteten, wiesen OB Frank Kunz sowie Kreisrätin Carolin Wanner darauf hin, dass in der Untersuchung der TU München der Bezug zur tatsächlichen Entwicklung hinsichtlich Bebauung und Nutzung dieser großen Flächen fehle.

Fazit des intensiven Gesprächs war, dass wir uns der Hochwasservorsorge als bayernweiter und nationaler Aufgabe zwar nicht entziehen können. Eine flussgebietsbezogene Betrachtung hat zur Folge, dass in München überlegt wird, wie man die Hochwasserschäden in Niederbayern durch Vorsorgemaßnahmen in Schwaben mindern kann.

Stimmkreisabgeordneter Georg Winter machte an dieser Stelle aber deutlich: „Wir brauchen ein vernünftiges, vertretbares Gesamtkonzept, das nicht nur niederbayerische Hochwassersorgen reduziert, sondern auch Lösungen für unsere Situation im Donauried beinhaltet.“

Winter zitiert in diesem Zusammenhang Professor Dr. Robert Jüpner, TU Kaiserslautern, Fachgebiet Wasserbau und Wasserwirtschaft, anlässlich eines Fachgesprächs „Hochwasservorsorge in Deutschland“ im Umweltausschuss des Deutschen Bundestags am 5.11.2014: „Technische Hochwasserschutzmaßnahmen, wie der Bau von Flutpoldern oder Deichrückverlegungen erfordern neben den notwendigen finanziellen Mitteln vor allem Geduld und die Akzeptanz der Menschen vor Ort.“ Hochwasserpartnerschaften als freiwilliger Zusammenschluss von Kommunen in einem Flussgebiet zur gemeinsamen Arbeit in der Hochwasservorsorge seien aus seiner Sicht dazu ein gutes und effektives Instrument. Genau darum geht es, ist sich MdL Georg Winter mit seinem Kollegen Wolfgang Fackler einig: „In den nächsten Monaten wollen wir eine Hochwasserpartnerschaft mit den betreffenden Kommunen, den Landkreisen und soweit gewünscht Bauernverband sowie Naturschutz auf den Weg bringen.“

Abgeordneter Georg Winter hat sich in dieser Angelegenheit mit Landrat Leo Schrell und den betreffenden Bürgermeistern von Lauingen bis Tapfheim ausgetauscht mit dem Ziel, dass man sich noch im Januar zusammensetzt.

Ziel ist es, die Interessen der Region zu bündeln, denn nur im starken Miteinander könne das gelingen, was wir wollen: Hochwasserschutz für alle. Dazu brauchen wir ein ganzheitliches Konzept, so Georg Winter, und eine wissenschaftliche Begleitung, damit wir uns neben den örtlichen Argumenten auf Augenhöhe mit den Fachleuten austauschen können. Des Weiteren sollte geprüft werden, inwieweit man den Riedstrom und eventuelle Deichrückverlegungen in ein Gesamtkonzept integrieren kann und welche Erfahrungen man mit dem Bau des Seifener Beckens gewonnen hat. Auch wenn der Forggensee eine andere Dimension und ein anderes Konzept hat, ist zu untersuchen inwieweit die positive Konsequenz dieser gesteuerten Hochwasserrückhaltung mit ihren touristischen Auswirkungen sowie das in den letzten Jahrzehnten geschaffene Fränkische Seenland Erkenntnisse für das Donautal ergeben könnte.

Bürgermeister Karl Malz bringt gerne seine Erfahrungen in Sachen Rettingen ein, wo er ebenfalls wissenschaftlichen Sachverstand hinzugezogen hat. Dass das Hochwasser mit seiner Naturgewalt ein zähes Geschäft ist, zeigt das Beispiel Rettingen und zwingt uns in Sachen Flutpolder gemeinsam und entschlossen, die Interessen der Region zu vertreten, stimmen Bürgermeister und Abgeordneter überein.

Professor Dr. Jüpner hat in seinem Statement auch auf die positiven Erfahrungen aktiver Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hingewiesen.

Als besonders erfreulich bezeichnete es deshalb Bezirksrat Dr. Johann Popp, dass die Umweltministerin zu den Informationsveranstaltungen im Februar selbst in den Landkreis kommen wird.
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