Afrikanischen Schweinepest

Mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist die für Haus- und Wildschweine, jedoch nicht für Menschen gefährliche Viruserkrankung Ende Januar erstmals in Litauen in zwei Regionen an der Grenze zu Weißrussland aufgetreten. So wurden im Dreiländereck Polen, Litauen und Belarus verendete Wildschweine gefunden, die mit dem Virus infiziert waren.

Deshalb ist nach Mitteilung der Bundestierärztekammer die Ge-fahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland gegeben.

Bei der ASP handelt es sich um eine Viruserkrankung, die aus-schließlich Haus- und Wildschweine betrifft. Das Hauptverbreitungsgebiet sind afrikanische Länder südlich der Sahara sowie einige Mittelmeerländer. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und hält sich in gepökelten und geräucherten Waren monatelang, in gefrorenem Fleisch sogar jahrzehntelang.

Grundsätzlich wird die Erkrankung von Tier zu Tier direkt übertragen. Es ist aber auch eine indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände möglich; daher ist eine Weiterverbreitung des Virus auch über Transportfahrzeuge, die aus betroffenen Regionen zurückkehren, sowie über nicht durchgegarte Produkte wie Schinken und Salami etc. von infizierten Schweinen vorstellbar. Deshalb bittet die Veterinärverwaltung des Landratsamtes Privatpersonen, Schweinehalter und Jäger zu einem besonders umsichtigen Verhalten.

So kann selbst ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot unter Um-ständen enorme Auswirkungen haben und zu einer Verbreitung des Virus beitragen. Auch das illegale Verfüttern von Speiseabfällen an Schweine kann eine Infektionsquelle darstellen.

Die klinischen Anzeichen der ASP sind sehr schwer und können hohes Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen, Durchfall und Atemprobleme umfassen. Blutungsneigung in Form von Nasenbluten, blutigem Durchfall sowie Hautblutungen können ebenfalls beobachtet werden. Beim Aufbrechen von Schwarzwildstücken sollte auf vergrößerte, blutige Lymphknoten, Milzvergrößerung und kleine, punkt- oder auch flächenförmige Blutungen in Haut, Unterhaut oder Organen geachtet werden. Die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt.

Das Landratsamt weist deshalb ausdrücklich auf die Einhaltung der Schweinehaltungshygieneverordnung und Biosicherheitsmaßnahmen hin.
Gehäufte Krankheits- bzw. Todesfälle sollten sofort dem behandelnden Tierarzt und dem Veterinäramt gemeldet werden. Dies gilt insbesondere beim Auftreten akuter Symptome, die nicht klar einer anderen Erkrankung zugeordnet werden können und auf Antibiotikagaben nicht ansprechen. Transportfahrzeuge sind sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren.

Die Jägerschaft ist zudem aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild beim Schwarzwild der zuständigen Behörde zu melden; zwischenzeitlich muss der Kadaver so abgesichert werden, dass kein Kontakt mit dem toten Tier mehr möglich ist. Schweiß ist besonders effizient in der Übertragung von Virus. So genügen winzige Tropfen für eine Infektion. Zu bedenken ist daher auch, dass Trophäen und Schwarzwildprodukte im Rahmen des „Jagdtourismus“ ein Risiko darstellen können; dies gilt ebenso für die verwendeten Gegenstände und die Kleidung.

Da die ASP in Deutschland bisher nicht aufgetreten ist, sind die Schweinebestände völlig ungeschützt. Ein Impfstoff steht zudem nicht zur Verfügung. Die einzige Möglichkeit der Bekämpfung ist deshalb die Tötung und unschädliche Beseitigung ganzer Tierbestände. Den rechtlichen Rahmen dazu bildet auf Bundesebene die Schweinepestverordnung. Das Landratsamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Afrikanische Schweinepest anzeigepflichtig ist.

Während das aggressive Virus der ASP massive Folgen für einen Schweinebestand haben kann, geht von der Tierseuche keinerlei Gefahr für den Menschen aus.
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