Spektakuläre Eröffnung des diesjährigen Dillinger Orgelsommers mit Axel Flierl

Axel Flierl gab an "seiner" Sandtner-Orgel in der Basilika ein großartiges Konzert mit Werken von Bach und Liszt

Dillingen an der Donau: Basilika St. Peter | Zurecht pries Regionaldekan Gottfried Fellner das Eröffnungskonzert und den Orgelsommer 2011 in seinen Begrüßungsworten als musikalisches Ereignis. Zum fünften Male findet heuer eine acht Wochen dauernde Reihe mit hochkarätigen Virtuosen statt, die jeweils samstags um 11.15 Uhr ihre Visitenkarte abgeben. Der Dillinger Stadtpfarrer bezeichnete den Organisator und Solisten des ersten Konzertes Axel Flierl als "Geschenk", dem nahezu einhundert Besucher mit Altoberbürgermeister Hans-Jürgen Weigl (1. Vorsitzender des Orgelfördervereins), OB Frank Kunz und 2. BM Franz Jall die Ehre erwiesen. Sie waren Zeuge einer erhebenden Stunde mit Orgelmusik von J.S.Bach und Franz Liszt. Es war eine Demonstration künstlerischer Meisterschaft, die sich auf reifer Spieltechnik und tiefem Musikverständnis gründete. Axel Flierl kennt inzwischen "seine" Sandtner-Orgel wie kein zweiter und hat sich mit der Registervielfalt vertraut gemacht, die er mit subtilem Gespür einsetzt. Dabei geht es ihm nicht um vordergründige Wirkung. Flierl lotet mit Feinsinn den kompositorischen Auftrag aus und bringt dynamische Extreme beredt zum Ausdruck. Davon lebten die Klangschattierungen, die Franz Liszt in seiner Betrachtung über die Sixtinische Kapelle als Mittel wählt, um das neunstimmige "Miserere" von Gregorio Allegri und das "Ave verum" von W.A.Mozart darzustellen. So entwickelte Flierl aus der abgrundtiefen Bassregion unnachahmliche Aufschwünge, aus dem klanglicher Zierrat leuchtete, die mächtig daherstürmten und gewollt herabsanken. Ohne Überleitung erklang als Flötenintermezzo das "Ave verum", bei dem Flierl an Mozarts Spielstücke für eine Orgelwalze erinnerte. Im Des-Dur-Adagio von Franz Liszt dominierten klangintensive impressionistische Farben, eine Hommage an das 200. Geburtsjahr des ungarischen Komponisten. Diesem setzt Flierl ein weiteres Denkmal mit den 1863 entstandenen Variationen der Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" und dem "Crucifixus" aus der H-Moll-Messe von J.S.Bach. Die beklemmende Lethargie der Lisztschen "Trauerarbeit", die chromatische Schwerelosigkeit, der Wechsel von machtvollem Ausdruck mit Akkordballungen und rezitativer Verhaltenheit wusste der Basilikaorganist leidvoll-genial zu vergegenwärtigen, ehe im Schlusschoral "Was Gott tut, das ist wohlgetan" christliche Hoffnung und Gottvertrauen aufschien. Als Pflichtstück hatte Flierl J.S.Bachs Fantasie und Fuge in g-Moll BWV 542 ausgewählt. Hier ging es Flierl um eine differenzierte Strukturanalyse, die er in der vierstimmige Fuge exemplarisch darstellte und mit imponierender Pedaltechnik unterlegte. Die fünfteilige Anlage der Fantasie erfuhr eine virtuose und hochexpressive Ausrichtung. Großer anhaltender Beifall für einen motivierenden Auftakt des Orgelsommers.

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