"Forschungsprojekt zum Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin im Landkreis Dillingen" des Landkreises Dillingen a.d.Donau

Mit 300.000 Euro fördert das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ein Forschungsprojekt der TU München zur wissenschaftlichen Begleitung des „Ausbildungskonzeptes Allgemeinmedizin im Landkreis Dillingen (AKADemie)“. Bei der Bescheidsübergabe im Bild von links: Landrat Leo Schrell, Chefärztin Dr. med. Ulrike Bechtel, Bezirksrat Dr. Johann Popp, Marie-Christine Federle, MdL Georg Winter und Geschäftsführer Uli-Gerd Prillinger
Dillingen an der Donau: Landratsamt | Mit einem Forschungsprojekt zum „Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin im Landkreis Dillingen (AKADemie)“ wird die Technische Universität (TU) München in enger Kooperation mit der Kreisklinik St. Elisabeth untersuchen, ob das Konzept effektiv und nachhaltig dazu beitragen kann, Medizinstudenten stärker für die hausärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum zu motivieren und zu begeistern.

Davon überzeugt sind jedenfalls Landrat Leo Schrell, Stimmkreisabgeordneter Georg Winter, Bezirksrat Dr. Johann Popp, die Chefärztin der Inneren Abteilung an der Kreisklinik St. Elisabeth in Dillingen, Dr. med. Ulrike Bechtel, und Geschäftsführer Uli-Gerd Prillinger.

Mit rund 300.000 Euro unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in den nächsten beiden Jahren das Forschungsprojekt. Winter nutzte die Beratungen zum Doppelhaushalt 2015/16, um gemeinsam mit Gesundheitsministerin Huml die finanzielle Basis für das Projekt zu schaffen. Damit soll die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum gesteigert werden.

Bei der Übergabe des Förderbescheides betonten Winter, Schrell und Dr. Popp übereinstimmend, dass eine gesicherte wohnortnahe medizinische Versorgung den ländlichen Raum auf Dauer zukunftsfähig und attraktiv gestaltet.

Bereits im Jahr 2013 wurde dafür mit der Anerkennung der Kreisklinik St. Elisabeth in Dillingen als akademisches Lehrkrankenhaus der TU München der Grundstein gelegt. Winter hatte als Haushaltspolitiker mit seinem Kollegen Prof. Dr. Georg Barfuß erreicht, dass diese neue Kooperation der TU mit einem Krankenhaus der Grundversorgung vom Freistaat finanziert wurde. Das Konzept dafür hat Dr. Ulrike Bechtel erarbeitet und die Kooperation mit dem Praxisnetz „Pradix“ forciert. Schrell betonte in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH, dass der beispielgebende Zusammenschluss des akademischen Lehrkrankenhauses mit den Haus- und Fachärzten im Landkreis zur Ausbildungsakademie für Allgemeinmedizin Dillingen (AKADemie) bundesweit Anerkennung erfahre. Wesentlicher Bestandteil des innovativen Konzeptes ist, dass die Studierenden acht Monate im Lehrkrankenhaus intensiv in Innerer Medizin und Chirurgie ausgebildet werden, bevor sie für vier Monate in einer der Lehrpraxen des Landkreises erstmals unter Anleitung hausärztlich tätig werden. Aktuell befinden sich fünf Studentinnen und Studenten im Praktischen Jahr ihres Medizinstudiums in Dillingen.

Im Juni vergangenen Jahres besuchte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml das Lehrkrankenhaus, um sich vom Erfolg des Ausbildungskonzeptes zu überzeugen. Dabei betonte sie, dass das in Dillingen in der Umsetzung befindliche Konzept ein „Leuchtturmprojekt“ für Deutschland in dem Bemühen sei, mehr Nachwuchs für den Hausarztberuf zu gewinnen. Dies nahm Dr. Bechtel zum Anlass, gemeinsam mit dem Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin der TU München, Prof. Dr. Antonius Schneider, den Forschungsantrag einzureichen, der nun mit Unterstützung von Georg Winter bewilligt wurde. Winter hatte sich auf Initiative von Dr. Popp unabhängig vom Forschungsantrag an Gesundheitsministerin Huml mit der Bitte gewandt, die Gewinnung und Ausbildung von Hausärzten für den ländlichen Raum durch eine Intensivierung und die nachhaltige Finanzierung des bereits 2012 gestarteten Projekts zu unterstützen.

Dr. Bechtel bezeichnete die vor Kurzem getroffene Entscheidung des Stadtrates Höchstädt, den Studierenden eine Unterkunft vor Ort zur Verfügung zu stellen, als wichtigen Baustein des Konzeptes.

„Im Interesse des Erfolgs des Ausbildungskonzeptes wünsche ich mir, dass viele Gemeinden im Landkreis dem guten Beispiel der Stadt Höchstädt folgen“, sagte der Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Dr. Johann Popp. So wird Marie-Christine Federle im März ihr Praxistertial in der Praxis von Dr. med. Jürgen Arnhardt beginnen.
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