Musikkapelle Diedorf überzeugt mit anspruchsvollem Programm zum Doppeljubiläum

Die Musikkapelle Diedorf unter Georg Miller
 
Die Musikkapelle Diedorf unter Georg Miller
Diedorf: Schmuttertalhalle | Das diesjährige Herbstkonzert des Musikvereins Diedorf stand ganz im Zeichen zweier Jubiläen: Seit 25 Jahren leitet Georg Miller die Musikkapelle und seit 25 Jahren besteht die Freundschaft zum Orchester „Arrigo Boito“ in S. Michele Extra, Verona. Dementsprechend durften auch zwei Feierstunden nicht fehlen.

Vorstand Robert Bayer lud die angereisten Gäste aus Verona auf die Bühne und bedankte sich für die lange bestehende Freundschaft, die sich unter anderem durch regelmäßige gegenseitige Konzertbesuche auszeichnet. Auch gab er den Veronesen lokale Andenken mit auf den Weg. Diese bedankten sich ihrerseits mit Gastgeschenken und sprachen eine Einladung an den Musikverein Diedorf für einen Besuch in Verona aus. Bürgermeister Peter Högg versprach, einen Stein mit Richtung und Entfernung nach Verona am Brunnen vor dem Diedorfer Bürgerhaus anzubringen. Da der bereits in Auftrag gegebene Stein noch nicht fertig war, brachte er einen entsprechend beschrifteten Randstein mit.

Dirigent Georg Miller wurde unter anderem mit einer großen Torte sowie einem eigens komponierten Musikstück geehrt. Auf der Torte war ein großes Foto der Musikkapelle zu sehen. Individuelle Laudationes aller Sätze unterstrichen die seit langem bestehende Verbundenheit zwischen Orchester und Dirigent, welcher sichtlich erfreut eine Fortsetzung der erfolgreichen musikalischen Arbeit versprach.

Das Programm begann mit der fulminanten „Jubiläumsfanfahre“, die der niederländische Komponist Kees Vlak zum 50jährigen Jubiläum des Musikverlags Siegfried Rundel komponiert hat. Weiter ging es mit „Alte Tänze und Weisen für Laute“ (Originaltitel: Antiche Danze et Arie per Liuto) in das Italien des 16. Jahrhunderts. Der von Ottorino Respighi zusammengestellte Streifzug durch die Lautenmusik beinhaltete unter anderem ein Werk, das vom Vater des berühmten Physikers Galileo Galilei komponiert wurde.

Danach ging es mit „Dragon Fight“ zu einem vertonten Kampf gegen einen Drachen, der nach einer alten Sage die Bergwelt Liechtensteins unsicher gemacht hat, bis er von einem Riesen besiegt wurde. Das aus der Feder des bekannten zeitgenössischen Komponisten Otto M. Schwarz stammende Werk wurde anlässlich der Feierlichkeiten zur 200jährigen Souveränität des Fürstentums Liechtenstein komponiert. Mit dem anschließenden melancholischen Walzer „Novemberzeit“ von Rudi Fischer verabschiedete die Musikkapelle die Gäste in die Pause.

Nach der Pause stand zunächst das abstrakte Werk „Sinfonietta Nr. 1“ von Johan de Meij auf dem Programm, das für die niederländischen Blasorchestermeisterschaften 2011 in Groningen komponiert wurde. Dieses Werk brachte dem Musikverein sogar die Ehre ein, auf der Agenda „Music of Johan de Meij“ genannt zu werden. Anschließend wurde es mit „Allerseelen“ von Richard Strauß wieder etwas ruhiger.

Mit „Jungle“ von Thomas Doss versetzte die Musikkapelle die Zuhörer anschließend mitten in die grüne Hölle des afrikanischen Dschungels. Hierzu wurden diverse Tierstimmen und Naturgeräusche mit Instrumenten und auch mit dem Mund oder den Fingern simuliert. Die Verarbeitung afrikanischer Tänze und in Tonsprache erzählte Szenen eines Kampfs gegen Kannibalen geben diesem Werk seinen ganz besonderen Charakter.

Zum Schluss des Programms erklang das druckfrische Werk „Crossbreed“ (zu Deutsch: Kreuzzüchtung) des jungen deutschen Komponisten Thiemo Kraas. Anlässlich der Feiern zum 1250jährigen Bestehen der Stadt Ellwangen nahm dieser das Kirchenlied „Segne Du Maria“ als Vorlage für einen Ausflug über verschiedenste musikalische Stilrichtungen.

Natürlich ließen die Gäste die Musikkapelle nicht ohne zwei Zugaben ziehen. Zunächst begleitete das Orchester Conny Miller, welche das wunderschöne, getragene Werk „Gabriella‘s Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ auf Norwegisch sang. Dann wurde es nochmal etwas fetziger, als Georg Miller begleitet vom Orchester den Song „Auf Uns“ von Andreas Bourani interpretierte.

Bereichert um viele schöne Eindrücke verließen die Zuhörer die Schmuttertalhalle. Die Musiker feierten das gelungene Konzert nach dem Abbau der Halle im Probenraum mit zahlreichen Leckereien und einem Anstich der Jubiläumstorte.
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