Erforschung der vier Grundelemente bei den 15. Kulturtagen des Landkreises Dillingen a.d. Donau
„Vier Elemente, Innig gesellt, Bilden das Leben, Bauen die Welt.“Dieses Zitat von Friedrich Schiller haben sich die Grund- Haupt- und Förderschulen des Landkreises als Motto gewählt. Sie befassen sich in einer Sequenz, die in den Folgejahren fortgeführt werden soll, mit den vier Elementen. Heuer steht das Element „Erde“ im Fokus der Betrachtung. Damit ist diese Altersgruppe einem sehr wichtigen Anliegen der Programmverantwortlichen auf der Spur, nämlich dem Dreiklang „Heimat erleben – Heimat erforschen – Heimat gestalten. “ In einer Zeit der Globalisierung droht die Bindung zur Heimat und ihren besonderen Werten wie Dialekt, Brauchtum, Überlieferung und Lebensumständen verloren zu gehen. Viele Kinder und Jugendliche haben den Bezug zu den einfachen Dingen, zu den Wurzeln des Seins verloren. Die Elemente in ihrer Ursprünglichkeit mit allen Sinnen und handelnd zu erfahren ist daher die Intention der Projekte. Das Element Erde steht hier insbesondere für Säen, für Wachstum, für Ernten.
„Boden (Erde) kennt jeder. Ist immer da - auf Schritt und Tritt. Wird meistens mit Füßen getreten und kaum eines Blickes gewürdigt. Dabei ist Boden (Erde) ein Fest für die Sinne! Riecht natürlich gut, liegt vertraut in der Hand und schmeckt richtig gut über den Umweg Karotte, Kartoffel, Wein.
An der Bachtal-Volksschule in Syrgenstein werden sich die Kinder über das Motto „Rund um den Apfelbaum“ in einer Projektwoche vom 08. – 12. Oktober 2007 dem Element Erde zuwenden. Die Bedeutung von Hummeln und Bienen für das Wachsen der Äpfel und das Produzieren von Honig soll durch einen Besuch beim Imker verdeutlicht werden. Weiterer Schwerpunkt ist der Apfel als gesundes Lebensmittel. Die Schüler sollen auch hier selbst tätig werden und primäre Erkenntnisse zum Thema „Gesunde Ernährung“ erwerben. Am Freitag, 12. Oktober 2007 findet ein Tag der offenen Tür statt.
An einem Projekttag am Freitag, 26. Oktober 2007 steht das Element „Erde“ an der Angelina-Egger-Volksschule Dillingen im Mittelpunkt des Interesses. Mit Liedern, Tänzen, Lesestücken, durch Malen und Gestalten sollen Grunderfahrungen vermittelt werden.
Die Volksschule Schwenningen holt sich Unterstützung auf dem Bauernhof. Vor Ort lernen die Kinder den Beruf des Landwirts genau kennen und erfahren Wissenswertes über die Erde und die Früchte, die sie hervorbringt. Handelnd „begreifen“ die Schüler, wie wichtig der sorgsame Umgang mit den Schätzen der Natur ist.
Sowohl an der Volksschule Höchstädt wie auch an der Grundschule Wertingen dreht sich eine Woche lang - vom 22. bis 26. Oktober 2007 - alles um „Kürbis und Co“. Die Schüler beschäftigen sich auf unterschiedlichste Weise mit diesem Thema, wobei der Schwerpunkt auf dem Erfassen mit allen Sinnen liegt. Während dieser Projektwoche werden die Kinder „Die Früchte der Erde“ über Ausstellungen, Kunst- und Werkarbeiten, Lieder und Lesetexte genau kennen lernen. Der Höhepunkt wird an beiden Schulen bestimmt in der Herstellung und dem Verzehr der verarbeiteten kulinarischen Köstlichkeiten liegen. Dazu veranstaltet die Volksschule Höchstädt am Donnerstag, 25. Oktober 2007 ein Kürbisfest, die Grundschule Wertingen am Freitag, 26. Oktober 2007 einen Projekttag.
Die Verwendung und Herstellung von Farbstoffen aus Erden sowie das Experimentieren mit diesem Material wird an der Josef-Anton-Schneller-Hauptschule Dillingen und der Volksschule am Schlachtegg in Gundelfingen im Mittelpunkt stehen. Die Dillinger Hauptschüler werden aus den gewonnen Farben Urtiere gestalten und so mit einfachen Mitteln das Leben der Steinzeit nachahmen. Die Schülerarbeiten werden in der Aula der Schule vom 01. bis 12. Oktober 2007 ausgestellt.
Die Gundelfinger bringen ihre Erfahrungen bei der Gestaltung eines Raumteilers aus Astholz zur Anwendung.
„Frisch auf den Tisch - Gemüse und Kräuter aus dem Schulgarten“ heißt es während der Kulturtage an der Aschbergschule in Weisingen. Was bereits im Frühjahr im Schulgarten gepflanzt wurde, darf nun geerntet werden. Eine leckere Zucchinisuppe steht auf dem Speiseplan der Hauswirtschaftsgruppen und Lauch, Zwiebeln und Gelbe Rüben werden zu herbstlichen Eintöpfen verarbeitet. So erfassen die Schüler im Jahresverlauf mit allen Sinnen die Natur im Schulgarten, erfahren Verantwortung für die Pflege, erlernen Wissenswertes über Verarbeitung und gesunde Ernährung.
Fächerübergreifend wird auch an der Hyazinth-Wäckerle-Hauptschule in Lauingen gelernt. Malen und töpfern stehen ebenso auf dem Programm wie wissenschaftliche Untersuchungen der Bodenbeschaffenheit. Erdverbundene Betriebe und Berufe werden erkundet. Höhepunkt bildet eine Ausstellung in den Räumen der Raiffeisen-Volksbank Lauingen, die am Dienstag, 09. Oktober 2007 eröffnet wird.
Ein sehr erdverbundenes Thema nämlich den „Erdapfel“, die Kartoffel haben sich die Volksschule Pfaffenhofen in Kooperation mit der Theresia-Haselmayr-Schule Dillingen für ihre Projektwoche vom 15. – 19. Oktober 2007 gewählt. Als besonderes „Schmankerl“ schrieb Heimatpfleger Alois Sailer ein kleines Theaterstück zur Kartoffel, das von den Schülern aufgeführt wird.
Die Beschäftigung mit Anbau, Pflege, Ernte, Lagerung und Verarbeitung der Knolle wird erweitert durch Lieder, Geschichten, Werk- und Kunstarbeiten. Besonderer Wert wird wie bei allen anderen Schulen darauf gelegt, dass die Kinder das Thema mit allen Sinnen erfassen und begreifen können, dass sie Erfahrungen aus erster Hand sammeln und selbsttätig handeln.
Heimatbewusstsein im besten Sinne des Wortes durch diese Projekte und Aktionen neu grund zulegen oder einfach nur wieder zu beleben darf und muss ein Kernanliegen der Kulturtage im ländlichen Raum sein. Auf vielfältige Weise kommen so die Schulen dem Auftrag des Artikel 131 der Verfassung des Freistaates Bayern nach: „Die Schüler sind in der Liebe zur bayerischen Heimat zu erziehen.“











