"Leitfaden schulverweigerndes Verhalten" des Landkreises Dillingen a.d.Donau

Das Staatliche Schulamt, das Kreisjugendamt, die St. Gregor Jugendhilfe und die Theresia-Haselmayr-Schule (Regens Wagner) haben einen Leitfaden „Schulverweigerndes Verhalten“ herausgegeben. Bei der Präsentation im Bild (von links): Jürgen Stella (Theresia-Haselmayr-Schule), Reinhold Metz (Kreisjugendamt), Schulrat Markus Wörle, Beate Sigl (St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe), Schulamtsdirektor Wilhelm Martin und Landrat Leo Schrell.
Dillingen an der Donau: Landratsamt | Um Fällen von Schulverweigerung und einer damit oftmals verbundenen sozialen Ausgrenzung junger Menschen möglichst frühzeitig gegensteuern zu können, haben das Staatliche Schulamt Dillingen, das Kreisjugendamt, die St. Gregor Kinder , Jugend- und Familienhilfe und die Theresia-Haselmayr-Schule (Regens Wagner) einen Leitfaden „Schulverweigerndes Verhalten“ herausgegeben.

Bei der Vorstellung des Leitfadens betonte Landrat Leo Schrell, dass junge Menschen den Anschluss an das Schulleben nicht verlieren dürfen, weil heutzutage Bildung eine elementare Voraussetzung ist, um eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten und folgedessen ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen zu können. Schrell dankte deshalb allen an der Erstellung des Leitfadens beteiligten Institutionen. „Mit den Handlungsleitlinien“, so Schrell, „verfügen alle Akteure von Schule und Jugendhilfe über eine hervorragende Grundlage, kooperativ mit schulverweigerndem Verhalten umzugehen“. Der Landrat äußerte gegenüber den anwesenden Vertretern der Schulen im Landkreis die Bitte, den Leitfaden verbindlich an der jeweiligen Bildungseinrichtung einzuführen, um eine einheitliche Vorgehensweise im Landkreis sicherzustellen.
Bei der Vorstellung des Leitfadens erläuterten Beate Sigl (St. Gregor Jugendhilfe) und Schulrat Markus Wörle, dass zwischen der aktiven und passiven Schulverweigerung zu unterscheiden sei. So liegt eine aktive Verweigerung vor, wenn der Schüler wiederholt oder über einen längeren Zeitraum hinweg unentschuldigt der Schule fern bleibt oder zwar physisch anwesend ist, den Unterricht jedoch durch Störungen aktiv verweigert. Eine passive Schulverweigerung hingegen ist dadurch gekennzeichnet, dass die Schülerinnen und Schüler zwar im Unterricht anwesend sind, sich jedoch nicht am Unterrichtsgeschehen beteiligen und kein Interesse zeigen. Passive Verweigerung liegt zudem vor, wenn die Kinder und Jugendlichen der Schule entschuldigt fernbleiben, jedoch in einem Maße, welches inhaltlich nicht nachvollziehbar ist.

Um eine Schulverweigerung möglichst frühzeitig zu erkennen, enthält der Leitfaden u.a. eine Checkliste „Formen der Schulverweigerung“. Anhand mehrerer Indikatoren zum Verhalten der Schüler und deren schulischen Interaktionen, zu Fehlzeiten, zum Leistungsabfall und schulrechtlichen Auffälligkeiten sollen Rückschlüsse auf eine schulverweigernde Haltung gezogen werden können.

Der Leitfaden ist u.a. Ausfluss des vom Kreisjugendamt bereits vor Jahren angeregten und von der St. Gregor Jugendhilfe entwickelten Projektes „FliBB – Flexible individuelle Betreuung und Beschulung“. Auf der Grundlage des nun erarbeiteten Leitfadens wird eine enge Zusammenarbeit von Schulleitungen, Beratungslehrern, Schulpsychologen, Fachkräften der Jugendsozialarbeit an Schulen, Mitarbeitern des allgemeinen sozialen Dienstes und Trägern der freien Jugendhilfe angestrebt. Dazu gab Dipl. Sozialpädagoge Wolfgang Geiling in seinem Fachvortrag zum Thema „Wie arbeiten Jugendhilfe und Schule bei Schulverweigerung zusammen“ wertvolle Hinweise.
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