Drei-Königs-Konzert 2010 der Stadt- und Jugendkapelle Dillingen

Stadtkapelle Dillingen am Drei-Königs-Konzert 2010
 
Jugendkapelle Dillingen mit Dirigent Karl-Heinz Schneider

Dillingen: Stadtsaal am Kolpingplatz | Mit einem schwungvollen Happy Opening aus der Feder von Dirigent Karl-Heinz Schneider eröffnete die Jugendkapelle Dillingen das Drei-Königs-Konzert 2010.
Harald Winter, Vorstand der Stadtkapelle, begrüßte die zahlreichen Gäste im Stadtsaal am Kolpingplatz und übergab das Wort an Uwe Kaipf, der das Publikum mit viel Witz und Charme durch den Abend begleitete.

Zum Pferderennen entführten die engagierten Dillinger Jungmusiker ihre Zuhörer mit A Day at the Races Die raffinierte Mischung aus Franz von Suppés Leichter Kavallerie, der Wilhelm-Tell-Ouverture und dem amerikanischen Volkslied The old grey mare von L.C. Harnsberger ließ einen Tag auf der Rennbahn lebendig werden.
Etwas ernster, ja fast schon gefährlich wurde die Stimmung beim Chinese Rap, wiederum komponiert von Karl-Heinz Schneider. Zum abschließenden Disco-Klassiker Y.M.C.A. forderte Uwe Kaipf den ganzen Stadtsaal auf, aktiv bei den dafür typischen Armbewegungen mitzumachen. Hierbei hatten auch die Jüngsten der Stadtkapelle, die Gruppe der musikalischen Früherziehung unter Leitung von Martina Philipp, ihren großen Auftritt, indem sie ihre Bläserkollegen der Jugendkapelle mit verschiedenstem Schlagwerk und sichtlich Spaß und Eifer musikalisch unterstützten.

Mit einem kompletten Stimmungsumschwung begann die Stadtkapelle Dillingen ihren Teil des Konzertabends. Keine leichte Kost ist das Werk Tirol 1809 von Sepp Tanzer, weder musikalisch noch geschichtlich. Daher führte Uwe Kaipf auch mit musikalisch untermalten Erläuterungen in das Thema um den Freiheitskampf des Tirolers Andreas Hofer ein. Das Motto des Abends, Pflicht und Kür, wurde dann auch mit dem zweiten Stück noch einmal verdeutlicht. Während Tirol 1809 aus der Pflichtliteratur für Wertungsspiele des Bayerischen Blasmusikverbands stammt, zählt das Westcoast Concerto von Kees Vlak zweifelsohne zur Kür. Kür speziell für die Solistin am Flügel, Carolin Ortmann, die mit ihren 17 Jahren ein Bravourstück an ihrem Instrument ablegte, indem sie Lebensfreude und Freiheitsliebe der amerikanischen Westküste im Dialog mit dem Klangkörper der Stadtkapelle Dillingen technisch versiert und voller Musikalität abbildete.

Die Intrada Festiva von R.Summerer bot einen feierlichen Auftakt zum zweiten Teil des Konzertabends nach der Pause. Das Pflichtstück zur Kür stellte die Stadtkapelle mit Dirigent Karl-Heinz Schneider mittels der New York Overture vor, die, laut Komponist Kees Vlak, die Vorlage für das Klavierkonzert West Coast Concerto darstellt und, aufgrund der schnellen Wechsel zwischen schmissigen Rhythmen und ruhigen Melodien sehr vielseitig und interessant zu interpretieren, schon auf zahlreichen Wertungsspielen zu hören war.

Einen Ausflug in die Operetten-Musik unternahmen die Musiker der Stadtkapelle mit Franz von Suppés Banditenstreichen, arrangiert von W. van der Beek. Tänzerisch leicht und mit einem kleinen Augenzwinkern wurde die Geschichte um Lidia und ihren Geliebten Gaetano aus dem Jahre 1867 ins heutige Dillingen geholt.
Ihre musikalische Vielseitigkeit stellte die Stadtkapelle mit Three Aspects of Kurt Weill unter Beweis. Komponist Peter Kleine Schaars widmete sein Werk dem berühmten Komponisten, dessen bekanntestes Werk wohl die Dreigroschenoper ist. Nach seiner Flucht aus Deutschland während der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten lebte er einige Zeit in Paris, später emigrierte er in die USA. Dementsprechend verarbeitete Peter Kleine Schaars ein musikalisches Thema aufeinander folgend als Berliner Marsch, als Valse de Paris und als Broadway Swing.

Von der Kür zurück zur Pflicht, durfte natürlich auch ein traditioneller Marsch im Programm des Konzertabends nicht fehlen. Die Musiker der Stadtkapelle Dillingen hatten sich hierbei für den Mars der Medici von Johann Wichers entschieden, und Uwe Kaipf konnte dazu mit interessanten Fakten über die Florenzer Familie aufwarten, die im 16. Jahrhundert eine italienische Großmacht darstellte.

Ein ganz besonderes Kür-Stück erwartete die Zuhörer zum Abschluss des Konzerts: Während Moderator Uwe Kaipf eben noch erklärte, dass der Titel 10W-60 eigentlich eine Bezeichnung für hochwertiges Motorenöl sei, wurden im nächsten Moment die Konzertgäste von dem ebenso schwungvollen wie fetzigen Stück regelrecht mitgerissen. Auch hier wurde ein Aspekt des Begriffs Kür noch einmal deutlich: Ein Musikstück, dass Elemente von Jazz, Rock, Blues, Swing, Hip Hop und Funk enthält, in kein Schema passt, aber allen Musikern sichtlich Spaß macht und deswegen schon fast wieder zum Pflichtprogramm für eine Musikkapelle gehört.
Den Bitten nach einer Zugabe kamen Karl-Heinz Schneider und seine Musiker mit dem König-Karl-Marsch nach, der anlässlich des Jubiläumstreffens der Cheveaulegers im Oktober letzten Jahres schon einmal in der Königstraße erklungen war.

Nach lang anhaltendem Applaus verabschiedeten sich die Musiker und wünschten den Besuchern ein gesegnetes und gesundes Jahr 2010 und freuten sich gemeinsam mit Ihnen auf das Drei-Königs-Konzert 2011.

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Regionalmagazin dillinger | Erschienen am 05.02.2010
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