Wia ma halt als Mäschkerle früa in d´ Staudn ganga isch.

Maske aus Manebach in Thüringen, Zwanziger Jahre

Diedorf: haus der kultur(en) | Ganz wias ma d´Herta aus Ziemetshausen erzählt het:
Viel het ma jo net ghabt in den schlechten Jahren glei nach´m ersten Weltkrieg ausser immer n´gscheid`n Hunger, wenn ma koi eign´s Land g´habt het und koine Äpfel und Erdäpfel im Keller glagert waren. Olso san mia Kinder halt imma im Winta auf Sankt Martin und nach Weihnachten zu de Baura gangn und ham um a weng Was zum Essa gbettelt.
Moi ma hat si da scho scheniert, aber was will ma mach´n , wenn ma holt daheim gar nix andersch kriagt hat als wi r´a Stück trockns Brod und am Abend a warme Wassersuppn.
Am schönstn wars scho in der Zeit vor Fasenacht. Da wars dann immer lustig, weil mir de Sachen von da Oma im Dachboden ham anziehn dürfn. Mei ham die imma nach Mottenpulver grochen, wenn ma die ausm altn Schrank raus gnommn hat!
Weil die Röcke so lang warn, ham mia di immer vom Saum her nach obn bundn und da hat ma dann des rosane Futter gsehn.
Die Gsichta ham mia uns dann angmalt mit weißem Mehl oder schwarzem Ofenruss und manchmal ham mia da Mutta ihrn teuren Lippenstift stibitzt für di rotn Wangen oder den Mund. Des het s´ aber net merk´n dürf´n, sonst wer ´s nix mehr gwes´n mit der Fasenacht.
Au amol an alten Sack, in den ma Aug´n un nen Mund rein g´schnitt´n haben oder a alt´s Schaffell hot ma si da über ´n Kopf zogn. Und der Älteste von moine Brüder, der hat immer die Uniform von dem Franzos anzieh´n dürf´n, der so lang verwundet beim Hubabauer g´leg´n isch und dann plötzlich tot war. Des war nämlich a ganz a schmächtiga und hübscha Kerle, hot die Tante Frieda g´sagt. Den Säbel hot da Bruda aber nia net griagt. Oba er hat si selber a Holzschwert g´schnitzt und um ghängt. Und dann hat er no so n alten Blecheimer als Helm auf g´setzt. Des wa vielleicht scho fesch. Die Kinda von der Kramerin de hom dann plötzlich mal solche Papiermaschemasken do her bracht. Di hot ihre Mutter für ´n Laden extra aus Berlin kumme lass´n, weil da war´n di grad so Mode. Des war grad so in den goldnen zwanzga Jahren. Im Laden hat si dann aba niemand kauf´n woll´n, weil mir ja olle koi Geld net g´habt hab´n und so ham´s dann mal ihre Kinder zu Weihnachten g´kriagt.
Mensch san dia vielleicht mit dene Papiermasken aus Thüringen hier herum stolziert!
Und wenn mia dann olle was zum Anziehn ghabt hab´n, sin mia von Baurahof zu Baurahof gang´n und hom unser Sprüchl auf g´sagt: Lustig isch dia Fosenacht, weil mei Muta Küchle bacht. Un wenns uns dann net freiwillig was zum Essn bracht hom, dann hot da Sohn vom Metzger den ollen Ziegekopf mit dem Holzscheit darunter als Klappkiefer, dia Habagois wia ma do so dazu gsagt het, an der langen Stangn zum Fenster eini gsteckt, schnell an der Schnur zog´n und: „Schnapp“ war ´n die Würscht vom Tisch verschwund´n. Luschtig war se schon damals di Fasenacht.

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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 03.02.2012
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Erika Bf aus Neusäß am 13.01.2012 um 08:10 Uhr  
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Christl Fischer aus Friedberg am 13.01.2012 um 17:02 Uhr  
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