Text am Bahnhof: Christian Ritter begeistert das Diedorfer Publikum

Christian Ritter liest aus "Die Entführung des Potsdamer Strumpfträgers.
 
Die Organisatoren vom "Unsichtbar" - Verlag und der Buchecke Diedorf

Am Samstag fand zum ersten mal die Kulturveranstaltung „Text am Bahnhof“ in der Diedorfer Bahnhofshalle statt. Die Lesungsreihe soll sich langsam zu einer Institiution in der Marktgemeinde entwickeln. Ermöglicht und organisiert wurde das Ganze von der Buchecke in Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen „Unsichtbar“ - Verlag. Zu Gast war der Schriftsteller Christian Ritter und las aus mehreren seiner Bücher.

Gespannt warteten die Gäste der ersten Ausgabe von „Text am Bahnhof“ auf den Künstler, der ihnen heute aus seinen gesammelten Werken vorlesen wollte: Christian Ritter. Bekannt geworden war der Autor aus Bamberg vor allem auf Poetry Slam Bühnen in ganz Deutschland. 2009 hatte ihn das Publikum sogar zum Deutschen Vizemeister in der literarischen Disziplin gemacht. Ermöglicht hatten die Veranstaltung in Diedorf die Buchecke in Zusammenarbeit mit dem Ortsansässigen „Unsichtbar“ Verlag, in dem Ritter seine ersten Bücher veröffentlichte. Die Lesung begann mit einer Textsammlung des jungen Schriftstellers. Das im Unsichtbar Verlag erschienene Buch „Geschlechtsverkehr – Eine Einführung“ enthält 40 längere und kürzere Geschichten, die schon „auf der Bühne des Poetry Slams getestet und für gut befunden wurden.“

Christian Ritter: Geschlechtsverkehr - Eine Einführung

Die Lesung beginnt mit der Geschichte, die dem Buch seinen Namen gegeben hat. Es hätte zwar auch "irgendwie anders" heißen können, doch wie der Autor in dem Text "Vorwort" betont, wollte er mit dem Titel eigentlich nur die breite Masse ansprechen. Das etwas unpassend wirkende Cover, auf dem zwei Fische zu sehen sind, sollte auch Angler dazu verleiten, das Buch zu kaufen. Die erste Geschichte erzählt von den ersten, frühkindliche Begegnungen des jungen Protagonisten mit der großen Unbekannten Sex und einem auf Schwäbisch verfassten Aufklärungsbuch: „Wo komma denn die kloina Kinder her.“ Immer wieder muss das Publikum unvermittelt Lachen und auch der Autor muss bei seinen eigenen Texten schmunzeln. Nach einigen kurzen Beiträgen aus seiner Rubrik „merkwürdige Dialoge“ geht Christian Ritter zum eigentlichen Haupt – Bestandteil des Buches über. Dreizehn Geschichten aus seinen dreizehn Semestern als Student. Der Diplom – Germanist gibt zu, dass er das Allermeiste tatsächlich so erlebt hat, wie es beschrieben wurde. Interessante, skurrile und vor allem sehr unterhaltsame Geschichten hat Christian Ritter in seiner Einführung in den Geschlechtsverkehr gesammelt. Sie begeisterte nicht nur das Publikum, sondern auch die Referenten beim „jungen literarischen Quartett“ am Vortag.

Die Entführung des Potsdamer Strumpfträgers

Im zweiten Teil der „Text am Bahnhof“ - Veranstaltung stellt Christian Ritter seinen mittlerweile zweiten Roman vor. „Die sanfte Entführung des Potsdamer Strumpfträgers“ veröffentlichte der Autor zum ersten Mal im Heyne Verlag. Allerdings betont er, dass er sich dem „Unsichtbar“ Verlag immer noch sehr verbunden fühlt. „Es ist ein Vorteil, seinen Verleger persönlich zu kennen.“ Ritter ist mittlerweile kein großer Fan mehr von Stephen King, denn der US amerikanische Star - Autor wird schon sehr bald nach Deutschland kommen und „der Verlag steht Kopf und kümmert sich praktisch um nichts Anderes mehr.“ Umso wichtiger sind seine verschiedenen Auftritte, denn Heyne hat angeblich keine Kapazitäten mehr, das Buch selbst zu bewerben. In dem Roman geht es um die „sanfte Entführung“ des „Wer wird Millionär“ Moderators Günther Jauch. Paul ist ein einfacher Supermarkt – Angestellter, dessen einziger Traum es ist, Deutschlands wahrscheinlich bekanntestem Moderator einmal gegenüber zu sitzen. Als er die Chance bekommt, aber kurz vor der finalen Runde kläglich scheitert, beschließen er und sein Mitbewohner kurzerhand Jauch zu entführen, um vielleicht doch noch eine Chance auf das große Geld zu bekommen. Sie hecken einen Plan aus, der auch funktioniert, doch vor allem das Opfer reagiert auf seinen Entführung völlig anders, als erwartet. Das Werk verspricht ein Feuerwerk der kuriosen Situationskomik und trotzdem eine interessante und spannende Story. Allerdings liest Christian Ritter nicht nur aus der offiziellen Fassung des Romans. Er enthüllt das „gestrichene Kapitel“, das der Verlag nicht veröffentlicht sehen wollte und will die Meinung der Zuschauer. Der Verlag meinte anscheinend, der „Fäkalhumor“ sei unter Christian Ritters Niveau. Er selbst erklärt lachend: „Ich konnte darauf nur antworten, dass wir uns ja noch gar nicht lange kennen.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.