Kartoffelernte um das Jahr 1940.
Die Kartoffelernte in früheren Jahren war schon etwas besonderes, auch wenn man keine modernen Maschinen wie heute besaß. Die Frauen in Tracht waren bei der Ernte mit Begeisterung dabei, denn für geleistete Arbeit erhielten sie als Lohn für ihre Familien einen Sack Kartoffeln und dazu gab es in der Pause ein gutes Frühstück. Wurst vom selbst geschlachteten Schwein, das Brot das dazu gereicht wurde, wurde zu dieser Zeit selbst hergestellt und im Backhaus im Dorf gebacken. Bohnenkaffee konnte sich zu dieser Zeit keiner leisten, man war mit einer Tasse Lindes -Kaffee zufrieden. Für die kleinen Erntehelfer gab es meistens selbst hergestellter Tee aus heimischen Kräutern, wie zum Beispiel Kamille oder Holunder.
Weiterveröffentlichungen:
Die Zeiten waren damals hart aber der Zusammenhalt umso größer.
Gemeinsames Schaffen hatte damals noch eine andere Bedeutung.
Auch ich kann mich noch daran erinnern, dass in den Nachkriegsjahren oft "gestoppelt" wurde. Nachdem die eigentliche Kartoffelernte vorbei war, gingen viele die Reihen nochmals durch, um mit ein paar übersehenen Knollen die kargen Lebensmittelrationen aufzubessern.
Besonders lecker waren auch die Kartoffeln aus dem Kartoffelfeuer, wenn das vertrocknete Kraut verbrannt wurde.
An diese Geschichten kann ich mich noch erinnern, denn das war in den 60er Jahren auch noch so.
Bei meiner Familie waren immer Erntehelfer da (Kartoffel und Heuernte), da gab es danach eine Brotzeit und jeder bekam noch einen Laib Brot, Wurst, Butter und Bier mit, damals gab es aber schon zusätzlich einen Lohn. Uns Kinder hat das immer gefallen, wenn so ein Umtrieb auf dem Hof war. Ich mußte beim Bäcker mit einem kleinen Wagen die Brote holen. Da hatten wir ein Büchlein in dem trug man die Menge ein, denn damals wurden die Bäcker mit Mehl von den Bauern beliefert und am Ende des Jahre wurde abgerechnet. Geschlachtet wurde auch selbst, da kam extra ein Metzger ins Haus. An den Geruch kann ich mich noch erinnern (da bin ich immer geflüchtet, das kann ich heute noch nicht riechen, wenn ich zum Metzger komme). Dem Metzger mußte man immer extra Bohnenkaffee machen und Nudelzopf backen.
Aber irgendwie sind es doch schöne Erinnerungen!
Der Muckefuck war nicht grausig. Unser Lindes hat damals immer geschmeckt. Bohnenkaffee gab es nur wenn Besuch kam oder am Sonntag.
@Lisa ich kenne es anders, in den 50er Jahren haben wir das Korn in die Mühle gebracht, dort wurde es zu Mehl verarbeitet. Der Bäcker bekam den Sack Mehl und wir unsere Familie hat dafür Brotmarken erhalten. Diese Brotmarken konnte man beim Bäcker für Brot einlösen.
Ja der "echte" Bohnenkaffee der hatte Wert!
Ich kann mich aber auch noch daran erinnern das die Butter auch noch als "gute" Butter bezeichnet wurde und mit der auch sehr sparsam gehauswirtschaftet wurde.
Es gab Margarine aufs Brot. Butter höchstens mal zum Frühstück, unter der Marmelade aber auch nicht immer.
Christine, Brotmarken gab es bei uns nicht, habe gerade nochmal nachgefragt. Wir brachten das Getreide in die Mühle, dann brachte der Müller das Mehl für den Eigenbedarf zu uns und das andere Mehl wurde beim Bäcker abgegeben. Meine Mutter hatte in der Speisekammer eine Mehltruhe mit Mehlschaufel. So hatte man immer Vorrat zu Hause. Damals gab es oft Mehlspeisen und für das Frühstück wurde immer ein Vorrat an Hefezöpfen gebacken, dazu gab es selbstgemachte Marmelade und selbst "gedumpelte" Butter, die man als Rahm von der Milch abschöpfte und dann in diesem "Dumpelkasten" (einen anderen Namen kenne ich nicht) gerührt hat, bis es Butter war, diese war leicht säuerlich, schmeckte aber gut. Am Sonntag gab es Bohnenkaffee und unter der Woche "Karokaffee". Heute wissen Kinder gar nicht mehr was das ist, aber mir hat es immer geschmeckt.
Ich weiß nicht, ob sich unsere Kinder später noch Gedanken machen was es in ihrer Kindheit zum essen gab, denn heute ist alles selbstverständlich!
...schön, in diesen alten Geschichten zu kramen (ist das schon ein Zeichen, daß wir auch alt werden, denn früher haben das meine Großeltern auch so gemacht?).
Ja Lisa das stimmt so langsam werden wir alt :-))
Vor 30 jahren konnte ich noch nicht sagen: "Es war einmal vor 30 Jahren".
Den Lindeskaffee gibt es in den Märkten noch zu kaufen, ich werde ihn wieder mal probieren.
Wenn ihr mal in die gute alte Zeit versetzt werden wollt, dann seht euch den Film an am 4.März 2010, um 23.00 Uhr im SWR, der Titel: "Der Tag als die Beatles (beinahe) nach Marburg kamen." Ich spiele als Zeitzeuge in diesem Film mit, es ist eine lustige wahre Geschichte die sich in den 60er Jahren in der Stadt Marburg an der Lahn ereignet hat.
Ich weiß nicht mehr, von welcher Marke der war: Aber ich liebte den Malzkaffe nicht wegen seines Geschmacks sondern weil in jeder Packung ein Tütchen mit Briefmarken zum Sammeln lag. Ich glaube, er hieß HOOS-Kaffee.
Christine, dank Deinem Tipp habe ich einen Einblick in die Stadt Marburg und seinen "Skandal" um die Beatles bekommen.
Dich hab ich aber nicht erkannt!
Die Story um den Friseursohn war hochinteressant, ein gelungenes Portrait mit vielen Zeitzeugen. Es hat sich gelohnt den Film anzuschauen!
Marburg gefällt mir, eine hübsche Stadt:))
LG Lisa
Schade dass du mich nicht erkannt hast. Hauptsache der Film hat Spaß gemacht.
Da werden schöne Erinnerungen wach. Ich habe meine ersten Kinderjahre
in der Landwirtschaft verbracht, einfach nur schön
@Gertraude, wenn ein Kind Landluft gerochen hat, mit Tieren auf dem Bauernhof zusammen kam, mit in dei Heuernte ging der hat eine schöne Kindheit gehabt. Das fehlt den Kindern heute, es gibt bald keine Bauernhöfe mehr. Die Scheunen stehen leer, wo soll das hinführen.
Ich habe früher auch bei der Kartoffelernte geholfen. Das war schon anstrengend , aber super spassig, weil dahinter eine Gemeinschaft steckt und das ist eine Art Stärke, so ein Team. Sowas gibt es heute eher selten.
@Yessika mit deiner Meinung hast du Recht, es ist eine Gemeinschaft gewesen die sich gegenseitig in der armen Zeit geholfen hat und das hat sie alle bestärkt.
Zu dieser Zeit ist man mit auf den Acker gegangen, weil man ein Mittagessen bekam, es waren sehr arme Zeiten.







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