Freibadsaison eröffnet - Eisübung der Wasserwacht Dillingen
Aktive und Jugend trainierten Theorie und Praxis der Eisrettung im Eichwaldbad Dillingen
Bericht von G. Hechtl 11.01.09
Bei klirrender Kälte gingen 40 aktive und jugendliche Mitglieder der Wasserwacht Dillingen am vergangenen Samstag im Eichwaldbad Dillingen ins Wasser, um die Techniken der Eigen- und Fremdrettung bei Eisunfällen zu üben.
Der stellvertretende Ortsgruppenleiter Werner Ortmann referierte über die Eisbildung an stehenden und fließenden Gewässern, die Möglichkeiten, die Qualität des Eises einzuschätzen und die Gefahren beim Begehen eines zugefrorenen Gewässers. Andreas Bayer, ebenfalls Mitglied der Ortsgruppenleitung und Anästhesiefachpfleger, erklärte anschaulich anhand von Videofilmen die potentiellen Verletzungen bei einem Einbruch durch das Eis und ging insbesondere auf die Gefahr der Unterkühlung ein, das größte und manchmal tödliche Risiko bei einem Eisunfall.
Nach einer wärmenden Suppe ging es an das Schwimmerbecken, das eine durchgehend tragende Eisschicht von ca. 15cm aufwies. Durch ein mit der Motorsäge geschnittenes Loch konnten Mutige – natürlich angeseilt und unter ärztlicher Aufsicht – mit normaler Kleidung ins Wasser tauchen und üben, sich selber aus dem Wasser wieder auf das Eis zu ziehen. Besonders beeindruckend war, dass bereits nach 2 Minuten im kalten Wasser (länger durfte aus Sicherheitsgründen keiner im Wasser bleiben) die Muskeln so steif werden, dass manche Teilnehmer sich nicht mehr selber aus dem Wasser ziehen konnten.
Da das Nichtschwimmerbecken wegen der laufenden Umwälzpumpen nicht komplett zugefroren war, wurde hier die realistische Situation auf einem See nachgestellt. Die Wasserwächtler konnten ungefährdet, da angeseilt, die Eigenschaften des Eises vom Beckenrand bis zur Eiskante prüfen, das Knacken des Eises, das dem Einbruch vorangeht, erleben, und den tatsächlichen Einbruch auf dünnerem Eis selber erfahren. Verschiedene Techniken zur Selbst- und Fremdrettung wurden geübt.
Die wichtigsten Erkenntnisse für die Teilnehmer waren:
- Bei einem Eisunfall sofort handeln, denn das kalte Wasser sorgt innerhalb von wenigen Minuten für eine lebensbedrohliche Unterkühlung.
- Niemals ohne Handy, Seil und wärmende Decke an den See zum Schlittschuhlaufen gehen.
- Idealerweise sollten noch Eisnägel oder ähnliche Hilfsmittel am Körper mitgeführt werden.
Für alle Beteiligten war es ein hochinteressanter und aufschlussreicher Tag trotz bitterer Kälte, aber bei strahlendem Sonnenschein und die abschließende warme Brotzeit hatten sich alle verdient.
Mehr Fotos unter www.wasserwacht-dillingen.de




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