Sonderkurs - Tarieren mit Kamera

(Foto: Bild: Martin Stümpfig)
Was „Tarieren“ bedeutet sollte eigentlich jeder Taucher wissen. In der Theorie ist das neutrale schweben im Wasser recht einfach! Das Umsetzen der Theorie über den Umgang mit dem Tariersystem in die Praxis ist – vor allem für Tauchanfänger – schon deutlich schwieriger. Doch erst wer schon mal versucht hat, mehrere Minuten lang austariert regungslos auf einer Stelle stehen zu bleiben, um ein Motiv mit der Unterwasserkamera abzulichten, der weiß, was „Tarieren“ eigentlich bedeutet! Und genau um diese „Feintarierung“ drehte sich alles am 03. Februar im Aquamar beim Sonderkurs „Tarieren mit Kamera“, zu welchem der TSC Marburg seine Mitglieder eingeladen hatte.

Die Resonanz war riesig, und so versammelten sich nicht weniger als 15 TSCler im Seminarraum des Aquamar, um den Ausführungen von Joachim Schneider zu lauschen, dem Leiter des Fachbereichs Visuelle Medien des HTSV, der zu diesem Sonderkurs extra nach Marburg angereist war. Im Vordergrund stand vor allem die Sensibilisierung der Taucher dafür, beim Fotografieren unter Wasser nicht - absichtlich oder unabsichtlich - Lebewesen zu (zer-)stören, sich nicht für das „perfekte“ Motiv (un-)bewusst in Gefahr zu bringen oder auf irgend eine andere Art und Weise die Umwelt, den Buddy oder sich selbst zu schädigen. Essentiell hierfür – und das klingt nun trivial – ist eine perfekte Tarierung! Wie man diese erreicht und verbessern kann, wurde uns von Joachim anschaulich erklärt.

Damit die Teilnehmer ihr frisch erlerntes Theoriewissen gleich in die Praxis umsetzen können, wurde im 4m tiefen Sprungbecken ein Unterwasser-Parcours aufgebaut. Verteilt auf sieben Stationen konnten die Buddyteams verschiedene Tarierübungen ausprobieren. Immer mit der Unterwasserkamera im Anschlag galt es u.a. eine „Steilwand“ mit allerlei Getier abzulichten, in einen „Felsspalt“ hinein- und rückwärts wieder hinaus zu tauchen, eine Languste in ihrer Felsenhöhle zu erwischen, sich einem freischwimmenden Falterfisch vorsichtig zu nähern oder einen dicht unter der Wasseroberfläche schwimmenden Hai auf dem Rücken tauchend zu fotografieren. Wer bei diesen Übungen zu hektisch und unvorsichtig agierte, bezahlte dies mit dem Verheddern in Stofftüchern, dem Umfallen von Requisiten und ungewolltem Aufsteigen oder Absinken.
Kursleiter Joachim Schneider beaufsichtigte das bunte (und mitunter leicht chaotische) Treiben schnorchelnd von der Wasseroberfläche aus und holte immer wieder einzelne Taucher nach oben, um ihnen weitere Tipps zu geben.

Die Zeit verging wie im Flug, und nachdem alles wieder abgebaut war und die Einkleber für die Tauchpässe verteilt waren, konnte der Abend bei „Dekobier“ und kalorienreicher Nahrung im American Diner gemütlich ausklingen.

Martin Stümpfig, Ausbildungsleiter TSC
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