Schade! Ein Richter mit Rückgrat geht...
Richter Taszis vom Amtsgericht Marburg nimmt vorzeitig seinen Hut. Schade, denn er war und ist ein Richter, der nicht täterzentriert sondern opferzentriert Urteile gefällt hat. Dass er jetzt vorzeitig geht ist eine Folge unserer lauen Rechtsprechung, die den Täter zum Opfer macht und das Opfer zum Mittäter. Er wollte Zeichen setzen, aber das einzige Zeichen das zurückkam war, dass nächstinstanzlich die Täter verhätschelt und den Opfern Schuld suggeriert wurden.
Den Fall, den der Richter im Interview mit der OP anspricht ist unser Fall. Zweitinstanzlich kam ich mir als Vater vor, als ob ich mich beim Täter dafür hätte entschuldigen müssen, dass mein Sohn zu der Zeit als der Täter die Strasse befuhr, ihm entgegen kam. Mir kam es so vor, als hätte mein Sohn seinen Tod billigend in Kauf genommen, weil er hätte wissen müssen, dass betrunkene Kraftfahrer, in einem Momentversagen, mit überhöhter Geschwindigkeit rücksichtslos auf der Gegenfahrbahn fahren.
Richter Taszis hat die Argumente für eine solche Tat immer verurteilt und Urteile gesprochen, die eindeutig waren. Es kam bei seinem Kammertermin bei mir nie ein solcher Gedanke auf, wie ich ihn zweitinstanzlich hatte.
Richter mit Rückrat sind halt in unserer heutigen Rechtsprechung Dinosaurier und nicht mehr erwünscht. Bleibt mir einzig der Ausspruch von Jesus übrig, dass er die Lauheit ausspucken wird (Offenbarung 3,16). Dennoch wünsche ich Richter Taszis, dass er seinen Durst an der Gerechtigkeit stillen kann.


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