Ausbreitung der „Beifuß-Ambrosie“
Aufgrund einiger aktueller Meldungen von Bürgern über Vorkommen der „Beifuß-Ambrosie“ im Landkreis Dillingen weist das Landratsamt Dillingen nochmals darauf hin, wie wichtig es ist, die Entdeckung dieser Problempflanze dem zuständigen Fachpersonal mitzuteilen.
Die Beifuß-Ambrosie ursprünglich in Nordamerika und Kanada heimisch, tritt in Europa als stark invasiver Neophyth in großen Beständen in Ungarn, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz auf. Seit Anfang der 1990er Jahre ist eine zunehmende Ausbreitung in Deutschland zu beobachten. Die weitere Verbreitung von Ambrosia in unserer Region wird möglicherweise durch den Wandel des Klimas begünstigt, da die Pflanze warme und trockene Standorte bevorzugt.
Folgende Einschleppungs- und Verbreitungswege sind momentan bekannt:
• Durch Ambrosia-Samen verunreinigtes Vogelfutter in Privatgärten,
• Entlang von Straßen und Autobahnen, durch Mäharbeiten oder in verunreinigten Radkästen von Autos,
• Sonnenblumenpflückfelder wenn kontaminierte Sonnenblumensamen als Saatgut verwendet wurden,
• Über verunreinigtes Erdmaterial bei Baumaßnahmen im Bereich von Straßenrändern und Siedlungsbereichen.
Da die Pollen der Ambrosie zu den starken Allergie-Auslösern zählen, soll eine weitere Ausbreitung verhindert werden. In letzter Zeit sind auch im Landkreisgebiet einige Standorte bekannt geworden. Die Wuchsplätze befanden sich in unmittelbarer Nähe von Vogelfutterplätzen in Hausgärten. Da im momentanen Wachstumszustand die Pflanzen relativ leicht zu bestimmen sind, sollten Futterplätze, Sonnenblumenfelder, Brachflächen an Straßenrändern und Baugebieten jetzt kontrolliert werden. Vorkommen in der freien Landschaft sind von besonderer Bedeutung, weil sie sich dort unbemerkt ausbreiten und schnell große Bestände bilden können.
Verwechselt werden kann die Ambrosie mit einigen anderen heimischen Pflanzen. In erster Linie mit verschiedenen Beifuß-Arten die ähnliche Blattformen aufweisen, aber immer eine silbrige Blattunterseite haben.
Bei der Entsorgung der Pflanzen sollte einiges beachtet werden:
• Pflanzen nur mit Handschuhen anfassen und jeglichen Hautkontakt vermeiden,
• Bei Entfernung blühender Pflanzen Feinstaubmaske zum Schutz vor dem Pollen tragen,
• Bei kleineren Beständen die Pflanzen mit der Wurzel herausziehen und in einem Plastiksack in der Restmülltonne entsorgen,
• Bei größeren Beständen Meldung an die Kreisverwaltungsbehörde oder die Stadtverwaltungen,
• Eine Bekämpfung sollte erst nach Bestätigung und Beratung durch die zuständige Behörde erfolgen.
Umfangreiche Informationen zur Pflanze und deren Bekämpfung gibt es in dem vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz entwickelten „Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung in Bayern“. Es kann abgerufen werden unter www.stmugv.bayern.de
Weitere Informationen im Internet gibt es auch auf folgender Seite www.ambrosiainfo.de
Ansprechpartner sind:
• für fachliche Fragen an der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt:
Susanne Schenk 0 90 71 / 51-181
Manfred Herian 0 90 71 / 51-180
• für gesundheitliche Fragen im Gesundheitsamt:
Dr. Uta-Maria Kastner 0 90 71 / 51-4041
• für landwirtschaftlich genutzte Flächen im Amt für Landwirtschaft und Forsten in Wertingen:
Robert Knittel 0 82 72 / 8006-169


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