Wetzlar – Das Lottehaus
Am 23. Mai 1772 kam Johann Wolfgang Goethe nach Wetzlar und verließ die Stadt bereits im September wieder. Die drei Sommermonate, in denen er Charlotte Buff begegnete und sich auf den ersten Blick schwärmerisch in sie verliebte, verarbeitete er in gerade einmal 4 Wochen 1774 zu seinem Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“.
Während seines Aufenthalts in Wetzlar – am Kornmarkt – korrigierte Goethe am „Götz von Berlichingen“ und verkehrte mit Jungjuristen an einer trinkfreudigen „Rittertafel“. Sie fabulierten von imaginären Abenteuern und veralberten hier auch Geheimgesellschaften, indem sie fiktive Geheimnisse in ebenso fiktive Geheimhaltungsgrade erhoben.
Tatsächlich wird im Roman über die Leiden des jungen Werther aus dramaturgischen Gründen einiges nicht erwähnt oder abgeändert. Das tatsächliche Lottehaus mitten in der Stadt wird zum Waldforsthaus am Stoppelberg und aus Lottes blauen Augen macht Johann Wolfgang schwarze.
Im aufwendig renovierten Lottehaus – in dem leider nicht fotografiert werden darf – zeigt sich authentisch wie Charlotte Buff gelebt hat. Als zweitälteste von 16 Kindern versorgte sie ihre Geschwister nach dem Tod der Mutter. Zu besichtigen sind im Erdgeschoss die Küche und die Zimmer, in denen ihr Vater die Verwaltungsarbeit getätigt hat und im oberen Stockwerk die Wohn- und Schlafräume, sowie das "Staatszimmer" im Anbau. Mit einem Audioguide ausgestattet können alle Räume betrachtet werden und der Besucher erhält viele Informationen über das Haus und das Leben von Charlotte (Lotte) Buff.
Zum Weiterlesen hat mir das Buch „Wo Johann Wolfgang einst im Grase lag“ von Thomas Le Blanc gefallen.


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