Die Schnelligkeit des Seins ...

  oder wie es sein kann, daß die Zeit viel zu schnell vergeht.
Ich hatte mir so fest vorgenommen, jede Woche einen Eintrag ins Tagebuch zu schreiben und sei es auch nur ein kurzes "Hallo, uns geht es gut und wir sind noch alle da!". Aber irgendwie rennt mir die Zeit einfach nur so zwischen den Krallen hindurch. Kaum, daß ich denke "Ringo, es wäre mal wieder an der Zeit" passieren viele Dinge, die mich ablenken und meine Gedanken schweifen lassen.
Leider sind dafür nach wie vor keine Auszüge aus dem Hundehaus verantwortlich, aber ich hatte mich in letzter Zeit hin und wieder an einen Freund im Katzenhaus gewandt, der mir an sich mit dem Tagebuch helfen wollte. Aber was soll ich sagen, mein lieber Kumpel Frodo ist ausgezogen. Da war ich ganz schon verdutzt und mußte mich erst einmal ausgiebig für ihn freuen.
Freuen kostet natürlich auch Zeit und auch wenn Sie denken, daß wir hier davon genug haben - vorallem an freier Zeit, in der nichts passiert und nichts zu tun ist außer da zu sitzen und den Wolken beim Fliegen zu zu sehen ... glauben Sie mir, unser Tagesablauf ist voll mit Aufgaben und Erledigungen.
Einer unserer Menschen kommt zum Beispiel schon ganz in der Früh, damit wir nicht lange alleine sind. Dann werden wir alle kurz aufgeweckt und sollen schon mal die Nase an die frische Luft strecken. Dann gibt es Frühstück und das ist natürlich ein Highlight am Tag.
Danach fangen unsere Menschen an sich um unsere Hygiene zu kümmern. Solange noch kein Eis und Schnee liegt werden unsere Zwinger immer wieder innen und außen gereinigt und zwar ganz gründlich. Dabei können wir nicht wirklich helfen, aber es läßt Zeit für ein kleines Zwischenschläfchen, nachdem wir unsere Beine im Auslauf vertreten haben. Dabei erledigen wir natürlich auch zumeist unsere morgendliche Toilette. Wir Hunde hier sind doch ordentliche Hunde.
Da wir Hunde aber auch nicht die einzigen Bewohner sind, ist es auch spannend zu sehen, wie die Außengehege der Katzen gereinigt werden, wie der Hasenstall sauber gemacht wird und wie sich die Menschen um das Aussehen unseres Hofes kümmern. Es fällt wirklich viel Arbeit an so einem Vormittag an.
Dann gibt es den einen Tag in der Woche, wo unser großes gelbes Auto zum Arzt fährt. Da fährt an sich keiner von uns gerne mit. Das heißt dann sowas wie Ohren angucken lassen oder gar Spritze geben lassen - das macht keinen Spaß, aber manchmal muß es sein. Ab und dann dürfen wir auch schon morgens Gassigehen. Das macht dann natürlich Spaß.
Mittags wird es dann etwas ruhiger bei uns. Oft bleibt einer unserer Menschen da und es wird gebürstet oder einfach nur gekuschelt. Manchmal kommen auch Menschen und es gibt kurze Gassirunden oder Fotosessions. Sie sollen ja immer neue Eindrücke von uns bekommen, denn auch wir verändern uns jeden Tag ein wenig.
Und wenn es dann keine Besuchertage sind, dann kommt einer unserer Menschen am Nachmittag wieder, kümmert sich um uns, telefoniert, sitzt im Büro und macht da auch wichtige Arbeiten und am Ende des Tages kriegen wir dann unser Abendessen. Nebenbei gibt es immer mal wieder Gassirunden, Spieleinheiten oder einfach nur ein lockeres Zusammensitzen. Ich persönlich mag es zum Beispiel gern, wenn sich jemand mit einem Apfel oder sowas zu mir setzt. Ich darf zwar davon nichts essen, da ich etwas allergisch reagiere, aber meist hat der Mensch dann auch was speziell für mich Geeignetes dabei. Das ist schön, denn so habe ich das Gefühl auch dazu zu gehören. Wissen Sie, wenn man nur eigenes Futter bekommt und all die Sachen, die die anderen mal so eben zwischendurch kriegen können, nicht verträgt, dann ist das manchmal echt nicht toll. Aber unsere Menschen haben mir jetzt ganz eigene Leckerli gekauft und dann kriege ich halt immer MEINE GANZ EIGENEN!
Aber ich bin total vom Thema abgekommen.
Ich hatte erzählt, daß ausgezogen ist und er ist nicht der einzige, der das Katzenhaus verlassen hat.
Auch Emilie, Tammi und Fugaz haben ein neues Zuhause gefunden und sind noch vor Weihnachten zu Ihren neuen Familien gezogen.
Allen wünsche ich viel Spaß.
Natürlich hat mich Frodos Auszug etwas aus dem Rythmus gebracht, aber ich habe schon Kontakt mit Edward aufgenommen und ich glaube er ist nicht abgeneigt, nächste Woche mal einen Eintrag ins Tagebuch zu schreiben.
Leider gibt es auch eine sehr traurige Nachricht aus dem Katzenhaus. Die süße Katzendame Pluto ist leider sehr krank geworden und hat uns nach einer kurzen Zeit verlassen. Unsere Menschen haben sehr gehofft, daß sie es noch einmal schaffen würde, aber Pluto konnte gegen ihre Krankheit nicht gewinnen. Das ist keine schöne Nachricht, aber ich will kein Tagebuchschreiber sein, der Ihnen immer eine rosarote Brille aufsetzen will.
Leider oder ist es dann vielleicht Gott sei dank, scheint auch unser letzter Fundhund bei uns zu bleiben. Er hört hier jetzt auf den hübschen Namen Flocke und gewöhnt sich ganz langsam an den Gedanken hier einzuziehen. Ich weiß, wie schwer einem das fallen kann. Ich selbst habe diese Erfahrung hier gemacht - 2x - und hoffe schwer für den kleinen Mann, daß er es sich selbst nicht schwerer macht, als es in der Tat ist. Ich werde ihn für nächste Woche befragen, was er bereit ist über sich zu erzählen. Ich glaube, daß in ihm ein ganz wundervoller Kerl steckt, der Menschen ganz besonders toll findet und wenn er sich in einen Menschen verliebt hat, ist er kaum mehr zu bremsen.

Das soll es dann erst einmal für heute von mir gewesen sein und wenn ich so an das Datum denke, dann dürfte es das auch für dieses Jahr gewesen sein.
Ich wünsche Ihnen im Namen aller Bewohner des Tierheim Höchstädt einen guten Rutsch ins neue Jahr, feiern Sie schön, aber bitte ohne Raketen und Böller und bleiben Sie uns auch fürs Jahr 2014 gewogen.
Ihr
Ringo

http://www.tierheim-hoechstaedt.de
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2 Kommentare
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Marietta Heß aus Barsinghausen | 28.12.2013 | 23:47  
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 29.12.2013 | 10:25  
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