Immerhin ein kleiner Schritt...
in die erhoffte Richtung!
Hallo zusammen, da melde ich mich doch auch mal wieder bei Ihnen.
Ich weiß, letzte Woche war es still um uns. Aber ich mußte einfach einmal all die neuen Mitbewohner beobachten und versuchen, kennen zu lernen.
Das ist für mich nicht leicht, da ich an sich einfach ein Einzelgänger bin, wenn es um andere Tiere geht.
Wären meine Nachbarn Menschen, tja, dann könnte ich Ihnen aber auch alles bis ins kleinste Detail berichten.
Aber ich lerne hier ja doch jeden Tag immer wieder Neues und so lerne ich meine Mitbewohner des Tierheimes zu akzeptieren.
Ansonsten könnte ich ja auch garnichts über sie erzählen und dann wäre ich wohl ein schlechter Tagebuch-Schreiber.
Aber deswegen dauert es manchmal einfach ein wenig länger.
Deswegen erzähle ich Ihnen auch erst heute, daß unsere liebe Fibi ein neues Zuhause gefunden hat. Ein glücklicher Zufall oder einfach doch Schicksal hat die richtigen Menschen zu uns geführt und Fibi hat sofort deren Herz erobert. Na da sag ich dann mal: Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!
So und dann fangen wir aber mal mit unseren Neuen an. Ladies first:
Da wäre die bezaubernde Sia. Sie ist als Fundhund im Tierheim eingezogen und daher gibt es wenig aus ihrer Vergangenheit zu erzählen. Geschätzt wird Sia auf 3 Jahre und ihre Eltern werden wohl ein Labrador und ein Schäferhund gewesen sein. Was aber klar scheint ist, daß sie eine aktive Hündin ist, die sich auch gut mit uns Rüden versteht. Menschen mag sie gern. Aber wer von uns mag schon keine Menschen? Immerhin wollen wir ja alle bei Menschen und mit Menschen leben. Gut, fast alles haben wir schlechte Erfahrungen gemacht, aber es ist unser Instinkt dem Mensch noch eine zweite Chance zu geben.
Auch Sia würde das gerne tun.
Dann hätten wir Shiva. Ein bedeutsamer Name für die hübsche Shar-Pei-Mischlings Hündin. Ich habe von ihr erfahren, daß die Falten in ihrem Gesicht nicht von ihrem Alter zeugen und sie auch nicht den ganzen Tag lange trüben Gedanken nachhängt. Nein, die Falten gehören in Shivas Gesicht! Auch sie ist sehr freundlich im Umgang mit uns Rüden. Bei Menschen guckt sie lieber immer zweimal hin, aber wenn sie sich entschieden hat zu lieben, dann tut sie es voller Hingabe. Bewegung ist für Shiva sehr wichtig und so sollte auch ihre neue Familie gerne spazierengehen.
Das gilt auch für Sandy! Sie ist ein wahres Powerpack und eine ausgesprochene Sportskanone. Sandy ist ein Labradormischling und da ist es von der Natur vorgegeben, daß Spielen und Laufen und Rennen ein wichtiger Bestandteil des Lebens sein muß. Noch dazu ist Sandy auch erst knapp 1 Jahr alt und muß noch einiges lernen.
Ebenso eine noch sehr junge Hündin ist Sally. Sie ist im Juli letzten Jahres geboren und kam zusammen mit ihrem Bruder ins Tierheim. Sally ist eine aktive junge Dame, aber sanft in ihrer Art und Weise. Ohne Zweifel ist sie ein richtiger Familienhund.
Genauso wie die arme Mira. Da hat sie bis vor ein paar Wochen noch bei ihrer Familie gelebt und plötzlich hat keiner mehr Zeit für sie und zack, schon wurde sie abgeschoben. Was soll Hund denn davon halten?
Mira ist unglücklich - verständlich! Aber bei ihrer Tauglichkeit als Familienhund und diesen lieben Augen, die tief in ihre große Seele blicken lassen, wird es nicht lange dauern, bis Mira ein richtig gutes Zuhause finden wird. Da bin ich mich sehr sicher.
Und auch Cassy wird uns nicht zu lange mit Ihrer Gesellschaft erfreuen. Sie ist zusammen mit ihrem Sohn bei uns eingezogen und als Mensch würde man sie wohl als knuddelig bezeichnen. Ohne Frage war einer ihrer Eltern ein Rauhaardackel und Cassy ist ca. 2 Jahre alt. Sie mag Menschen, sie mag andere Tiere, sie fährt gern Auto und aufgrund ihrer Körpergröße kann sie ihren Menschen auch überall hin begleiten - darauf könnte man fast neidisch werden. Ihr Sohn Sasha ist im November 2009 auf die Welt gekommen. Ein junger Bursche also noch. Wie seine Mama ist er ein Dackel-Terrier Mischling und die beiden zusammen sind eine echte Wucht. Aber Sasha ist durchaus alt genug auf eigenen Beinen zu stehen. Im Moment wohnen die beiden neben Peterle und Jonas, aber einem baldigen Auszug sind sie bestimtm nicht abgeneigt.
Udn damit wären wir bei den Herren der Schöpfung anbelangt.
Vince ist ein fotogener Typ. Er wirkt groß und selbstbewußt. Aber an sich ist Vince - auch wenn er das jetzt nicht gern hören wird - eher ein kleiner Rüde. Kniehoch ist seine Marke. Seine Eltern kennt keiner und auch sonst weiß niemand viel über ihn, denn auch Vince wurde gefunden. Er entwickelt sich hier aber zum Charmeur der ganz großen Art. Menschen wickelt er schnell um die Kralle.
So geschickt stellt sich auch Sam an. Bei ihm kommt noch dazu, daß er ein besonders hübscher Rüde ist. Sam wurde im Juli 2009 geboren und sein jugendlicher Charme schafft ihm viele Bonuspunkte bei den Menschen.
Nein, ich bin nicht neidisch! Jeder von uns hat seine Schokoladenseite.
Das kann man auch durchaus von Pedro behaupten. Er ist ein Jack Russel und da ist ja schon mal klar, was er von seinem Menschen erwartet: Bewegung für Pfoten und Kopf. Dafür gibt Pedro aber auch umso mehr zurück. Er liebt Menschen jeder Größe und jeden Alters und kuscheln tut Pedro für sein Leben gern. Und ich kann mir vorstellen, daß es kaum etwas schöneres geben kann, als wenn sich so ein kleiner agiler Kerl wie Pedro nach einem ausgiebigen Spieletag glücklich in seinem Körbchen einrollt und schläft.
Davon träumt auch Charles. Sein Leben, gerade mal 1 Jahr alt, stand noch unter keinem guten Stern. Er wurde auf der Strasse gefunden mit einem gebrochenen Bein. Leider war es schon wieder zusammen geheilt. Das ist jetzt sein Markenzeichen: Charles humpelt. Jeder braucht ein Markenzeichen! >b>Charles stört aber sein Bein nicht. Er hat keine Schmerzen und so sucht Charles jetzt ein Zuhause bei Menschen, die Individualität schätzen können. Ein warmes kuschliges Körbchen für sich.
Das hatte Cooper schon. Doch leider wollten ihn dann seine Menschen einfach nicht mehr. Wie kann den sowas eigentlich passieren?
Gerade Cooper ist ein freundlicher und anschmiegsamer Hund und er verträgt sich auch sehr gut mit anderen Hunden. Gerade Hundedamen haben es ihm angetan. Was er falsch gemacht hat, um hier bei uns zu landen? Das kann er sich nicht erklären und wahrscheinlich gibt es dafür auch keine Erklärung.
Und damit wären wir bei dem Neuzugang, der mich in der Tat erschüttert hat: Ringo. Wissen Sie, es ist immer schlimm, wenn wir Neuzugänge bekommen. Das Warum spielt keine Rolle. Hier zu sein, setzt in den meisten Fällen eine Tragödie voraus.
Ringo wurde aus dem Auto geworfen - aus dem fahrenden Auto auf die Autobahn!
Das muß hund erstmal verdauen!
Ringo hat es geschafft, den Sturz zu überleben, sich auf die Seite zu retten und dort still liegen zu bleiben. Ich möchte mir nicht vorstellen, welches Wirrwarr in seinem Kopf herrschte. Seine Menschen haben ihn aus dem Auto geworfen und einfach liegen gelassen. Nicht mal gesagt "geh weg, wir brauchen Dich nicht mehr" und ihn dann abgegeben! Nein, Ringo sollte offensichtlich sterben - oder ist das anders zu verstehen? Er wurde gerettet. Zu all dem kommt noch dazu, daß ihm seine Kette in den Hals eingewachsen war. Seine Wunden werden heilen.
Als ich das alles hörte wurde ich sehr wütend! Als ich ihn dann kennen gelernt habe, konnte ich kein Wort für Schock/Wut/Fassungslosigkeit finden. Ringo ist 15 Monate alt, eine Seele von Hund, ein Schäferhund mit keinem äußeren Schöheitsfehler, aber offensichtlich in den Augen seiner Menschen nichts anderes als Müll. Und wissen Sie was ich erwartet habe? Ich dachte, er würde Menschen hassen! Aber nein! Ringo liebt Menschen! Und er fährt gerne Auto! Ist das nicht ein Wunder! Dieser Hund will es nicht zulassen, daß Menschen ihm seine Chance auf ein gutes Leben nehmen! Recht so! Ringo ist unser neuer stiller Star.
Das soll aber uns andere Bewohner nicht vergssen machen!
Auch wir hoffen immer noch auf ein Zuhause, welches das unsere ist und auf Menschen, die uns ein Leben lang lieben wollen.
Sie wissen ja, kommen Sie uns besuchen, wir sind es wirklich wert.
Ihr
Marco
http://www.tierheim-hoechstaedt.de
Tapferer Ringo.
Und so ein Hund ist sicher nicht nachtragend.
Wahrscheinlich würde er, wenn er sein altes Herrchen oder Frauchen sehen würde, schwanzwedelnd auf sie zulaufen.
Ich glaube an Gerechtigkeit. Und wenn das so ist, werden Ringo's Peiniger vom Schicksal ihre gerechte Strafe bekommen.
In jedem Fall hoffe ich, dass sie nie wieder ein Tier anfassen!
Wenn man das Schicksal von Ringo hört, stellen sich die Nackenhaare auf, da bekommt man solch eine Wut, leider gibt es zu viele Ringoschicksale!
Das es immer keiner merkt, wenn sich so etwas in der Nachbarschaft abspielt, dann könnten diese "Verbrecher" dingfest gemacht werden.
Danke an alle Helfer im Tierheim, gut das es Euch gibt :))
Marco, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich drücke wieder die Daumen, dass möglichst viele Bewohner - und besonders Ringo - ein liebesvolles neues Zuhause finden.
LG Birgit
Es ist überall das gleiche,habe letztens ein Tierheim hier in Spanien besucht und von vielen Ähnlichen Schicksalen gehört,oft kommen mir die Tränen.
Ja die Tiere aus dem Tierschutz sind es wirklich wert sie zu besuchen! Und sollte man sich dazu entschließen einem Tier ein zu Hause zu geben, dann kann ich nur dringenst Empfehlen es sich aus dem Tierschutz zu holen. Denn was man diesen Tieren gibt, bekommt man 1000fach zurück. Doch es gibt auch Menschen die das nicht zu schätzen wissen. Wie die Familie von "Gina", aus Hausen. Gina wurde aus dem Tierheim Höchstädt geholt aber anscheinend hat man sich das nicht so genau überlegt. Es hat nämlich niemand Zeit mit ihr spazieren zu gehen. Man läßt sie einfach alleine gehen, also streunen.
Vor ein paar Monaten ist sie mir aufgefallen als sie am Freitagnachmittag über die B16 lief. Sie hatte Glück das sie nicht überfahren wurde. Ich wollte sie einfangen aber sie ließ mich nicht an sich heran. Also rief ich das Tierheim in Höchstädt an und schildert die Lage. Mir wurde gesagt ich solle sie einfangen und in das Tierheim bringen denn wenn sie ihre Menschen wieder abholen möchten müssten sie bezahlen und wenn es ums Geld geht würden sie schon kapieren das man besser auf seinen Hund aufpassen muß. Da ich sie nicht einfangen konnte bin ich zu ihrer Familie gegangen und wollte das sie sich kümmert. Doch Frauchen klärte mich auf das Gina ein rumänischer Straßenhund sei und daher streunen müsse!? Aha. Als ich keine Ruhe gab wurde Frauchen pampig aber den Hund geholt hat sie nicht. Wenn ich jetzt mit meinem Hund spazieren gehe halt ich die Augen offen und siehe da Gina begegnet mir fast täglich. Mir bleibt fast das Herz stehen wenn ich sehen muß wie sie über die stark befahrenen Straßen läuft. Sie hat schon mehr als einmal Glück gehabt. Vor ein paar Wochen fuhr ich nachts um 22.00Uhr nach Hause und wer sauste über die Straße? Gina! Da hat es mit dann gereicht. Ich bin zur Polizei. Der freundliche Hundeführer versprach mir sich der Sache anzunehmen und mit der Familie zu reden. Eine weile sah ich Gina dann nicht mehr. Doch dann war es wieder soweit, sie streunte herum und lief einem Bekannten fast ins Auto. Ich sah sie jetzt wieder öfter. Also wieder zur Polizei. Doch diesmal kam ich an ein besonderes Exemplar. Auf meine Frage was ich denn tun könnte damit die Familie besser auf ihren Hund aufpasst antwortete mir der Mann in grün doch allen ernstes ich könnte ihn vergiften. Als ich ihm sagte das er wohl verrückt sein meinte er ich wollte doch Lösungen wissen. Selbst als ich zu bedenken gab das der Hund ja auch einmal beißen könnte sagte er mir das sich an ihn kein Hund heran traut denn sonst würde er einen Arschtritt bekommen, da wäre er ganz schnell fertig. Das war ich dann auch und bin gegangen. Irgendwann wird Gina auf der B16 totgefahren weil weder das Tierheim Höchstädt noch die Polizei in die Gänge kommen um ihr zu helfen. Tierschutz stelle ich mir anders vor!
Es ist grausam, wie manche Menschen mit hilflosen Tieren umgehen. Doch immer wieder hört man von Misshandlungen die den armen Tieren angetan werden. Darum freut es mich um so mehr, daß es Tierheime gibt. Dort werden die Tieren wenigstens gut behandelt und bekommen durch eine Vermittlung vielleicht ein gutes und nettes "Zuhause" . Liebe Grüße von Marlene
Ringos Schicksal ist wirklich leider kein Einzelfall, und wie unüberlegt sich manche Leute ein Tier anschaffen, zeigt leider auch das Beispiel von Gina! Ich gebe ihnen in dem Punkt vollkommen Recht liebe Frau Filippini. Und das, obwohl vor Gina´s vermittlung eine Vorkontrolle gemacht wurde, und die Familie in blumigsten Worten die Zukunft von Gina beschrieb. Das Gina öfter alleine beim Spaziergang angetroffen wird, das wissen wir. Das alleine reicht aber nicht aus, um eingreifen zu können. Egal wann wir Gina in Ihrem neuen Zuhause besucht haben, SIE WAR DA!!!!! Was also kann ich anderes tun, als Sie zu bitten uns zu informieren wenn Sie Gina antreffen, oder Sie ien zu fangen und zu uns zu bringen. Wir müssen BEWEISEN können, dass der Hund alleine rum läuft. Hörensagen zählt da leider weder bei der Polizei, noch beim Ordnungsamt. Die Familie selbst, das wissen Sie ja nun aus eigener Erfahrung ist wenig gesprächsbereit. Wir können also nur eingreifen, wenn wir Gina haben! Wenn Sie also was für Sie tun wollen, dann rufen Sie UNS statt der Polizei wenn Sie sie sehen. Unser Notdienst ist 24 Stunden am Tag besetzt!
Hallo Frau Wolf,
ich sehe das auch ihnen der "Fall" Gina Kopfzerbrechen bereitet. Ich werde also jetzt anrufen wenn ich den Hund sehe oder versuchen sie einzufangen und nach Höchstädt zu bringen. Es wird mit Sicherheit eine Weile dauern, aber irgendwann werde ich sie kriegen! Doch was dann? Werden ihre Menschen sie wieder bekommen wenn sie sich im Tierheim melden, dann wäre ja alles für die Katz, oder kann man sie ihnen wegnehmen? Alles nicht so einfach merke ich.








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