Bezaubernde Lieder aus der Renaissance mit Marie Finkl und Norbert Neunzling in der Walkmühle Gundelfingen

 

Eine laue Sommernacht, leise Klänge einer Laute, Lieder zum Thema "Liebe" und die Walkmühle waren die besten Voraussetzungen für ein großartiges Konzert, dass Marie Finkl (Gesang) und Norbert Neunzling (Laute) in Gundelfingen einem erwartungsvollen Publikum bot. Walter Kaminski, Vorsitzender des Kulturforums Gundelfingen, konnte hierzu die zahlreichen Besucher, darunter Gäste aus Amsterdam, zu einem Abend begrüßen.

Liebeslieder mit viel Gefühl und ausdrucksstarken Künstlern

Es war ein Abend, an dem Lieder von Liebe in ihren ganzen Schattierungen und Gemütslagen, die etwas von der Melancholie des elizabethanischen Zeitalters in Melodie und Texten spürbar werden ließ und die Zuhörer bezauberte vom Duo "Finkl und Neunzling" präsentiert wurden.
Schon beim Auftakt mit "When Laura smiles" von Philip Rosseter (1567-1623) wurde hörbar mit welcher Intensität und Ausdrucksstärke Marie Finkl den Inhalt der Lieder an diesem besonderen Konzertabend interpretieren wird. Glänzend zurückhaltend und doch den Liedern die nötige Farbe verleihend Norbert Neunzling an der Laute.

Ein musikalischer Bogen von Nacht zum Licht

Die beiden Künstler hatten ihr Programm in vier thematisch Blöcke eingeteilt, in die Marie Finkl charmant und inhaltlich auf den Punkten kommend einführte. So konnten die Besucher, auch wenn alle Stücke auf englisch gesungen wurden, sich ganz auf die Melodie und die auch Nuancen in den Gefühlen mit ihrer Stimme als Tongemälde malend von Marie Finkl einlassen. So spannte sich am Anfang ein musikalischer Bogen von finsterer Nacht bis himmlischen Licht, bei dem alles zu erfahren war, wenn es um Liebe geht. Eindrucksvoll geboten bei John Donwlands (1563 - 1626) "Shall I sue" melancholisch bis zu klagenden Tönen, Sehnsucht widerspiegelnd. Dem stand "Rest sweet Nymphs" von Francis Pilkington (1565 - 1638) in nichts nach.

Liebe in all ihren Facetten in Melodien gefasst

Die große Welt der Liebe, dort wo sie sich tummelt, wurde im zweiten Block besungen und die Lieder erzählten von tiefem Schmerz, Schmach, Kummer, Leid und bitterer Enttäuschung bevor dann am Melodienhimmel wieder die helle Farbe einer weißen Lilie auftauchte, die Robert Johnson (1583 - 1633) in seinem Lied, dass von Marie Finkl mit einer erfrischenden Intensität zum Ausdruck gebracht wurde, beschrieb.

Starke Solos für Laute von Norbert Neunzling

Doch bereits zum Auftakt des zweiten Blockes, wie auch als Überleitung zum dritten Block hatte Norbert Neunzling sein ausgezeichnetes Können und seine Einfühlsamkeit für die Renaissancemusik bei den Solostücken für Laute "What if a Day" und dem "Prälidium" von John Dowland zu Gehör gebracht. "...time stands still" war der 3. Block überschrieben und ganz John Dowland gewidmet.

Wenn die Zeit stehen bleibt

In den Liedern bleibt die Zeit stehen, es ist etwa schreckliches passiert und auf der anderen Seite geschieht wundervolles, auch da bleibt die Zeit stehen. Diese Brücke verschiedener Eindrücke vermittelte das Duo in einer großartigen musikalischen Symbiose von Gesang und Saitenklang der Laute. Seine ganze Fingerfertigkeit und Griffsicherheit zeigte Norbert Neunzling bei seinem Solo für Laute "Muy Linda" von Antohony Holborne (1545 - 1602).

Wie die Liebe süß sein kann

In ihrem abschließenden Block stand die süße Liebe mit Liedern von Rosseter und Dowland im Mittelpunkt. Und Marie Finkl und Norbert Neunzling konnten das hohe Niveau ihres Konzertes bis zum letzten Klang halten. Langanhaltender Beifall war der mehr verdiente Lohn für eine außergewöhnliche Leistung bei diesem musikalischen Leckerbissen zu später Stunde in der Walkmühle. Mit einem sommerlichen Blumengruß dankte der Vorsitzende des Kulturforums Gundelfingen Walter Kaminski den beiden Künstlern für ein beeindruckendes Konzert, dass ohne Verstärker, den Besuchern ein phantastisches Klangerlebnis schenkte.
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