Neonazi-Angriff auf das Komplex und Privatwohnung

Am Montag wurde europaweit mit einer Schweigeminute der Opfer des Anschlags von Paris gedacht. Wenige Stunden später, in der Nacht auf Dienstag, versuchten ca. 15 vermummte Personen, die der rechtsradikalen Szene zugeordnet werden, ein Haus in der Pfaffenstraße zu stürmen. Wenig später versuchten sie es bei einer Wohnung.

Die im Komplex ansässigen Vereine und Organisationen engagieren sich seit Jahren für eine emanzipatorische Gesellschaft und gegen rechte Strukturen in der Landeshauptstadt. Der folgende Text wurde als Pressemitteilung verschickt.

Pressemitteilung


Am Montagabend, ca. 21.50 Uhr, versuchte eine Gruppe von 15-20 vermummten Personen in das Kultur- und Wohnprojekt "Komplex" in der Pfaffenstraße einzudringen.
Die Gruppe, die sich um das ganze Haus herumverteilt hatte, versuchte erfolglos die Eingangstür gewaltsam zu öffnen. Den BewohnerInnen und Besucher an den Fenstern, riefen sie rechte Parolen sowie Gewalt- und Mordandrohungen entgegen.
Nach ca. 10 Minuten entfernten sie sich in Richtung Schelfkirche, wo ihre PKW warteten.

Wenig später standen sie vor dem Haus eines linken Aktivisten. Unter Vortäuschung einer falschen Identität versuchten die Angreifer, sich Zugang zu verschaffen. Ihnen wurde jedoch nicht die Tür geöffnet. Die Angreifer flüchteten, als sich ein Streifenwagen näherte.

Laut Zeugenberichten wurde später ein Teil der Personengruppe vor der ehemaligen Notunterkunft für Flüchtlinge in Lankow beobachtet. Offenbar löste sich die Gruppe hier auch auf.

Dieser Angriff auf das Komplex war nicht der erste. Vor wenigen Monaten wurde ein Brandanschlag auf das Haus verübt. Er reiht sich ein in die tägliche Serie von rechten Anschlägen, Einschüchterungen und Gewalttaten in ganz Deutschland. Beflügelt durch eine Menge an rassistischen Demonstrationen, sowie Asylrechtsverschärfungen sehen sich Rechte als Vollstrecker des „erwachten Volkswillens“. Das legitimiert für sie auch Gewalt gegen alles, was nicht in ihr beschränktes Weltbild passt.

In der Landeshauptstadt nimmt diese Rolle die Vereinigung "Schwerin wehrt sich" ein. Organisatorisch und personell unterstützt werden sie durch die NPD. Es ist ein Sammelbecken für Mitglieder von MVgida, Kameradschaften und rechten Hooligans. "Schwerin wehrt sich" führte wiederholt Kundgebungen durch, auf der sowohl Journalisten als auch politisch anders Denkende bedroht wurden. Gleichzeitig wird in sozialen Medien gegen Flüchtlinge gehetzt. Zuletzt waren Organisatoren und Mitglieder als Teilnehmer auf einer MVgida Demonstration am Montag in Güstrow.

Auch am Samstag werden in Schwerin erneut hunderte RassistInnen durch die Straßen ziehen. Die rechtspopulistische AfD nutzt das aktuelle politische Klima für ihre Zwecke und veranstaltet eine Demonstration unter dem Motto "Asylchaos stoppen". Vor wenigen Wochen kam es bei der AfD Demo in Rostock zu einem Schulterschluss zwischen der AfD , der NPD und gewaltbereiten Neonazis. Etwas anderes ist in Schwerin nicht zu erwarten.

Wir fordern alle auf, sich den geistigen Brandstiftern entgegen zu stellen und sich für eine solidarische Gemeinschaft einzusetzen!
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 18.11.2015 | 01:58  
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Hans-Werner Blume aus Garbsen | 18.11.2015 | 14:00  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 18.11.2015 | 17:27  
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