Der Esel, der Esel, wo kommt der Esel her?
Früher – um die Weihnachtszeit – wenn das Glöckchen leise klingelte und die Kinder in feinen Kleidchen vor der Tür warteten, pochte das Herz schnell und laut vor lauter Aufregung. Ob im Kindergarten der Nikolaus kam oder zu Hause das Christkind, lange hatte man diesem spannenden Augenblick entgegen gefiebert und das Gedicht, das man aufsagen sollte, unzählige Male geübt. „Von draußen, vom Walde ….“ Oder „Der Esel, der Esel…“ Die Belohnung – ein Griff in den wundervollen blauen Sack, der verziert war mit goldenen Glöckchen und Sternen – entschädigte für Herzklopfen und Aufregung und die Angst davor, dass im großen Buch vom Nikolaus die eigenen Schandtaten aufgeführt sein könnten.
Der liebe Weihnachtsmann
(von Paula und Richard Dehmel)
Der Esel, der Esel,
wo kommt der Esel her?
Von Wesel, von Wesel,
er will ans schwarze Meer.
Wer hat denn, wer hat denn
den Esel so bepackt?
Knecht Ruprecht, Knecht Ruprecht
mit seinem Klappersack.
Mit Nüssen, mit Äpfeln,
mit Spielzeug allerlei,
und Kuchen, ja Kuchen
aus seiner Bäckerei.
Wo bäckt denn, wo bäckt denn
Knecht Ruprecht seine Speis?
In Island, in Island,
drum ist sein Bart so weiß.
Die Rute, die Rute
hat er dabei verbrannt;
heut sind die Kinder artig
im ganzen deutschen Land.
Ach Ruprecht, ach Ruprecht,
du lieber Weihnachtsmann:
komm auch zu mir mit deinem
Sack heran!



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