BSK Seelze Deutscher Meister der 2.Bundesliga

   

Schwerin: Kongreß Halle | Viele von ihnen warten sicher schon gespannt auf diesen Bericht und fragen sich, warum das so lange dauert. Nun an dieser Stelle möchte ich sie wissen lassen, dass wir nach unserem Sieg mit der kompletten Mannschaft feiern waren und anschliessend den Sonntag alle gemeinsam im Centre Parc verbracht haben. Der Ausklang dieser Saison stand an und ich bitte sie mein Fehlen hier zu entschuldigen. Nun bin ich da und werde sie auf den aktuellen Stand bringen, machen sie sich auf was gefasst, denn der BSK Seelze hat es zum wiederholten Male geschafft und sich durch eine atemberaubende Leistung in Schwerin, die Krone der 2. Bundesliga in Deutschland gesichert.

Bantamgewicht bis 54 Kilo
In dieser Gewichtsklasse, war es leider für Traktor Schwerin nicht möglich einen Athleten ins Feld zu schicken und somit hatte Steven Maleika einen ruhigen Abend, allerdings sollte er der Einzige bleiben der das von sich behaupten konnte. Schon in der nächsten Gewichtsklasse ging es heiss her, nämlich im

Federgewicht bis 57 Kilo
Das Duell hat es schon einmal gegeben und zwar im letzten Jahr der Niedersachsenmeisterschaften, als dort schon Suher Alshamari auf Victor Bauer traf. Wie im Vorjahr war es Suher, der den Kampf von Anfang an bestimmte und den Rhytmus vorgab. Sein Gegner schien mit zunehmender Kampfdauer immer mehr an den schnellen und variablen Händen zu verzweifeln und Suhers Punktepolster wurde dicker und dicker. In der letzten Runde dieses Gefechts merkte man Victor Bauer dann auch an, dass das verzweifelte Anrennen gegen den Punkterückstand seine Kräfte doch merklich verbraucht hatte und Suher konnte mit herrlichen Treffen an den vollkommen freien Kopf glänzen. Letztendlich siegte Suher mit über 15 Punkten plus und der Abend schien eine gute Richtung einzuschlagen. Denn nun hatten wir schon einen Zwischenstand von 10:07 insgesamt. Weiter gings im

Leichtgewicht bis 60 Kilo
Unsere Neuverpflichtung Wilhelm Gratschow musste an diesem Abend gegen Clemens Busse, einen ebenfalls sehr erfahrenen Kämpfer, in den Ring steigen. Willi setzte anfangs auf eine kompakte Deckung, wollte aus dieser kontern und Treffer setzen. Jedoch boxte sein Kontrahent klug und vor allem mit viel Aufwand, so dass nach der ersten Runde ein kleiner Punktevorsprung auf der Seite des Schweriner Athleten zu verbuchen war. In der Folge fehlte Willi, wohl auch durch seine fast einjährige Kampfpause, ein wenig die Spritzigkeit und die Taktik mit der kompakten Deckung verschaffte ihm immer mehr Minuspunkte. Somit musste er in der dritten Runde sehr viel riskieren und schaffte es nicht mehr die Differenz wegzuboxen. Am Ende siegt der Schweriner Boxer verdient, denn er hatte insgesamt mehr für den Kampf getan, jedoch wissen wir auch das Willi aus jedem Kampf etwas mitnimmt und wir sind uns sicher, dass er schon beim nächsten Mal einen Sieg einfährt.

Halbweltergewicht bis 64 Kilo
Noch immer ohne eine Niederlage ging Aytekin Yöreci in seinen Kampf gegen Artem Harutyunyan. Beide Athleten lieferten sich in der Folge eine wirkliche Schlacht. Sie kämpften unerbittlich für den Sieg und boxten aus einer hervorragenden Deckung heraus. Aytekin boxte gewohnt stabil und mit dem Willen zu siegen, doch auch sein Gegenüber wollte gewinnen und wurde durch die Fans in der Halle nach vorne gepeitscht. Der Kampf entwickelte sich zum Fest für Boxbegeisterte, denn die zwei Athleten im Ring standen sich in nichts nach, ausser das am Ende der Schweriner Boxer einen Punktevorsprung mitnahm und sich den Sieg damit holte. Trotz dieser Niederlage sind wir sehr stolz auf Aytekins Leistung in dieser Saison und nun war es zum ersten Mal an der Mannschaft um ihn herum, die Puntke zu holen die für den Sieg nötig waren, ansonsten war er ja immer der sicher Punktelieferant.

Zur Halbzeit stand es nun 10:09 und da ein Unentschieden nicht mehr möglich war, brauchten wir unbedingt noch 2 Siege. Wer nun davon ausgeht das sich Nervosität breitmachte, der sollte sich eines Besseren belehrt sehen, denn die folgenden 2 Kämpfe hätten ruhiger und abgeklärter nicht ablaufen können. Den Anfang machte im

Weltergewicht bis 69 Kilo
unser Boxer aus dem Süden Alfonso Fusco gegen Ole Hennings. Das Ziel war klar und die Mittel dafür hat unser Boxer, nur würde er sie auch einsetzen? Und wie er es tat, es sei an dieser Stelle gesagt, dass Alfonso den besten Kampf von allen heute abend lieferte, denn er machte von Beginn an enormen Druck, ging ein Höllentempo und liess dem Gegner einfach keine Sonne. Immer wieder ging er nach vorne, aber nicht wild und kopflos, sondern schnell, aggressiv und gekonnt. Den Kampf von Aussen zu sehen ließ die Leute schon nach Luft schnappen und wohl jeder wird sich gefragt haben, wie will dieser junge Mann das über drei Runden durchhalten. In der Tat wurde es in der dritten Runde dann kritisch, obwohl der Vorsprung schon 17 Punkte betrug. Denn Alfonso musste dem wirklich enormen Tempo Tribut zollen und das erkannte sein Gegenüber sofort und setzte zum Angriff an, doch Alfonso dieser Pfundskerl zeigte ihm sofort wieder seine Grenzen auf. Mit der wirklich wohl allerletzten Kraft ging er noch einmal nach vorne und setzte zwei harte Treffer die Ole Hennings direkt wieder ruhig werden liessen und der Sieg war ab diesem Zeitpunkt in ganz trockenen Tüchern. Nun war klar das nur noch ein Sieg fehlte aus den letzten drei Begegnungen und es ging weiter im

Mittelgewicht bis 75 kilo
Wieder an Board und gut vorbereitet musste Alexander Raynesh gegen Albert Becker in den Ring klettern. Es ist ja immer wie eine kleine Wundertüte bei unserem Alex, aber diesmal hatten wir nichts zu befürchten, denn der harte rechte Schwinger flog, Alex Beine arbeiteten gut und auch die Deckung liess keine Wünsche offen. Es gab diesmal kein Geklammer, sondern nur klare Aktionen und wirklich feines Boxen von Alex zu bestaunen, der wirklich zeigte das er wieder da ist und man voll mit ihm in Zukunft rechnen kann. Abgeklärt und vollkommen ruhig schien er trotz dieser wichtigen Begegnung mit dem Kampf umzugehen und am Ende siegte er verdient und mit einer hohen Punkteführung. Jetzt war klar, der BSK Seelze ist Deutscher Meister der 2. Bundesliga, aber die zwei Sahnehäubchen auf dem Erfolg sollten noch folgen.

Halbschwergewicht bis 81 Kilo
Es hiess Ring frei für das Gefecht Eugen Schellenberg gegen Redwan Delaf. Ein zuerst sehr verbissen geführter Kampf ohne wirklich klare Aktionen auf beiden Seiten. In der Folge jedoch setzte Eugen immer wieder gute kleine Aktionen und stiehl sich in der ersten Runde mit 5 Punkten plus davon. In der Zweiten hatte er sich mehr vorgenommen und das Punkteplus stieg enorm an. Nach einer sehr stark vorbereiteten Aktion mit der Führhand, schloß er diese mit einem rechten Haken ab. Ich kann ihnen sagen, dieser Haken war ein echter Kracher und es dauerte nur 2 Sekunden, da hatte der Ringrichter auf Sieg durch KO entschieden, denn der Boxer aus Schwerin befand sich auf dem Boden und sah schwer gezeichnet aus. Eine wirklich exzellent vorgetragene Aktion des Publikumsliebling aus Seelze und ein verdienter Sieg.

Schwergewicht
Stefan Sittner musste gegen Robin Hakansson seinen Gang antreten. Der gebürtige Schwede der für Schwerin an den Start ging, begann den Kampf sehr agil und mit viel Drang zu offensiven Aktionen. Stefan jedoch behielt die Ruhe und vor allem die Deckung oben, so das kein Treffer ins Ziel fand. Dann übernahm unser Boxer die Innitiative und schlug einige Gerade zum Kopf des Kontrahenten. Ungefähr in der 2. Minute der ersten Runde, schlug Stefan seine Führhand zum Kopf und ließ darauf den rechten Haken knallen. Und was das für ein Knall war. Er ging durch die Halle und man konnte ein lautes Staunen aus allen Richtungen des Publikums hören, als der schwedische Riese auf die Knie sackte und nicht mehr aufzustehen drohte. Der Ringrichter musste den Kampf hier beenden und tat dies auch. Damit wäre auch das zweite Sahnehäubchen abgeliefert worden.

Der BSK Seelze ist auch nach der Saison 2008/09 in der Saison 2009/10 der Deutsche Meister der 2.Bundesliga und somit der direkte sportliche Aufsteiger in die 1.Bundesliga. Wann wird die Sponsorenwelt aufmerksam, auf dieses aussergewöhnlich gut funktionierende Team? Wir warten nur darauf entdeckt zu werden um zu zeigen, dass wir noch einiges mehr draufhaben. Dieses Team macht wahre Freude und wir sind stolz auf jeden einzelnen Bestandteil des Teams.

Arthur Mattheis:"Meine Jungs haben mich und das war mir vorher klar, wieder in keinster Weise enttäuscht und damit meine ich nicht nur das Sportliche, sondern auch das Zwischenmenschliche. Es ist einfach Freude pur ein so tolles Team zu haben, bei dem man sich auf jeden zu hundert Prozent verlassen kann. Ich blicke mit Zuversicht in die Zukunft und geniesse jetzt einfach die Stunde des Sieges, denn wir alle haben uns das wirklich verdient - Einer für Alle ! Alle für einen!

Vergessen sie nicht den Internationalen Vergleichskampf am 10.04.2010 um 19 Uhr im Autohaus Kahle, bei dem viele unsere Athleten ihr Können für sie unter Beweis stellen gegen eine internationale Auswahl an Boxern.

Bis dahin verbleiben wir mit sportlichen und siegreichen Grüßen

Ihr BSK Seelze i.A. Sebastian Kühn

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